Herr Decker, was hat Sie bei der Befragung der Landwirte im Rahmen des TrAkzeptanz-Projekts am meisten überrascht?
Am meisten überraschte es mich, dass die Landwirte erneuerbaren Antrieben grundsätzlich offen gegenüberstehen. Das Problem für eine raschere Umsetzung sind die Wirtschaftlichkeit und die derzeit fehlende langfristige Planbarkeit.
Wird es künftig einen einzigen Nachfolger für den Diesel geben?
Davon gehen wir nicht aus. Vielmehr dürften sich verschiedene Antriebslösungen für unterschiedliche Einsatzbereiche entwickeln.
Am meisten Aufmerksamkeit erhalten zurzeit Elektrotraktoren. Wo sehen Sie den Vollelektrotraktor heute schon in der Praxis?
Vor allem bei leichteren und hofnahen Arbeiten mit begrenzter Einsatzdauer. Dort kann die Batterie ihre Vorteile ausspielen. Bei langen Einsätzen und hohen Leistungsanforderungen zeigen sich die heutigen Grenzen deutlich.
Wenn ein Betrieb heute einen Elektrotraktor kauft: Welche Rolle spielt die eigene Photovoltaikanlage?
Eine eigene Photovoltaikanlage kann die Wirtschaftlichkeit deutlich verbessern, weil der Betrieb einen Teil des benötigten Stroms selbst erzeugen kann. Interessant ist auch die mögliche Nutzung der Traktorbatterie als Teil des betrieblichen Energiesystems.
Was müsste sich ändern, damit mehr Landwirte tatsächlich auf alternative Antriebe umsteigen?
Es braucht vor allem mehr Planbarkeit. Dazu gehören verfügbare Maschinen, eine passende Infrastruktur und verlässliche Rahmenbedingungen. Ein Landwirt muss wissen, dass er die Technik auch in zehn Jahren noch sinnvoll betreiben kann.
Steht der Diesel damit langfristig vor seinem Abschied?
Der Diesel wird vermutlich noch längere Zeit eine wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist nicht ein abrupter Ersatz, sondern dass sich für die verschiedenen Arbeiten jeweils die technisch und wirtschaftlich passende Lösung ergibt.


