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Zwei Landfrauen leisten vollen Einsatz für die Adventsstimmung

Eine Luzerner und eine Aargauer Bäuerin pflegen die Tradition des Adventsfenster in ihren Gemeinden. Öfters müssen auch die Männer anpacken und werden auch schon mal ins Bild integriert.

Einmal hat Erika Hubeli ihren Ehemann in ein Adventsfenster integriert. Den Mantel für den Samichlaus hatte sie fertig genäht, aber das Gerüst für darunter war noch nicht parat. Also legte sich Martin Hubeli für die Eröffnung des Fensters den Mantel kurzerhand selber um und stellte sich zwischen Tännchen und Holzpferd in den Garten. Erst, als er aus dem Bild spazierte, realisierte das Publikum, dass er aus Fleisch und Blut war.

Über 50 Fenster gestaltet

Beim Gedanken an die Gesichter ihrer Gäste in diesem Moment lacht Erika Hubeli heute noch. Sie kann viele solche Geschichten erzählen. Über 50 Bilder hat sie schon gestaltet. Nicht, dass sie schon so manchen Advent erlebt hätte – sie übernimmt einfach in der Regel mehrere Daten pro Jahr.

Zwei Landfrauen leisten vollen Einsatz für die Adventsstimmung
Ein Prachtstück: Diesen Wandbehang hat Erika Hubeli für eines ihrer Adventsfenster selber genäht.

Die Tradition mit den Adventsfenstern hat Erika Hubeli im kleinen Dorf Habsburg vor 21 Jahren eingeführt und organisiert das Projekt bis heute alljährlich. Termine, die sie nicht vergeben kann, übernimmt sie selber. Um den Aufwand im Rahmen zu halten, ist sie auf die kreative Lösung der Erweiterung gekommen: Wenn sie mehrere Daten hat, erweitert sie ihre Bilder jeweils einfach um ein Element.

«Es ist ein Hobby», sagt Erika Hubeli, sie sei eben nicht der Fernseh-Typ. Die gelernte Damenschneiderin schneidert, näht und strickt für ihre Bilder. Oft werden die Accessoires auf den letzten Drücker fertig. Aber allzu früh mag sie nicht damit anfangen, das gehört für sie in die Adventszeit. Dann setzt sie sich abends ins Nähzimmer, hört Weihnachtslieder und geht ihrer kreativen Arbeit nach. «Die Adventszeit mag ich fast noch lieber als Weihnachten selber.»

Nur noch auf Zehenspitzen

Erika Hubeli wiederholt nie ein Bild, aber besonders aufwendige Stücke wie den anfangs erwähnten Samichlausmantel verwendet sie mehrmals. Einmal legte sie ihn über einen Stuhl, im Bett daneben schauten weisse Haare und eine rote Zipfelmütze unter der Decke hervor. Wie Erika Hubeli später erfuhr, ging das Nachbarsmädchen in dieser Zeit nur noch leise an ihrem Haus vorbei, um den Samichlaus ja nicht aufzuwecken.

Ewig wird Erika Hubeli nicht mehr die Miss Adventsfenster von Habsburg sein. «Noch vier Jahre – dann habe ich es 25 Jahre gemacht und das reicht.»

Kein klassisches Fenster

Etwas weniger lang organisiert Nadja Anderhub aus Eschenbach über den Verein «Frau & Familie» die Adventsfenster. Man müsse schon auf die Menschen zugehen, damit die Fenster zustande kämen. «Es ruft dich niemand an und will unbedingt ein Fenster machen», erklärt sie. Ihr eigenes Fenster gestaltete sie unter erschwerten Bedingungen. Einige Wochen zuvor hatte sie sich die Achillessehne gerissen, die musste operiert werden und so geht sie momentan an Krücken.

Beim Aufbau des Adventsfensters ist ihr Mann Steve, ehemaliger Olympionike und Nationalturner, eingesprungen. «Ich habe die Anleitungen gegeben, habe ihn hin und her gejagt und er hat ausgeführt», erzählt Nadja Anderhub lachend.​ Ein klassisches Fenster sucht man vergebens. Inmitten der Christbaumkultur der Familie hat Nadja ihre Kreation gezaubert. Oberhalb der Kultur steht ein kleines Schwedenhäuschen, welches das Paar nach seinen Vorstellungen von einem befreundeten Schreiner hat anfertigen lassen. Das Häuschen dient als Verkaufsladen und schützt die Gäste vor Wind und Wetter. «Die Vorweihnachtszeit ist eine Zeit, in der man gerne mal zusammen sitzt und die schöne Stimmung geniesst, darum war es uns wichtig, dass wir das beim Christbaumverkauf unseren Kunden anbieten können.»

Für ihr Adventsfenster hat Nadja Anderhub aus Eschenbach diverse Sachen zusammengesammelt. Unter anderem eine alte Holztür und einen längst vergessenen Schlitten.
Für ihr Adventsfenster hat Nadja Anderhub aus Eschenbach diverse Sachen zusammengesammelt. Unter anderem eine alte Holztür und einen längst vergessenen Schlitten.

Pestizidfreie Tannenbäume

Die Kultur wird übrigens ganz ohne Pestizide bewirtschaftet. Denn mitten durch die Bäume fliesst ein kleiner Bach, was das Spritzen umständlich machen würde. So suchte die Familie eine Alternative zu den üblichen Spritzmitteln und wurde fündig. Shropshire-Schafe mögen keine Tannenbäume, weiden aber das Unkraut und Gras rundherum ab. Wer also einen unbedenklichen Christbaum in die Stube stellen möchte, ist in Eschenbach an der richtigen Adresse.

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