Kurz & bündig
- Wichtige Einflussgrössen beim Entscheid, ob eine Bewässerung wirtschaftlich ist, sind der Ertragseffekt, Annahmen zur Häufigkeit und zur Wirkung von Trockenperioden, die Bodeneigenschaften und die Kosten der Bewässerung. - Bei den Bewässerungskosten fallen vor allem die Maschinenkosten ins Gewicht. Entsprechend wichtig ist eine gute Auslastung.
Die Anbaubedingungen, zum Beispiel für Kartoffeln, verändern sich: weltweit und in der Schweiz. Messungen von Meteo Schweiz zeigen, dass die Jahre 2015 bis 2024 die wärmsten seit Messbeginn waren. Kulturen mit grosser Wertschöpfung zu bewässern, wird entsprechend wichtig.
Im Schweizer Ackerbau dominiert die Trommelberegnung mit Regner (Rollomat), ebenfalls bei der (ausser im Kanton Wallis) seltenen Beregnung im Futterbau. Dies zeigt die Agroscope-Studie «Stand der Mechanisierung in der Schweizer Landwirtschaft» aus dem Jahr 2020. Im Gemüsebau ist neben der Trommelberegnung mit Regner die Rohrberegnung von grosser Bedeutung. Zum Einsatz kommen auch der Tropfschlauch sowie die Trommelberegnung mit Balken. Beim Anbau von Beeren dominiert die Tropfschlauchbewässerung.
Bei der Bewässerung die Kosten dem Nutzen gegenüberstellen
Alexander Zorn hat im Jahr 2016 zusammen mit Markus Lips für das Landwirtschaftliche Zentrum Ebenrain einen Bericht zur Wirtschaftlichkeit der Bewässerung ausgewählter Kulturen im Kanton Basel-Landschaft verfasst. Der Auftrag der beiden Agroscope-Forscher war sehr spezifisch. Alexander Zorn sagt, dass sich die Resultate deshalb weder auf die heutige Situation noch auf die ganze Schweiz übertragen lassen.
Dennoch gibt der Bericht wichtige Denkanstösse, indem er sehr komplex verschiedene Klimaszenarien berechnet. «Entscheidend ist die Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen der Bewässerung», sagt Zorn. LandwirtInnen können das grundsätzlich selber kalkulieren oder eine Beratungsperson hinzuziehen. Werden Unsicherheiten berücksichtigt, macht dies die Entscheidungsfindung komplizierter.
Wenige Einflussgrössen und die lokale Anbauerfahrung nutzen
Einfacher ist es, wenn die Landwirtin oder der Landwirt wenige, aber wichtige Einflussgrössen berücksichtigt. Dazu gehören der Ertragseffekt, Annahmen zur Häufigkeit und zur Wirkung von Trockenperioden am betreffenden Standort, die Bodeneigenschaften und die Kosten der Bewässerung.

«Eine bessere Auslastung senkt die Fixkosten der Bewässerung.»
Alexander Zorn, Agroscope
Nicht zu unterschätzen: «Die lokale Anbauerfahrung und der Austausch mit den Betrieben in der Nachbarschaft», sagt Zorn. Zudem helfen Szenarien, wie oft trockene Jahre vorkommen und wie sich die Preise entwickeln, bei der Entscheidung, ob die Investition in eine Bewässerungsanlage sinnvoll ist.
Im Agroscope-Kostenkatalog 2025 ist für eine «Beregnungsmaschine klein, 170 m Schlauch» ein mittlerer Anschaffungspreis von 8300 Franken aufgeführt. Nötig ist dann noch eine Pumpe: Dazu ist für eine elektrische Beregnungspumpe, 22 bis 30 kW (30 bis 40 PS), 58 m3/h, der Betrag von 18'000 Franken aufgeführt.
Wer seine Beregnungsanlage auslastet, senkt Kosten
Diese Faktoren bestimmen die Kosten:
- Wasserbereitstellung
- Beregnungsanlage
- Abschreibungsdauer der Anlage
- Fahrzeuge/Zubehör
- Reparaturen
- Betriebsstoffe
- Arbeitskosten
- Wasserkosten
- Grösse des beregneten Feldes
- Bodentyp
Ins Gewicht fallen insbesondere die Maschinenkosten. Deshalb ist auch die Auslastung eines Gerätes beziehungsweise der Bewässerungstechnik wichtig. Denn senken lassen sich Kosten gemäss Alexander Zorn durch eine bessere Auslastung: dann sinken die Fixkosten je bewässerter Flächeneinheit.
Eine gute Bewässerungssteuerung kann die Effizienz des eingesetzten Wassers erhöhen. Damit befasst sich das Ressourcenprojekt «Integrales Wassermanagement des Kantons Thurgau», das nun in der Umsetzungsphase ist.
