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Fendt 832 ist die "Farm Machine 2026

Der Fendt 832 Vario wurde an der Agritechnica 2025 nach einer Online-Publikumswahl zur «Farm Machine 2026» gekürt. Zudem bewerteten Fachjournalisten europäischer Landwirtschaftsmagazine, darunter «die grüne», weitere Technikneuheiten.

Kurz & bündig

- An der Agritechnica gibt es viele Auszeichnungen. - Die Wahl der «Farm Machine» ist die wichtigste Auszeichnung. - Fendt ist die «Farm Machine 2026» bei der Publikumswahl. - Maschinenneuheiten sind immer stärker miteinander vernetzt.

An der Agritechnica, der weltgrössten Landtechnikmesse in Hannover, übertrumpfen sich die Hersteller alle zwei Jahre mit ihren besten Neuheiten. Das lohnt sich, denn im Rahmen der Weltleitmesse werden die Technikneuheiten mit diversen Auszeichnungen geehrt.

Die wichtigste Auszeichnung ist der Publikumsaward «Farm Machine». In einer Online-Abstimmung stehen Technikneuheiten aus 13 Kategorien zur Wahl. In jeder Kategorie gibt es eine Vorauswahl von drei Maschinen. Die Konkurrenz ist also gross und das Publikumsinteresse ebenso. Umso mehr freute man sich bei Fendt über den Audience Choice Award für den Fendt 832 Vario.

«Farm Machine»: Begehrteste Auszeichnung in der Landtechnikbranche

In 13 Kategorien, vom Grosstraktor bis zum Spezialtraktor und von der Bodenbearbeitung über die Futterbergung bis zur Logistik, prämieren die Landtechnikredakteure aus zwölf Ländern die Kategoriensieger. Die Organisation erfolgt durch den Deutschen Landwirtschaftsverlag (dlv). Die Sieger bei den Traktorenkategorien haben bei den Herstellern eine besonders hohe Bedeutung. Preise werden in vier Traktorenkategorien vergeben. In der Kategorie Grosstraktoren gewann der mit über 900 PS-starke John Deere 9RX 830 als stärkster Serientraktor der Welt. Die Kategorie Oberklassentraktor gewann der Case IH Optum 440. Bei den Mittelklassetraktoren gewann der Fendt 832 Vario (ebenfalls Gewinner beim Publikumspreis). Bei den Allroundtraktoren gewann der Lindner Lintrac 160. [IMG 2]

Smart und connect, aber mit viel Eisen und Stahl

Die Aussteller an der Agritechnica 2025 haben mit ihren Maschinenneuheiten gezeigt, dass diese immer smarter und vernetzter werden. Dadurch soll das installierte technische Leistungspotenzial höchstmöglich ausgenutzt werden. Die Maschinensteuerung wird automatisiert. Der Fahrer muss sich weniger um die Auslastung der Maschine kümmern. Diese regelt das selber und kann sich dadurch sicherer an der Leistungsgrenze bewegen, ohne Risiko einer Überlastung.

Ballenpresse weiss, was kommt, bevor Schwad in der Maschine ist

Ein Beispiel einer optimierten Maschinensteuerung am maximalen Leistungsgrenzbereich ist die Automatisierung der Auslastung der Quaderballenpresse bei New Holland. Die Leistungsgrenzen solcher Pressen sind hoch.

Wird die Maschine manuell nahe am Grenzbereich gefahren, ist das Risiko einer Überlastung gross. Um hier Unterbrüche zu vermeiden, wird oft viel zu langsam gefahren. Das geht auf Kosten der Produktivität. New Holland zeigte eine Kombination des Pressenüberwachungssystems Intellisense mit einem Lidar-Sensor. Dieser überwacht den Schwad und liefert die Informationen ans Überwachungssystem der Presse.

Der Lidar-Sensor scannt in Echtzeit die Schwadkontur mit Höhe, Breite, Dichte und Struktur. So kann sich die Presse frühzeitig anpassen, bevor der veränderte Schwad in der Maschine ankommt. So kann unter anderem auch die Arbeitsgeschwindigkeit rechtzeitig angepasst werden, damit ein harmonischer Materialfluss gewährleistet bleibt.

Geregelter Reifendruck wird zum Standard

Damit die smarten Maschinen ihre Leistungen erbringen können, benötigen sie Muskeln. Diese zeigen sich in Form von Eisen und Stahl. Die Maschinengewichte erreichen im Acker zum Teil Gewichte von über 40 Tonnen, wie sie auf der Strasse nicht zulässig wären.

Mit Reifendruckregelanlagen kann der Luftdruck auf dem Feld auf das Minimum abgesenkt werden. Dadurch kann die Reifenkontaktfläche zum Boden vergrössert werden und das Gewicht wird breiter verteilt. So kann die Spurbildung vermindert werden, der Reifen sinkt weniger ein. Auch wenn moderne Reifen ein voluminöses Luftpolster für eine grosse Auflage ermöglichen, löst sich das Maschinengewicht nicht in Luft auf. Die Gewichtseinwirkung in den Boden bleibt bestehen und kann nur mit dem Maschinengewicht beeinflusst werden.

Nach dem Luftablass auf dem Feld wird der Reifendruck mit der Regelanlage für die Strassenfahrt wieder erhöht. Die grössten Traktorenhersteller bieten solche Anlagen zum Teil ab Werk an. Dabei ist die Regelung oftmals im Traktormanagementsystem integriert, um dem Fahrer den passenden Druck vorzuschlagen oder diesen gleich selber zu verändern.

Die Nachrüstlösungen werden immer besser

Reifendruckregelanlagen lassen sich auch als Nachrüstlösungen montieren. Man kennt vor allem Systeme mit den Luftschläuchen über den Kotflügel und einer Drehdurchführung der Luft aussen auf der Nabe. Neuere Systeme lösen die Verlegung der Luftschläuche eleganter.

Eine elegante Nachrüstlösung ist die des Technologie-Unternehmens IWN. Dort dient ein Ring als Drehdurchführung für die Luft, welcher auf den Radflansch fixiert wird. Mit dieser Lösung bleibt die Radaussenseite frei von Luftleitungen.

Ausbringfass mit 34 000 Liter Tankvolumen

Ein Kandidat für die Reifendruckregelung ist das neue Ausbringfass von Kumm Technik. Dieses hat ein Tankvolumen von 34 Kubikmetern. Es steht auf drei Achsen und ist mit Reifen der Dimension 900/60 R38 bestückt. Die vordere und hintere Achse haben eine elektrohydraulische Zwangslenkung. Die mittlere Achse hat eine Antriebsleistung von bis zu 160 PS.

Das beeindruckende Gefährt verfügt über eine sieben Meter lange und klappbare Frontansaugstation am Traktor. Am Heck verfügt der Gülletanker über ein Hubwerk mit neun Tonnen Hubkraft für Schleppschlauchgestänge, Grubber, Scheibeneggen und mehr.

Die Agritechnica bleibt auch zu Zeiten von Smart Farming eine Messe, wo Stahlfreunde auf ihre Rechnung kommen.