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Umweltfreundliche Ernährung: Das Klima auf dem Teller

Was wir essen, hat einen Einfluss auf die Umwelt. Doch wie sieht eine Ernährung aus, die dieser nicht schadet?

Wir haben es in der Hand. Oder besser gesagt auf dem Teller. Was wir essen, soll natürlich Genuss und Freude bereiten, es hat aber auch einen Einfluss auf die Gesundheit und wirkt sich auf das Klima aus. Mit kleinen und grösseren Schritten können wir die eigene Ernährung klimafreundlicher gestalten – ohne gleich zum Vegetarier oder zur Veganerin zu werden. Die vielfältigen Produkte aus der Schweizer Landwirtschaft machen es möglich.

Der Klimawandel findet statt. Dies spürt insbesondere auch die Landwirtschaft, die immer mehr unter Extrem-Ereignissen wie Hitze, Trockenheit und Starkregen leidet. Aber es sind alle Menschen betroffen, und alle Wirtschafts- und Konsumbereiche sind gefordert, den Treibhausgas-Ausstoss zu reduzieren. Nur so besteht die Chance, das international verbindliche Klimaziel von Paris zu erreichen, unter 1,5 Grad Erderwärmung zu bleiben.

Bei der Ernährung ist die ganze Wertschöpfungskette gefragt, von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Konsumentenschaft. Dieser Artikel beschränkt sich aber auf die klimafreundliche Ernährung gemäss dem derzeitigem Stand der Wissenschaft und der Ökobilanzen.

Der Anteil der Ernährung

Die Ernährung, von der Produktion bis zum Verzehr, hat einen Anteil von rund 25 Prozent an der Gesamtumweltbelastung und den Treibhausgas-Emissionen in der Schweiz. Der Anteil der tierischen Produkte beträgt rund 43 Prozent.

Verschiedene Studien zeigen, dass der ökologische Fussabdruck um die Hälfte reduziert werden könnte. Der Bundesrat nennt in der Botschaft zur zukünftigen Ausrichtung der Agrar- und Ernährungspolitik zwei zentrale Ziele für die nachhaltige Ernährung: zum einen, dass man sich an der Lebensmittelpyramide der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) orientiert, was auch gut für die Gesundheit ist.

Konkret sollen weniger Fleisch und deutlich weniger «Extras» genossen werden. Zu den «Extras» zählen Süsses, Snacks und Alkohol. Zum anderen ist die Vermeidung von Lebensmittelverlusten (Food Waste und Food Loss) ein weiterer wichtiger Faktor.

Saisongerecht und sättigend: Polenta-Bällchen mit Gemüse. Je nach Jahreszeit können die Zutaten variiert werden.
Saisongerecht und sättigend: Polenta-Bällchen mit Gemüse. Je nach Jahreszeit können die Zutaten variiert werden.

Klimabewusst einkaufen

Doch wie könnte eine klimabewusste Ernährung konkret aussehen? Machen wir ein Beispiel mit einer fiktiven Konsumentin namens Elisa.

Bevor Elisa einkauft, konsultiert sie den Kühlschrank und die Vorräte. Sie plant die Menüs mit den Lebensmitteln, die noch vorhanden sind und bald gebraucht werden sollen. Food Waste zu vermeiden, hilft mit, Klimagase zu senken: Denn zum eigentlichen Lebensmittel, das wir wegwerfen, gehört auch die Energie, das Wasser und alles andere, was es brauchte, um es herzustellen.

Für den Alltag kauft Elisa keine Getränke ein, sondern nur für spezielle Anlässe; denn in der Schweiz ist Hahnenwasser gesund und nachhaltig. Im Vergleich zu Mineralwasser weist Hahnenburger eine minime Umweltbelastung auf. Ab und zu kauft Elisa Teekräuter aus der Schweiz, im Sommer pflückt sie Pfefferminze oder Zitronenmelisse direkt von den Töpfen auf dem Balkon oder dem Garten. Der Kaffee trägt das Bio- und Fair-Trade-Label und ist ein bewusster Genuss.

Was kommt woher?

Beim Gemüse achtet Elisa auf saisonale und regionale Ware. Das ist im Laden gar nicht so einfach zu erkennen, denn einiges wird das ganze Jahr angeboten. Da hilft es, die Etiketten zu lesen und den Saisonkalender zu konsultieren. Anfang April gibt es etwa Rüebli, Randen, Sellerie, Lauch oder Wirz. Wärmeliebende Gemüse wie etwa Tomaten oder Gurken hingegen kommen derzeit entweder aus dem geheizten Gewächshaus oder sind importiert – das belastet die Treibhausgas-Bilanz bei Anbau und Transport. So hat eine Wintertomate aus dem mit fossiler Energie geheizten Gewächshaus einen rund zehnmal höheren Klima-Fussabdruck als eine saisonale Tomate aus dem ungeheizten Folientunnel.

Bei den Früchten wählt Elisa im April Lagerware wie Äpfel oder Birnen, ergänzt durch getrocknete oder eingemachte Früchte. Obst, das mit dem Flugzeug importiert wurde, ist manchmal gekennzeichnet mit «by air». Bei einer klimafreundlichen Ernährung sollte man solche Früchte möglichst meiden, denn der Lufttransport verursacht 25- bis 100-mal mehr Treibhausgas-Emissionen als der Transport mit dem Schiff. Kürzlich entdeckte Elisa in einem Bioladen Kiwis aus der Region, und ab und zu kauft sie eine Banane, Mandarine oder eine Orange zur Abwechslung.

Was ist mit Fleisch?

Elisa mag Fleisch und wählt solches aus einheimischer, nachhaltiger Produktion. Sie wechselt ab zwischen Fleischstücken, die man nur kurz braten muss, und solchen, die länger gegart werden, wie etwa Siedfleisch oder Ragout. Ab und zu bereitet sie ein Suppenhuhn zu, was zudem eine nahrhafte Bouillon ergibt.

Es muss aber nicht jeden Tag Fleisch sein. Elisa liest in den Empfehlungen der SGE, dass zwei bis dreimal mal pro Woche aus Umwelt- und Gesundheitssicht ideal sind. Also ergänzt sie ihren Menüplan mit bekannten vegetarischen Gerichten wie Käsespätzli, Gemüsewähe oder Älplermakronen. Zudem probiert sie neue Kombinationen aus wie Linsenbolognese, Gerstotto mit Bohnen oder Kichererbsen mit Buchweizen-Blinis.

Online-Werkzeugkasten zum Thema Ernährung und Umwelt: www.werkzeugkastenumwelt.ch

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