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Seitenstreuer statt Heckstreuer: Mehr Möglichkeiten beim Miststreuen am Hang

Roman Trittibach aus Oberbalm BE setzt seit zwei Jahren einen Seitenstreuer von Gafner ein. Der grösste Unterschied gegenüber dem bisherigen Heckstreuer sind die flexiblen Streumöglichkeiten und die Sicherheit an steilen Lagen.

Kurz & bündig

  • Der Seitenstreuer streut breit und bei Bedarf vom Feldrand aus.
  • Die Verteilung ist fein und präzis.
  • Der Anhängerstreuer hat einen tiefen Schwerpunkt und hält die Spur in Schichtlinie.
  • Der Traktor steht stabiler, da sich der Schwerpunkt auf seine Hinterachse verlagert.

«Ich erreiche mit dem neuen Seitenstreuer mindestens die doppelte Arbeitsleistung gegenüber dem vorherigen Heckstreuer», sagt Roman Trittibach. Das liegt nicht nur am grösseren Ladevolumen, sondern auch daran, dass er mit dem neuen Seitenstreuer flexibler fahren und breiter streuen kann als mit dem Heckstreuer. Die Hangstabilität ist besonders gut und wenn es zum Wenden zu steil wird, kann Trittibach rückwärts wegfahren. Anhänger und Traktor rutschen dank dem Seitenaustrag nicht auf der gestreuten Oberfläche weg. 

Roman Trittibach setzt auf seinem Betrieb einen Seitenstreuer von Gafner ein. Er kann damit steiles Gelände befahren und auch vom Weg seitlich ins Feld streuen. (Bild: «die grüne» / Beat Schmid)

Roman Trittibach bewirtschaftet im bernischen Oberbalm einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Aufzuchttieren und Legehennen. Die Kühe werden in einem Boxenlaufstall und die Aufzuchttiere auf Tiefstreu gehalten. Zudem verarbeitet er Grüngut für die Gemeinde. Das gibt im Jahr weit über 100 Fuhren, die er zum Teil auf steile Hangflächen ausbringt. Als Lohnarbeit setzt er den Seitenstreuer von Gafner auch bei Nachbarn ein und verteilt deren Hofdünger.

Intensive Bearbeitung bringt breite und feine Verteilung

«Die Verteilung mit dem Seitenstreuer hat mich begeistert. Der Auswurfrotor verteilt die Hofdünger bis etwa 20 Meter sehr genau», sagt Roman Trittibach. Bevor der Mist ausgeworfen wird, wird er mit Messern am Planetenrotor geschnitten. Dann befördern die Zubringer den Mist zum Auswurfrotor. «Man sieht weniger Mistmaterial auf der Oberfläche, als man dies zum Teil bei der Schleppschlauchverteilung von Gülle sieht.» Die Wurfweite hängt vom Material ab. Schwerer verrotteter Mist fliegt besser als strohiges Material.

Roman Trittibach hat seinen Betrieb so eingerichtet, dass er den Hofdünger nicht direkt aus dem Stall streut. Er lässt diesen verrotten oder kompostiert ihn. Solcher Mist lässt sich auch während der Saison auf Grasland nutzen, obschon die Hauptausbringung im Frühling und Herbst erfolgt.

Am Anhängerstreuer von Gafner befindet sich das Streuwerk serienmässig an der Front. Der Mist wird im Feld während des Austrags also nach vorne befördert. Bei den Aufbaustreuern für Transporter platziert Gafner das Streuwerk serienmässig am Heck.

Tiefer Schwerpunkt und Gewicht auf der Hinterachse

Roman Trittibach setzt den Gafner-Anhängerstreuer mit einem Ladevolumen von 7 Kubikmeter ein. Das Modell 7.06 A ist denn auch der grösste Anhängerstreuer. Ab 2,1 Kubikmeter Inhalt gibt es insgesamt 11 Grössen. Trittibach ist überzeugt, dass das grosse Modell für seine Ansprüche die perfekte Maschinengrösse ist. Ursprünglich arbeitete er mit kleineren Modellen. Der Heckstreuer, der bisher zum Einsatz kam, fasste 3,5 Kubikmeter. Dadurch befasste er sich zunächst mit dem 4,3-Kubikmeter-Modell von Gafner. «Ich konnte jedoch das grössere Modell probieren und sah bereits nach wenigen Fuhren, dass dieses perfekt passt. Vor allem habe ich sofort gespürt, dass sich während dem Ausbringen der Schwerpunkt nach vorne verlagert.» Der Anhänger bringt so zusätzliches Gewicht auf die Hinterachse am Traktor. Der Schwerpunkt am Anhänger ist tief und die Achsposition so platziert, dass die Sicherheit gewährleistet ist. «Das ist viel sicherer als beim Heckstreuer, der den Schwerpunkt nach hinten verlagert und den Traktor entlastet.»

