Wenn es um die Wahl meines liebsten Urlaubsziels im Ausland geht, bin ich schon seit langem der nördliche Typ, genauer gesagt Skandinavien. Sei es mit meinen Fischer-Kumpels nach Schweden zum Angeln oder mit der Familie nach Dänemark zum Heimatort meiner lieben Schwiegermutter. Ja, ihr habt richtig gelesen: liebe Schwiegermutter. Auch diesen Sommer durften wir wieder zwei super Wochen zuoberst in Dänemark verbringen.
Wehende Landesflaggen
Was in Skandinavien besonders auffällt, ist, dass jedes noch so kleine Häuschen in irgendeiner Form die Landesflagge gehisst hat. Als die Ferien einmal mehr viel zu schnell vorüber waren, stand zu Hause in der Schweiz auch schon unser Nationalfeiertag, der 1. August, vor der Tür und überall hingen Schweizer Fahnen. So schnell die Fahnen aufgehängt werden, so schnell verschwinden sie dann auch wieder im Estrich oder im Keller. Warum eigentlich?
Wenn man in der Schweiz die Landesfahne im Garten stehen hat, hat man schnell den Ruf eines verknorzten, konservativen SVP-Wählers, der gegen alles und jeden ist. Schade, wenn man bedenkt, wie viel Nationalstolz die Skandinavier haben und trotzdem gelten sie als fortschrittlich, offen und sozial. Leider wird zu oft Nationalstolz in den gleichen Topf mit Nationalismus geworfen.
Es fehlt an nichts
Ich für meinen Teil bin froh, in der Schweiz leben zu dürfen. Denn es geht mir und meiner Familie gut, obwohl ich immer und immer wieder über die hohen Steuern, Krankenkassenprämien usw. fluche, und es fehlt uns eigentlich an nichts. Fehlt einem doch etwas, muss man sich überlegen, ob man das Fehlende wirklich braucht. Mir fehlt ein Fahnenmast mit der Schweizer Fahne im Garten. Und das werde ich zeitnah und ohne schlechtes Gewissen ändern.

