Von der Milch zum Käse – ein Besuch auf dem Königsweg

Samira Furrer ist mit ihrem Grosi auf Entdeckungsreise beim Käseproduzenten Emmentaler AOP gegangen. Die Schaukäserei bietet eine Tour für Alt und Jung an.

Am Wochenende habe ich eine landwirtschaftliche Exkursion gemacht. Ich bin mit meinem Grosi ins wunderschöne Emmental gefahren. Wir haben natürlich nicht nur die schöne und hüglige Landschaft genossen, sondern haben uns auch weitergebildet. Bei einem Besuch in der Emmentaler-Schaukäserei haben wir viel gelernt.

Warum grössere Emmentaler AOP Laibe?

Nach der Schaukäserei folgte eine Wanderung entlang des Königswegs, um mehr über die Geschichte des Emmentaler AOP zu erfahren. Ein Emmentaler Käselaib wiegt 120 kg. Doch warum, denn Appenzeller- und Gruyèrekäse sind viel kleiner? Es ist deswegen, weil früher, als der Käse exportiert wurde, der Zoll pro Stück bezahlt hat, nicht wie heute pro Kilogramm. Ich habe ausserdem gelernt, dass die Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Milch zu Emmentaler AOP verarbeiten, nicht weiter als 20 Kilometer von der Schaukäserei entfernt sein dürfen.

Darüber hinaus haben wir auf dem Königsweg eine selbstgeführte Tour gemacht und sehr viel über die Produktion und die Geschichte des Emmentaler AOP erfahren. Zum Beispiel, dass es für einen ganzen Laib 1200 Liter Milch braucht. Doch nun zum Teil, der mich am meisten berührt hat und mich auch ein wenig zum Nachdenken gebracht hat.

Wertschätzung der Bauern war früher höher

Die Landwirtschaft wurde zu jener Zeit sehr hoch geschätzt, denn alle wussten, dass sie ohne die Milch der Bauern ein Problem haben. Jeder und jede hat auf den Bauernhöfen geholfen und niemand hat sich gegen die Bauern gewehrt. Ich wünsche mir aus tiefstem Herzen, dass nur die Hälfte dieser Dankbarkeit und des Vertrauens wieder da wären. Ich bin nicht ein Fan des Spruchs «Früher war alles besser». Doch in dieser Hinsicht stimmt es voll und ganz.

Samira Furrer ist in Holziken AG aufgewachsen. Ihr war bereits als kleines Mädchen klar, dass sie Landwirtin werden wollte. Beim Äussern des Berufswunsches stiess sie in ihrer schulischen Laufbahn manchmal auf Kritik, aber nichtsdestotrotz verfolgte sie ihren Traum weiter. Sie absolviert ihr zweites Lehrjahr auf dem Batthof in Schlossrued AG bei Familie Ackermann, einem Milchviehbetrieb mit eigener Nachzucht. Ihr Ziel ist es, einen riesigen Hofladen zu führen.