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Matthys Marti ist sowohl als Landwirt als auch Langlauf-Spezialist naturverbunden

Hochbetrieb im Langlaufshop und Melkdienst im Stall: Matthis Marty aus Rothenthurm schaut auf einen intensiven Winter zurück. Dies insbesondere deshalb, weil er nach einem Unfall seinen verletzten Bruder auf dem Landwirtschaftsbetrieb vertrat.

Für Langlaufgebiete in tieferen Lagen hätten die beiden vergangenen Winter unterschiedlicher kaum sein können. Im Winter vor einem Jahr waren die Loipen, wenn überhaupt, nur einige Tage in Betrieb. Dieses Jahr gab es nebst vielen Betriebstagen auch noch Rekordfrequenzen. Das spürte auch Matthis Marty aus Rothenthurm, welcher über die Wintermonate unmittelbar neben der Langlaufloipe ein Sportgeschäft betreibt.

Einsatz nach Unfall

Für Matthis Marty war die vergangene Saison doppelt intensiv. Da sein Bruder Josef Marty im letzten Jahr einen Maschinenunfall hatte, war er auch für den Grossteil der Arbeiten auf dem Landwirtschaftsbetrieb zuständig. Zusammen bewirtschaften die beiden Brüder einen kleinen Milchwirtschaftsbetrieb am nördlichen Dorfrand von Rothenthurm. Nicht nur auf dem Heimbetrieb ist Matthis Marty eng mit der Landwirtschaft verbunden, auch im Zusammenhang mit dem Loipenbetrieb ist seine Nähe zur Bauernsame ein Vorteil. «Da sowohl der Loipenverantwortliche Lukas Grab wie auch ich selber in der Landwirtschaft tätig sind, ist die Kommunikation zwischen den Landbewirtschaftern und uns einfacher», so Matthis Marty.

Bauer präpariert Loipen

Im Gebiet Rothenthurm, welches auf nur 900 m ü. M. liegt, ist das Präparieren der Loipe mit bescheidenen Schneemengen alltäglich. «Wir arbeiten dadurch oftmals mit Schneetöff und Walze, damit wir die Grasnarbe möglichst nicht verletzen», so Marty. Zudem sei das Loipenfahrzeug mit Gummiraupen ausgestattet, was den Boden zusätzlich schont. Das Einvernehmen mit den Bewirtschaftern sei in den vergangenen Jahren gut gewesen.

«Langläufer hinterlassen wenig Abfall.»

Sie seien naturverbunden, kommentiert Loipenbetreuer Matthis Marty.

Rund fünf Stunden dauert eine normale Präparation der 20 Loipenkilometer ohne Neuschnee. Dabei durchquert das Fahrzeug Parzellen von rund 50 verschiedenen Landbewirtschaftern. Pro Laufmeter Loipe erhalten diese bei 60 Betriebstagen vom Verein Finnenloipe Rothenthurm rund 80 Rappen Entschädigung ausbezahlt. Das allerdings nur auf normalem Grünland, nicht für BFF-Flächen, welche im Hochmoorgebiet weit verbreitet sind.

Mitte März ist Schluss

«Die Vegetation setzt im Frühling im Bereich der Loipe schon etwas später ein», so Langlaufspezialist Marty weiter. Mitte März wird die Loipe normalerweise geschlossen und die rund 600 Markierungspfähle werden entfernt. Dazu wird die Strecke abgelaufen und Abfall eingesammelt. «Die Langläufer sind grundsätzlich ein naturverbundenes Volk, die gefundene Abfallmenge ist jeweils klein», so Marty.

Corona-Massnahmen, viel Schnee und der eingeschränkte Alpin-Skibetrieb führten zu rekordhohen Frequenzen auf der Finnenloipe Rothenthurm. Nicht selten waren alle 170 Mietski-Sets von Matthis Marty im Einsatz. Auch der Material-Nachschub stockte. Phasenweise waren die Langlaufski-Lieferanten vollständig ausverkauft.

Mehr Zeit für Sport

Jetzt nach Abschluss der Saison kann Marty viele zurückgestellte Arbeiten in seinem Shop und auf dem Hof aufarbeiten. Über die Sommermonate arbeitet er auf dem Bauernhof und bereitet die nächste Wintersaison seines Geschäftes vor. Zudem ist er dann selber sportlich vermehrt aktiv.

«In meinem ersten Winter war die Loipe keinen Tag offen.»

Klimatische Schwankungen ist der Shop-Betreiber Marty gewohnt.

Der fitte 70-Jährige bestreitet gerne Orientierungsläufe. Aber auch Bergläufe, Biken und im Winter natürlich Langlaufen sind seine Leidenschaft. Diese Freude zum Langlaufen war vor gut 30 Jahren auch ein Grund, warum er den Langlaufshop übernommen hat.

Schwankungen sind normal

«In meiner ersten Wintersaison 1989 /1990 konnten wir die Loipe wegen Schneemangels keinen einzigen Tag öffnen», erinnert er sich. Grosse Schwankungen im Geschäftsverlauf waren für ihn somit noch nie etwas Aussergewöhnliches.

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