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Den Notfall im Stall üben

Jeder Landwirt muss auf Störungen im eigenen Stall vorbereitet sein.

Notfälle in Ställen treten heute vermehrt auf, da der Tierhalter immer mehr technische Einrichtungen verwendet, sei es bei der Lüftung, der Fütterung, der Entmistung usw. Sie können besonders in geschlossenen Schweine- und Geflügelställen mit hohem Tierbesatz schwerwiegende Folgen haben. Die Teilnehmer eines Workshops am Weiterbildungskurs der ALB-Schweiz in Tänikon TG erarbeiteten zusammen mit Fachleuten, wie man solchen Störfällen begegnen kann.

Die Bauplanung

Die technischen Weisungen über den baulichen und qualitativen Tierschutz verlangen bei Räumen mit ausschliesslich künstlicher Lüftung mindestens eine funktionstüchtige Alarmanlage oder selbstöffnende Fenster oder ein Notstromaggregat, hält Stefan Werren von der Bell AG fest. Daran muss der Tierhalter schon bei der Bauplanung denken. Adrian Schütz von der Suisseporcs empfiehlt zusätzlich einen Technikraum, von welchem der Betriebsleiter alles zentral steuern und überwachen kann. Wichtig ist auch, dass ein Notstromaggregat und ein Netztrennschalter vorhanden sind. Oft werden Wartung, Service und Kontrolle der Geräte vernachlässigt. Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Notstromaggregat funktioniert, wenn es über Monate oder sogar Jahre nur «herumsteht». Der Landwirt hat manchmal Hemmungen, zu testen, ob die Alarmanlage funktioniert, wenn er z. B. den Strom abstellen muss, stellt Schütz fest. Der Test ist jedoch wichtig, denn oft sind es Kleinigkeiten, die den Alarm verhindern. Geht der Alarm über SMS, dann ist darauf zu achten, dass man auf den Feldern Empfang hat und dass das Abo noch gültig ist. Eine Videoüberwachung des Stalles kann hilfreich sein, wenn der Alarm abgeht und der Landwirt nicht in der Nähe ist.

Hilfe von Fachleuten

Auch wenn der Alarm richtig funktioniert, ist damit noch nicht alles getan. Es gibt Situationen, in denen Hilfe von aussen nötig ist, zum Beispiel von Technikern, der Feuerwehr oder Nachbarn. Die Fachleute legen grossen Wert darauf, dass ein Notfallplan erstellt wird. Dazu gehört eine Liste von Telefonnummern im Wohnhaus und im Stall. Bei einem Brand als «Supergau» habe ein Landwirt sogar die Telefonnummer seiner Frau vergessen, bemerkt einer der Workshop-Teilnehmer. Die Notfallnummer 117 oder 112 gehört unbedingt auf die Liste, aber auch die Telefonnummern von Leuten, die helfen können, zum Beispiel die Nachbarn. Stellvertreter müssen instruiert werden. Nicht nur für diese, sondern auch für den Betriebsleiter selbst braucht es einfache, schriftliche Anleitungen, zum Beispiel für die Umstellung auf den Notbetrieb einer Anlage. Jeder Betrieb, jeder Stall ist anders. Um auf einen Notfall wirklich vorbereitet zu sein, ist es unerlässlich, einen Notfall «durchzuspielen». «Das Wichtigste ist immer das Üben», sind sich die Fachleute einig. Mitarbeiter müssen dabei einbezogen werden. In geschlossenen Ställen müssen sich Türen und Fenster öffnen lassen. Die Zu- und Abluftklappen der Lüftung müssen auf «offen» stehen. «Notfälle gibt es mit zunehmender Technisierung auch in Rindviehställen», ergänzt Franz Sutter von der Agridea. Sie können nicht nur durch Störungen bei der Technik ausgelöst werden, sondern auch durch Fehlmanipulationen oder den Ausfall des Landwirts. Das Zurechtkommen mit der Technik kann zu einer Überlastung des Landwirtes führen. Je mehr Technik im Stall, desto wichtiger ist der Notfallplan.

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