«Nach der Getreideernte ist immer Hochsaison für die Universalstreuer, weil dann Kalk oder Kompost ausgebracht wird», sagt Andreas Scheurer von der Scheurer Lohnunternehmung GmbH in Staad bei Grenchen SO. Das geschieht wegen der Produktionssystembeiträge für «angemessene Bodenbedeckung» normalerweise alles innerhalb von 7 Wochen. Da muss man zügig arbeiten, um die Aufträge zu erfüllen.

Dieses Jahr gibt es jedoch Ausnahmen betreffend Produktionsvorgaben wegen der besonderen Trockenheit. Im Kanton Solothurn gelten die Anforderungen als erfüllt, wenn bei den Hauptkulturen auf offener Ackerfläche die Bodenbedeckung noch im laufenden Kalenderjahr angelegt wird.
Bestens eingerichtet
Es erfordert vor allem Schlagkraft bei der Ausbringtechnik des Lohnunternehmens. Andreas Scheurer setzt dazu zwei Universalstreuer von Bergmann ein. Einer hat ein Ladevolumen von 19 Kubikmeter und der andere Streuer fasst 16 Kubikmeter. Scheurer setzt zudem einen 12-Kubikmeter-Streuer von Samson ein, der dem Lohnunternehmen gehört. Dieser ist sehr robust gebaut, hat einen grossen Durchlass und wird vor allem an die Kunden vermietet. «Sie fahren dann selber mit der Maschine», sagt Andreas Scheurer.
Die Ausstattung des grösseren Universalstreuers ist auf dem neusten technischen Stand. Mit einer Wiegeeinrichtung, einem Geschwindigkeitssignal und dem Volumengewicht lassen sich die Ausbringmaterialien besonders exakt verteilen. Dazu kommen auch noch die Streubreite und die Position der Dosierwand. Damit sind alle Parameter vorhanden, um im Isobus-Terminal die Ausbringmenge auf die Sollmenge regeln zu können. Die Regelung findet während der Ausbringung vor allem mit der Geschwindigkeit des Kratzbodenvorschubs statt. Die eingesetzten Maschinen sind zwar gross, die Präzision allerdings auch.
Auch geringe Mengen exakt ausbringen
Andreas Scheurer sagt, es sei möglich, geringe Mengen exakt zu verteilen. Besonders beim Kalk komme es vor, dass eine Ladung auf mehrere Hektaren verteilt wird. Während Landwirte Hofdüngermist oft selber ausbringen oder dazu eine Maschine mieten, ist die Präzisionsarbeit meist eine Aufgabe für den Lohnunternehmer mit der erwähnten Technik.
Die Ausbringung erfolgt über liegende Fräswalzen, welche das Material auf die Streuteller bringen. Diese ermöglichen eine Streubreite von 3,5 bis 15 Metern. «Es kommt immer auf das Material an, wie breit eine exakte Verteilung möglich ist», sagt Scheurer.
Ränder sind eine Herausforderung
Das Randstreuen ist für jeden Streuer eine Herausforderung. Die Universalstreuer von Andreas Scheurer verfügen diesbezüglich über eine Grenzstreueinrichtung. Eine Abdeckung, die hydraulisch in Position gebracht werden kann, begrenzt die Streubreite auf 3 Meter. Wenn der Fahrer die Streubreite am neuen Streuer begrenzt, passt sich die Ausbringregelung automatisch an. Das System erkennt die begrenzte Arbeitsbreite und drosselt den Kratzbodenvorschub, damit die Dosiermenge auch hier eingehalten wird. I
m Vergleich zu Bergstreuern, die eher leicht gebaut sind, ist das Gewicht bei Flächenmaschinen ein grosses Thema. Bei einem Gesamtgewicht von maximal 24 Tonnen, was bei einer Tandemachse möglich ist, muss sich der Anwender Gedanken machen. Andreas Scheurer hat hier mit einer maximalen Reifendimension mit ultraflexiblen Niederdruckreifen eine bodenschonende Lösung gefunden. Dazu verwendet er auch eine Reifendruckregelanlage. Je höher die Schlagkraft ist, desto wichtiger werden solche technische Lösungen.

