Der Lützelhof von Benno und Karin Dillier ist sehr vielseitig. Sie haben mehrere Standbeine: Landwirtschaft, Hofladen, im Sommer Schlafen im Stroh, Events auf dem Bauernhof und Blumen zum Selberschneiden. Der Betrieb war bis 1993 ein Klosterbetrieb, welcher zum Kloster Einsiedeln gehörte. Heute ist der Lützelhof im Besitz des Kantons Schwyz.
Beliebte Adventsausstellung
Karin Dillier ist nicht auf einem Landwirtschaftsbetrieb aufgewachsen, hat jedoch den Bezug dazu durch ihre Grossmutter. Von ihr, welche ihre Familie als Selbstversorgerin ernährt hat, bekam sie viele Tipps und Tricks zum Garten und zur Kräuterkunde.
Karin Dillier ist gelernte Optikerin, arbeitet jedoch nicht mehr auf dem Beruf. Sie ist voll auf dem Landwirtschaftsbetrieb und im Haushalt engagiert. Im Sommer macht sie zusammen mit der Schwiegermutter und der Nachbarin mit den Blumen von ihren Feldern schöne Sträusse, welche im Hofladen und im Dorf verkauft werden. Die Adventszeit gefällt der Bäuerin sehr, obwohl es eine strenge Zeit ist. «Ich selber bin nicht so traditionell, ich mag Dekorationen in Weiss und Creme», schwärmt sie. Bei den Kunden käme immer noch das klassische Rot am besten an.
Karin Dilliers Basteltipp: Tannenzapfen wirken immer gut
Verschiedene kleine und grosse Tannenzapfen findet man ganz einfach in den Wäldern. Diese können je nach Dekoration ganz verschieden wirken. Mit normaler Dispersionsfarbe oder mit Spray, mit Schneespray oder mit Glanz können sie verschönert werden.
Zum Beispiel kann man die Zapfen gut mit Schneespray besprayen und direkt danach Glitzer über den Schneespray streuen. So hält der Glitzer. Das sei günstig, einfach und sehe sehr gut aus, erklärt Karin Dillier.
Wenn die Zäpfchen an die Wärme kommen, gehen sie auf. Je nach Grösse und Form der Tannenzäpfchen wirken sie anders im Adventsgesteck.
Weihnachten auf dem Hof
«Mit dem Weihnachtsmarkt hat bereits die Schwiegermutter angefangen, das hat schon lange Tradition», erzählt Karin Dillier. Sie hatte Weihnachten schon immer gern und ist eine sehr kreative Frau. Es hat mal klein angefangen: Erst habe sie nur für die Familie dekoriert, dann kam eines zum anderen. Schon bald richtete sie eine Kaffeecke und einen Ausstellungsraum ein. An der Bäuerinnenschule gab sie Kurse in Handarbeiten wie Kerbschnitzereien und Heuworkshops. Das Handwerk hat Karin Dillier zusammen mit ihrer Schwiegermutter an Kursen und Weiterbildungen erlernt. «Ich kenne den Betrieb, seit ich klein bin. Als Kind kam ich zum Kerzenziehen auf den Lützelhof und half Adventsgestecke zu machen», erklärt Karin Dillier.
«Der Weihnachtsmarkt hat schon lange Tradition auf dem Lützelhof.»
Karin Dillier zum Adventsmarkt, der jeweils am ersten Advents-wochenende stattfindet.
Am Weihnachtsmarkt auf dem Hof gebe es ein Zelt mit den Adventsgestecken, selbst gemachte Weihnachtskrippen vom Schwiegervater Hans Dillier und den Hofladen mit diversen Geschenkkörben. Dazu komme eine Kaffeestube mit Desserts und Kuchen und ein Glühwein- und Bratwurststand. Dieses Jahr hätten sie auch ein Holzkarussell aufgestellt und die Kinder konnten «Steckenbrot» backen. Gesamthaft braucht es für das Adventsmarktwochenende mehr als zehn Personen, die mithelfen.
Christbaum wird geliefert
Die Bäume kaufen Dilliers von zwei Christbaumproduzenten zu. «Es sind alles Schweizer Bäume», so Karin Dillier. Innerhalb von Pfäffikon liefern sie die Bäume sogar direkt an die Käufer. Das werde sehr geschätzt.
«Das A und O im Hofladen sind Nischenprodukte, die es sonst nicht gibt.»
Karin Dillier über ihre Strategie.
Exklusive Produkte
Der Hofladen besteht seit 1993/ 1994 und wurden von den Schwiegereltern eröffnet. Im 2017 haben Benno und Karin Dillier den Betrieb von ihnen übernommen. Die Remise haben sie im Verlauf der Jahre fürs Schlafen im Stroh umgebaut und neben dem Hofladen gibt es ein Büro und einen Verarbeitungsraum für die Direktvermarktung. Die Produkte im Hofladen sind saisonal und werden teilweise von Landwirten und Produzenten aus der Umgebung dazugekauft. Es gibt sogar geräuchertes Fleisch, geröstetes Rapsöl, hausgemachten Eierlikör und Milchprodukte von zwei Käsereien aus der Region. Im Winter sind auch Raclette und Fondue in ihren Regalen zu finden. «Das A und O im Hofladen ist es, Nischenprodukte zu finden, die es nicht überall gibt», erklärt Karin Dillier. Das Produkt müsse so speziell sein, dass die Kundschaft extra deswegen in den Hofladen komme. Das Fleisch der eigenen Schottischen Hochlandrinder sei beispielsweise sehr beliebt. «Der Kunde muss sich im Hofladen wohlfühlen. Es muss ansprechend und hygienisch sein», erklärt die erfahrene Direktvermarkterin.
Ausbildung von Lernenden
Auf dem Lützelhof sind zwei Lernende beschäftigt. Es sei zu spüren, dass im Moment die Anzahl der Lernenden allgemein eher rückläufig ist, sagt die Bäuerin. Im Normalfall hat Familie Dillier einen Lernenden im ersten oder zweiten und einen im dritten Lehrjahr beschäftigt. So könne der Ältere dem Jüngeren helfen und es sei bereits etwas Erfahrung vorhanden im Umgang mit Maschinen. Das bedeute auch Sicherheit, da es doch viele Strecken auf den Hauptstrassen zu fahren gebe.
Die Parzellen des Lützelhofs sind weit verteilt. Zum ganzen Hof gehören 35 ha Land. Der Betrieb und sämtliches Land werden in Pacht bewirtschaftet.
Freizeit ist wichtig
«Einmal in der Woche gehe ich ins Yoga und ein- bis zweimal walken», erzählt Karin Dillier von ihrem Ausgleich zum Alltag. Es sei wichtig, sich diese Zeit zu nehmen.
Weitere Informationen: www.luetzelhof.ch
Betriebsspiegel Lützelhof
Betriebsleiter: Karin und Benno Dillier mit Tobias und Patrick
Lage: Pfäffikon, 460 m ü. M.
LN: 35 ha Pachtland
Tiere: Milchvieh BS 35–40 Stück / Schottische Hochlandrinder zehn bis 15 Stück. Einige Hühner und Ziegen
Arbeitskräfte: Lernende, Eltern von Benno Dillier, Söhne, Teilzeit-Helferinnen im Sommer

