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Sie sind bereit fürs Christkind

Die Bäuerinnenpräsidentinnen verbringen Weihnachten unterschiedlich, trotzdem gibt es viele Gemeinsamkeiten. Wir haben nachgefragt.

Die Zentralschweizer Bäuerinnenpräsidentinnen berichten von ihrer Adventszeit, von Traditionen und wie sie Weihnachten verbringen. Was auffällt: alle mögen Dekorationen, Guetzli und Kerzen. Zudem nehmen sich viele dieses Jahr mehr Zeit, um Karten zu schreiben. Corona hat uns allen wohl etwas mehr Zeit verschafft, um Dinge zu erledigen, die sonst auf der Strecke bleiben.

Auf der Kerzen Runde

Lotti Baumann, Präsidentin der Aargauer Landfrauen, ist dieses Jahr stark aufgefallen, dass ihre Festtage ruhiger werden. Es sei für sie entspannter, wenn es keine Geheimnistuerei mehr gebe. Am Heiligen Abend seien alle Kinder zu Hause, das sei sehr wichtig. «Das Ganze soll so einfach wie möglich sein», erklärt sie. Einmal im Jahr zu Weihnachten gebe es Tatar und Lachs vom Metzger. Auf jedem Fenstersims, im Garten und im Hauseingang stehen echte Kerzen, die sie immer wieder neu anzünde. «Sogar unsere Söhne machen den Kerzendienst und ­helfen beim Erneuern und Anzünden abends», erzählt sie und freut sich.

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Jeder bringt etwas mit

Die Präsidentin der Luzerner Bäuerinnen, Regula Bucheli, geniesst das Schreiben von Karten bei Musik und Kerzenlicht. «Aufs neue Jahr wird die Liegenschaft an unseren Sohn überschrieben.» Das sei gerade nochmals Grund zu feiern, berichtet Regula Bucheli. Als Menü für Heiligabend wurde Schweinsfilet im Teig gewünscht. Jeder bereite einen Teil des Menüs zu und das werde dann zusammengetragen. «Wir haben auch zusammen Guetzli gemacht. Alle haben drei verschiedene Sorten gebacken, dann wurde alles aufgeteilt.» Eine praktische Lösung. Geplant hätte sie noch einen Besuch in ihrer Ostschweizer Heimat in Gossau bei den Eltern. das sei wegen Corona aber nun noch offen.

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Die Weihnachtsgeschichte weitergeben

«Bei unserem Älteren, Robin, kommt dieses Jahr das erste Mal bewusst das Christkind», erklärt Monika Lussi, die Präsidentin der Nidwaldner Bäuerinnen. Mit einem Adventskalender – jeden Tag habe es ein Schöggeli für ihn gegeben – und vielen Adventsgeschichten, haben sie ihn aufs Christkind vorbereitet. Es sei schön, ihn zu begleiten, letztes Jahr habe er das noch zu wenig verstanden. Die jüngere, Ronja, höre ebenfalls gespannt zu, wenn sie Geschichten erzähle. «Robin weiss, dass wenn es kein Schöggeli mehr gibt im Adventskalender, dann kommt das Christkind», erzählt Monika Lussi. Er habe viele Dinge gefragt, zum Beispiel, wie das Christkind komme, ob mit dem Auto oder dem Velo. «Ich tauchte selber wieder in eine andere Welt», berichtet Lussi.

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Traditionsmenü an Heiligabend

«Eine Tradition bei uns ist das Chräpfle mit den Kindern.» Bei Petra Rohrer, der Co-Präsidentin aus Obwalden, helfen alle mit und freuen sich aufs Vernaschen der Köstlichkeiten. Die Jungs sogar noch in der Arbeitshose. Am 24. Dezember feiert Petra Rohrer zusammen mit ihrem Mann und den drei Kindern. Ab Mittag wird gemeinsam der Christbaum dekoriert. Es gebe an diesem Tag das Traditionsmenü: Russischer Salat mit einem feinen Schinkli. Petra Rohrer geht mit ihrem ältesten Sohn Dominik in die «Christmetti». Er ist Ministrant und das sei ein Höhepunkt, dass er nun dort ministrieren könne, so die Bäuerin.

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Das Vieh kommt heim

«Dieses Jahr feiern wir wirklich nur familienintern, am Heiligen Abend mit meinem Mann und den Kindern», berichtet Fränzi Gasser. Die Feste von 25. und 26. Dezember finden nicht statt. Zum dritten Adventssonntag stellt die Co-Präsidentin der Obwaldner Bäuerinnen jeweils ihre Krippe auf. «Die Kinder helfen mit, wir sammeln Moos und stellen die Krippe auf», erzählt sie. Die Krippe brauche mehr Platz als ihr Christbaum. Sie habe die Krippenfiguren von einer Künstlerin, die jeweils am Weihnachtsmarkt sei. Eine Art Schwarzenberger-Figuren, aber mit Gesicht. Sie möge es, wenn die Figuren einen Ausdruck im Gesicht hätten. Am 24. Dezember morgens stehen alle Kinder, auch jene die nicht mehr zu Hause wohnen, voller Vorfreude bereit. Dann wird das Vieh vom Bergbetrieb in den Talbetrieb begleitet.

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Gemeinsame Zeit ist das Wichtigste

«Dieses Jahr mussten wir die traditionellen Weihnachten etwas umstrukturieren», erklärt Alice Gwerder, Präsidentin der Schwyzer Bäuerinnen. Sie haben eine sehr grosse Familie und normalerweise jeweils pro «Seite» ein grosses Familienfest. Heiligabend verbringt Alice Gwerder mit ihrem Mann und den vier Kindern zu Hause. «Wir machen Tischgrill, ganz einfach.» Wichtiger als das Essen sei die gemeinsame Zeit. In der Adventszeit hat Alice Gwerder mit ihren Kindern Guetzli gebacken und Weihnachtskarten gebastelt. In schöner Stimmung, auch dank des vielen Schnees, der dieses Jahr gefallen ist. Dazu hören sie gerne Musik und zünden Kerzen an.

Fondue Chinoise ist Tradition

In der Vorweihnachtszeit hatte Erika Bütler, Präsidentin der Zuger Bäuerinnen, viel mit der Apéro-Gruppe der Zuger Bäuerinnen zu tun. Sie konnten grössere Mengen Weihnachtsguetzli und Lebkuchensterne produzieren. Viele Firmen hatten keine Apéros, dafür wurden Geschenke bestellt. «Ich mache jedes Jahr eine Weihnachtsdekoration vor dem Haus, das ist mir wichtig und gefällt mir», so Bütler. Weihnachten feiert die Zugerin dieses Jahr im kleinen Rahmen. Ansonsten seien sie eine grosse Familie, die sich treffe. «Seit die Kinder klein waren, gibt es Fondue Chinoise und das wird immer noch gewünscht», so die Präsidentin. Daran wird nicht gerüttelt, die Kinder liebten das.

Im letzten Moment

«Ich bin wieder mal – einmal mehr – vor den Weihnachten noch unterwegs», erzählt Margrith Gisler, Präsidentin der Urner Bäuerinnen. Jedes Jahr passiere ihr das, sie müsse kurz vor den Festtagen noch viel erledigen. Dieses Jahr habe sie nicht viele Weihnachtsguetzli gemacht, aber Chräbeli werde es bis Weihnachten noch geben, das seien nämlich ihre Lieblinge. «Dieses Jahr gibt es beim Familienessen Tischgrill», es solle niemand lange in der Küche stehen. Danach sei der Plan, die Weihnachtsmesse zu besuchen.

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