Mit einer App Wasserverluste minimieren
Der «Leitfaden Bewässerung» weist darauf hin, dass es für jede Bewässerungstechnik Möglichkeiten gibt, die Wasserverluste zu minimieren. Beim Rollomat mit Starkregner hilft der Raindancer. Mit dieser App fürs Mobiltelefon lässt sich die Beregnung über GPS überwachen und steuern. So kommt es nicht zu Überlappungen bei mehreren Beregnungsdurchgängen pro Parzelle, es gibt keine Beregnung über die Feldgrenze und bei einem Defekt schlägt die App Alarm.
Beim Sprinkler helfen Düsen mit Windschutz. Bei der Tropfbewässerung ist regelmässige Kontrolle nötig, Leckstellen können dann repariert werden.
Um Wasserverlust zu reduzieren, sollte bei viel Wind (mehr als 5 m/s) und Temperaturen über 25 Grad nicht bewässert werden.
Zurück zu den ertragsstarken Kulturen: Bei Kartoffeln bestimmt die Qualität der Ernteprodukte den Preis. Fördert die Bewässerung die Qualität, kann sie für die Wirtschaftlichkeit entscheidend sein.
Rohrberegnung mit Sprinkler
[IMG 3] Bei diesem Reihenregnerverfahren werden eine oder mehrere Regnerleitungen an eine Hauptleitung angeschlossen. Leitungen sind verzinkte Bandstahl- oder Aluminiumrohre mit Schnellkupplungen von 70 bzw. 89 mm Durchmesser. Die Verlegelänge kann bis zu 400 m betragen. Neben der Rohrberegnung sind noch Rohr-Schlauch-Beregnung (kaum mehr angewendet) und auch Flachschläuche mit (Mikro-)Sprinkler bekannt. Die Aufstellung dieser Beregnung richtet sich nach dem Rohrdurchmesser der Regnerleitung, deren Länge, dem Wasserdruck an den Regnern, dem eingesetzten Regner und der verwendeten Düsenweite. Für eine gleichmässige Verteilung hat sich ein Regnerabstand von 12 m und ein Reihenabstand von 12 bzw. 18 m bewährt. Die Rohrberegnung arbeitet mit Schwachregnern und erreicht eine Beregnungsintensität von etwa 5 bar am Hydranten und ca. 2,5 bar am Regner. Weil die Rohrberegnung mit einem hohen Arbeitszeitaufwand verbunden ist, wird sie zu Beginn der Kulturzeit verlegt und am Ende abgebaut. Das ermöglicht bei Bedarf auch sehr kleine Einzelgaben. Der Arbeitszeitbedarf beträgt etwa 15 Min./Gabe. Der Arbeitszeitbedarf für den Auf- und Abbau beträgt etwa 5 bis 6 h/ha. Beim Anbau von Freilandgemüse ist die Rohrberegnung weitverbreitet, ebenso bei der Frostschutzberegnung. Ein wesentlicher Nachteil ist die vergleichsweise wenig gleichmässige Wasserverteilung. Die Fachgruppe Bewässerung von ALB, DLG und KTBL empfiehlt deshalb unter anderem die Kontrolle des Wasserdrucks an den Kreisregnern. www.alb-bayern.de/fgb Quelle: Beratungsblatt «Technik in der Feldbewässerung», Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern, 2024
Mobile Beregnungsmaschine mit Starkregner
[IMG 2] In der Schweiz sind mobile Beregnungsmaschinen mit Starkregner (Rollomat) im Ackerbau am stärksten vertreten. Es gibt sie mit Rohrlängen von 100 bis 1000 Metern und Rohrdurchmessern bis 140 mm. Die Beregnungsmaschinen sind mit Regnern von einer Beregnungsintensität von 15 bis 20 mm/h oder von 21 bis 40 mm/h ausgestattet. Der Energiebedarf für den notwendigen Eingangsdruck beträgt am Regner ca. 4 bis 5 bar. Ein Vorteil der mobilen Beregnungsmaschinen liegt in der hohen Flexibilität; Arbeitsaufwand gibt es nur bei Bewässerungsbedarf. Der Arbeitsbedarf für das Aufstellen und Umsetzen der Maschine beträgt im Schnitt 45 Minuten. Für eine Maschine wird je nach Schlauchquerschnitt, Düsengrösse und Druck eine Wassermenge von 40 bis 80 m3/ha benötigt. Die Fachgruppe Bewässerung der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern (ALB), der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG)und des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) hat den Beregnungsturnus berechnet: In der Hauptwachstumszeit einer Kultur ergibt sich in Trockenphasen bei einer Wassergabe von 25 bis 30 mm ein Turnus von 6 bis 7 Tagen. Die Flächenleistung einer Beregnungsmaschine beträgt je nach Arbeitsbreite und Schlaglänge etwa 3 bis 5 ha/Tag. Gemäss der Fachgruppe ist der Kapitalbedarf im Vergleich zu anderen Bewässerungsverfahren am geringsten: Die variablen Kosten liegen im Bereich von 0,25 bis 0,35 Euro/m3. Da sich die (Arbeits-)Kosten auf Deutschland beziehen, sind die Zahlen mit Vorsicht zu geniessen. www.alb-bayern.de/fgb Quelle: Beratungsblatt «Technik in der Feldbewässerung», Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern, 2024

