Der Bund unterstützt die Deklassierung von 6,1 Millionen Litern AOC-Wein in Tafelwein mit 10 Millionen Franken. Damit soll ein Beitrag dazu geleistet werden, die übervollen Weinkeller in der Schweiz zu leeren. Mit dem Wegfall des Gastrokanals nach dem Lockdown hatte sich die ohnehin schon angespannte Situation nochmals deutlich verschärft. An der Ausschreibung für diese Marktabräumung konnten sich nur Betriebe in Kantonen beteiligen, die verschärfte Bestimmungen des Bundes zu den Höchsterträgen pro Quadratmeter Anbaufläche einhielten (BauernZeitung vom 5. Juni). Der Löwenanteil der Zahlungen, nämlich rund 8,5 Millionen Franken, fliesst in die grossen Weinbaukantone der Westschweiz, wie auf der Webseite des Bundesamts für Landwirtschaft ersichtlich ist.
- 3,7 Millionen Franken gehen an 21 Betriebe im Kanton Wallis.
- 2,6 Millionen Franken an 55 Betriebe im Kanton Genf.
- 2,3 Millionen Franken an 14 Betrieben im Waadtland.
Diese ungleiche regionale Verteilung war absehbar und ist darauf zurückzuführen, dass der Bund seine Beiträge proportional zu den Rebflächen der Kantone entrichtete. In der Weinbranche der Deutschschweiz hielt sich die Begeisterung über diese Deklassierungsaktion in engen Grenzen. Lieber hätte man es etwa gesehen, wenn mehr Gelder in die innovative Bewerbung von Schweizer Weinen geflossen wäre. Dennoch stimmte die Branche der meisten Deutschschweizer Weinbaukantonen nach dem Motto «Wer will, soll mitmachen können», den verschärften Vorgaben zu den Höchsterträgen zu. Bemerkenswert ist, dass der Kanton Bern mit seinem grossen Anbaugebiet etwa am Bielersee sich nicht an der Aktion beteiligte.
Und so verteilen sich die Gelder der Deklassierungsaktion auf die übrigen Kantone:
- 282 000 Franken gehen an acht Betriebe im Kanton Schaffhausen.
- 277 000 Franken an drei Betriebe im Tessin.
- 263 000 Franken an elf Betriebe im Kanton Aargau.
- 170 000 Franken an drei Betrieb im Kanton Thurgau.
- 161 000 Franken in den Kanton Neuenburg.
- 150 000 Franken an acht Betriebe in den Kantonen Graubünden und St. Gallen.
- 78 000 Franken an neun Betrieben in den Kantonen Zürich und Schwyz.

