Elektrische Traktoren können mit einem zentralen Elektro-motor oder mit mehreren Elektromotoren direkt beim Verbraucher (Fahren, Zapfwelle oder Hydraulik) ausgelegt werden. Was ist die bessere Lösung?
Marco Landis: Vermutlich dürften beide Varianten zum Einsatz kommen. Beide haben Vor- und Nachteile. Bei mehreren Motoren für verschiedene Verbraucher lassen sich die Motoren optimal für die Verbraucher mit Drehmoment und Drehzahl dimensionieren. Sie laufen nur dann, wenn auch Bedarf des jeweiligen Verbrauchers vorliegt. Dieses Konzept ist vor allem dann interessant, wenn auch die Anbaugeräte elektrifiziert werden.
Der Vorteil eines einzelnen Motors besteht darin, dass alle restlichen Traktorenkomponenten grösstenteils übernommen werden können.
Grosse Ackertraktoren sind heute schon grenzwertig schwer. Erst recht, wenn beim stundenlangen Einsatz auf dem Feld noch eine mehrere Tonnen schwere Batterie dazukommt. Sind leichtere Varianten technisch möglich? Wann kann ein Ackerschlepper lange und schwere Zugkraftarbeiten elektrisch leisten?
In den Leistungsprognosen geht man davon aus, dass die Energiedichten von Akkus noch steigen werden. Diese Entwicklung ist wichtig für Ackereinsätze. Trotzdem wird es bei der Energiedichte weiterhin einen deutlichen Unterschied zur Energiedichte von flüssigen Treibstoffen geben.[IMG 2]
Daher werden die Akkupacks weiterhin schwer sein. Lösungen, wie schnell wechselbare Akkus, könnten dazu beitragen, dass das Gewicht eines E-Traktors nicht zu stark ansteigt. Das Einsatzgebiet von E-Traktoren dürfte eher bei leichteren Arbeiten liegen, die von Vorteil in der Nähe einer Schnellladestelle liegen.
Gibt es Förderungen für E-Traktoren in der Schweiz?
Es gibt eine Förderung im Rahmen der revidierten Strukturverbesserungsverordnung seit Anfang 2025. Die Umsetzung ist je nach Kanton unterschiedlich. Ich gehe von einer eher geringen Nachfrage aus, da die Verfügbarkeit von E-Traktoren am Markt noch gering ist.
Bei elektrischen Antrieben geht es nebst technischen Aspekten um die Reduktion von CO2. Wie ist hier das Interesse der Landwirte: Wird nach aktuellen technischen Möglichkeiten nachgefragt?
Hier gibt es Anfragen in verschiedenen Bereichen der Landwirtschaft. Zum Beispiel in der Innenmechanisierung. Bei Fahrzeugen interessieren sich die Landwirte vor allem für E-Hoflader oder E-Futtermischwagen.[REL 1]
Welche weiteren Möglichkeiten, CO2 zu senken, hat ein Landwirt, wenn ein Umstieg auf einen E-Traktor nicht möglich ist?
Hier wäre beispielsweise ein Kraftstoff aus hydriertem Pflanzenöl (HVO) eine Möglichkeit für einen emissionsfreien Antrieb, der Diesel ohne grosse Anpassungen beim Motor ersetzen könnte.