Roman Trittibach streut jährlich über 100 Fuhren. (Bild: Roman Trittibach)

Der Anhänger rutscht in Schichtlinie weniger ab als der Heckstreuer, was sich nebst mehr Sicherheit auch wesentlich auf die Verteilgenauigkeit auswirkt. Von der Verteilgenauigkeit ist Roman Trittibach besonders begeistert. «Das funktioniert perfekt und ich kann dabei auch sehr flexibel auf dem Feld arbeiten. Bei Bedarf verändere ich die Streubreite mit dem Auswurfwinkel. Das kann beispielsweise am Feldrand der Fall sein, wo ich aufpassen muss, dass ich nicht über die Parzelle hinauswerfe.»

Wurfwinkel und Streuseite sind einstellbar

Der Seitenstreuer kann mit dem Streuwerk mit der Option «Roto» links wie auch rechts der Maschine streuen. Dabei dreht sich der Streurotor stufenlos und es lässt sich somit der passende Wurfwinkel einstellen. Streut man von unten an einen Hang, kann der Auswurfwinkel etwas steiler eingestellt werden, damit der Mist höher an den Hang geworfen wird. Streut man von oben nach unten, stellt man gegenteilig ein. Bei der Standardlösung ist der Streurotor starr verbaut und der Auswurfwinkel und somit auch die Wurfweite kann mit einer Wippe verstellt werden.

Roman Trittibach hat Ausbringmaterial auch schon vom Feldweg aus verteilt. So kann er die Einsatzdauer verlängern, wenn er eine Parzelle wegen Feuchtigkeit noch nicht befahren kann.

«Man muss mit dem Seitenstreuer jedoch behutsam umgehen», sagt Roman Trittibach. «Das Material muss alles durch den Flaschenhals beim Auswurfrotor. Da ist ein guter Materialfluss wichtig und auch der Zustand des Streuguts ist entscheidend. Kompost und verrotteter Mist eignen sich perfekt. Feuchter, knetiger oder strohreicher Mist ist heikel. Es ist wichtig, dass man ein gutes Gespür für die Maschine hat, um Schäden zu vermeiden und Verschleissteile frühzeitig zu wechseln.»

Fremdkörper im Streugut vermeiden

Anfällig ist das System vor allem gegenüber Steinen oder Holzklötzen. Trittibach hält beispielsweise immer einen Antriebsriemen des Streurotors auf Lager. Zudem achtet er beim Grüngut, das er zu Kompost verarbeitet, bei der Anlieferung noch stärker als vorher auf Fremdbesatz, welcher später Schäden an der Maschine anrichten könnte. «Von mir aus gesehen ist hier der Seitenstreuer heikler als ein Heckstreuer. Den gleichen Eindruck habe ich auch betreffend Verschleissteile. Ein Heckstreuer funktioniert bei Verschleiss vermutlich länger als der Seitenstreuer. Wenn da die Planetenmesser verschlissen sind, wird es ein Gemurkse.»

Mit dem Seitenstreuer wird auch Grüngutkompost ausgebracht. (Bild: Roman Trittibach)

Der Streuer hat eine Stauwand. Diese verhindert, dass Material während des Transports zum Feld das Streuwerk zustellt. Sie klappt auf dem Feld nach oben, nachdem die Streueinrichtung gestartet ist. Beim Beladen ist es wichtig, dass die Ladehöhe nicht überschritten wird, damit das Material frei in das Streugehäuse laufen kann. Roman Trittibach hat festgestellt, dass die Breite der Ladeschaufel oder der Krokodilzange einigermassen zur Länge der Ladefläche passen sollte. Bei ihm passt das gut. Er beschickt den Streuer hinten und vorne und kann dann in der Mitte auch noch etwas Material nachlegen. So erreicht er eine regelmässige Ladehöhe.

Mit dem Seitenstreuer erzielt Roman Trittibach eine hohe Schlagkraft und gute Hangstabilität.

Betriebsspiegel
der Familie Trittibach

Roman Trittibach, Oberbalm BE

LN: 18 ha

Kulturen: Mais, Getreide, Gras

Tierbestand: 15 Milchkühe, Aufzucht und 300 Legehennen

Arbeitskräfte: Betriebsleiter, Lehrling, Eltern Betriebsleiter











































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