Die ersten zwei Traktoren von Hans «Porschehousi» Bachofner dienten vor allem dem Ackerbau. Bei Hans Bachofner begann im Verlaufe der Zeit jedoch das Sammlerherz zu pochen. Erstmals zeigte sich dies bei einem Traktorenhändler, bei dem er 1975 unter einer Öl-, Russ- und Dreckschicht die Umrisse eines Traktors erkannte.
Zum Vorschein kam ein Porsche Super 308 N mit Dreizylindermotor und 38 PS. Porschehousi konnte nicht widerstehen und wurde sich mit dem Händler einig. Es waren jedoch Reparaturen notwendig. Ein Kolben und die Kurbelwelle waren etwas «angefressen».
Motorenteile sind modular und leicht austauschbar
«Zu jener Zeit gab es noch einige ausrangierte Porsche-Traktoren. Somit war es ein Leichtes, Pleuel, Kolben und Zylinder zu finden, um den Traktor wieder fit zu machen. Ab dann benutzte ich vor allem diesen Traktor für die Feldarbeiten.»
Für Hans Bachofner war die Reparatur keine grosse Herausforderung. Er konnte sich in den Jahren davor bereits viel Fachwissen aneignen und profitierte davon, dass Porsche alle Motoren mit den gleichen Einzelteilen aufbaute.
Ende der 1980er-Jahre baute die Familie Bachofner das Bauernhaus um und musste viel Schutt wegführen. Dank des Nachbarn stand Porschehousi ein Kippanhänger zur Verfügung. Allerdings konnte er diesen nicht kippen, da seine Traktoren nicht über den nötigen Öldruckanschluss verfügten.
Zu jener Zeit fand in der Region eine Versteigerung statt. Dort wurde ein Porsche Super Export 329 mit Dreizylindermotor und 35 PS angeboten. Er funktionierte, hatte aber kleinere Mängel und fand vermutlich deswegen keinen Käufer. Erst nach der Versteigerung wurde sich Hans Bachofner mit dem Verkäufer einig und fuhr mit seinem nun vierten Porsche nach Hause.
Der neueste Porsche war rasch rentabel
«Dieser Traktor-Traktor, den ich damals nach Hause brachte, hatte einen Öldruckanschluss und ich konnte nun den Kipper des Nachbarn bedienen. Da ich den Bauschutt selber wegführen konnte, sparte ich mehr an Transportkosten, als der Traktor gekostet hat», erzählt Bachofner begeistert.
Traktoren mit Ein- bis Vierzylindermotoren
Am meisten Freude hat Porschehousi an seinem Porsche Master mit Vierzylindermotor und 50 PS. Diesen leistete er sich zu seinem 60. Geburtstag. «Dank des Masters waren Porsche-Modelle von einem bis vier Zylindern in meinem ‹Stall› vertreten.» Dank seiner Bekanntheit in der Szene wurden Porschehousi noch einige weitere Modelle zugetragen. Seine Sammlung wuchs zwischenzeitlich auf elf Traktoren. Aus Platzgründen musste er die Anzahl jedoch auf neun reduzieren.
Die Traktorenmarke Porsche
Ferdinand Porsche entwickelte nicht nur Sportwagen, sondern motorisierte auch die Landwirtschaft. 1938 baute er einige Prototypen eines «Volksschleppers». Seine Prototypen hatten luftgekühlte Dieselmotoren, eine modulare Bauweise und eine einfache Wartung. Wegen des Zweiten Weltkriegs verzögerte sich jedoch die Produktion. Die Ideen wurden vorerst beim Hersteller Allgaier als «System Porsche» umgesetzt und auf den Markt gebracht. 1956 wurde die Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH mit einem Werk in Friedrichshafen gegründet. Die Produktion begann unter dem Namen Porsche-Diesel. Bis 1963 wurden rund 125 000 Traktoren gebaut. Aufgrund der Konkurrenz wurde die Produktion 1963 eingestellt. Quelle: www.fahrtraum.at, Hans Bachofner

