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Mobilfunkempfang: Die Ängste gegenüber 5G lassen sich sachlich nicht begründen

Mit der zunehmenden Verbreitung des Mobilfunkstandards 5G nehmen auch die Befürchtungen bezüglich Strahlungsintensität zu. Unser Gastautor erklärt, warum diese Ängste unbegründet sind.

Die meistbenutzte App in der Schweiz ist die Wetterapp von Meteo Schweiz. Wir alle profitieren von immer treffsichereren Wetterprognosen, die wir per Mobilfunk abrufen können. Melkroboter ohne Mobilfunk? Kaum denkbar, denn die Alarme werden aufs Mobiltelefon geschickt und sind essenziell für den sicheren Betrieb, wo immer die verantwortliche Person sich befindet. Mit 5G ist der nächste Mobilfunkstandard im Aufbau. Dies weckt viele Ängste, die sich aber aus sachlicher Sicht nicht begründen lassen.

Schnellere Datenübertragung, tiefere Reaktionszeiten

Die neuste Mobilfunkgeneration 5G sorgt für eine schnellere Datenübertragung und tiefere Reaktionszeiten, womit auch abgelegene Gebiete ans Breitband-Internet angeschlossen werden können. Verschiedenste Anwendungen von der eigenen Homepage, Werbung für den Hofladen, Ferien auf dem Bauernhof bis hin zum technischen Betrieb verschiedenster Anlagen wie Melkroboter und Futterautomat profitieren von dieser schnellen, nicht ortsgebundenen Anbindung ans Internet.

Die Gegner(innen) des Ausbaus von 5G führen ins Feld, dass der neue Standard mit einer stärkeren, gesundheitsschädlichen Strahlenbelastung verbunden sei. Rein aus physikalischer Sicht lässt sich dies im Vergleich zu 4G (dem bisherigen Mobilfunkstandard) nicht begründen.

Weniger Strahlung pro Dateneinheit

Ganz im Gegenteil. 5G ist nämlich eine Weiterentwicklung des 4G-Standards. Es werden grundsätzlich dieselben Frequenzen und Wellen benutzt. Die Verschlüsselung der Daten ist aber viel effizienter geworden, da die bestehenden Funkbänder stärker aufgeteilt werden und deshalb pro Dateneinheit weniger Strahlung benötigt wird. Man kann es mit dem römischen und arabischen Zahlensystem vergleichen. Die Zahl «33» benötigt in unserem arabischen Zahlensystem zwei Ziffern. Im römischen Zahlensystem sind es sechs Ziffern, nämlich «XXXIII». Das arabische Zahlensystem stellt also eine geschicktere Codierung dar. Bildlich gesprochen ist bei 5G statt die Strahlung für sechs Ziffern nur die Strahlung für zwei notwendig.

Eine andere wichtige Weiterentwicklung von 5G sind intelligente Mobilfunkantennen, die ihre Strahlen nur dorthin senden, wo auch Daten bezogen werden. Andere Nutzer(innen) sind dadurch deutlich weniger Strahlung ausgesetzt. Wer sich wegen der Strahlung um seine Tiere sorgt, der hat somit mit 5G in den meisten Fällen eine bessere Technologie zur Verfügung.​