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Krise lässt Verbands-Präsidentinnen Zeit für andere Arbeiten – Teil 2

Auch diese Woche berichten vier Frauen über ihre Arbeit, Familie, Verband und Bauernhof während der Corona-Zeit.

Bereits vergangene Woche hat die BauernZeitung berichtet, was die Präsidentinnen der kantonalen Bäuerinnenverbände Zentralschweiz und Aargau während der Corona-Zeit machen und wie sie die Situation erleben. Diese Woche erzählen die beiden Co-Präsidentinnen des Landfrauenverbands Obwalden, Fränzi Gasser und Petra Rohrer, Margrith Gisler vom Urner Bäuerinnenverband und Lotti Baumann vom Aargauer Landfrauenverband. Die Frauen erleben den Alltag auf dem Landwirtschaftsbetrieb ziemlich normal, da es auf dem Hof und im Garten immer etwas zu tun gibt. Die meisten berichten aber, dass die Sitzungen, die ausfallen, definitiv Entlastung bringen. Vor allem Homeschooling gebe zu tun. Es brauche auch mehr Zeit, um die Ämtli unter den Kindern zu verteilen. Es stelle schon eine Herausforderung dar, alle so zu beschäftigen, dass niemand Langeweile oder weniger als der Andere zu tun habe.

Margrith Gisler, Urner Bäuerinnenverband

Margrith Gisler lebt mit ihrem Mann Sepp auf dem Haldi ob Schattdorf. Sie haben drei fast erwachsene Töchter (Jg. 1997, 1999 und 2002) und einen kleinen Betrieb mit Walliser Schwarznasenschafen, drei Pferden und im Winter Rinder «am Futter». Die Schafe sind die absoluten Lieblinge von Margrith Gisler. Ihr Mann hat eine eigene Tiefbaufirma und sie macht dort und für den Betrieb das Büro. Zudem ist sie als medizinische Schreibkraft im Homeoffice tätig und versorgt die Tiere. Als Bäuerinnen-Präsidentin ist sie seit einem Jahr im Amt, davor war sie
zwei Jahre im Vorstand.

Als Hamsterkäuferin gesehen

Im Moment sei schon alles sehr speziell, sie gehe oft nur einmal im Monat richtig einkaufen, weil sie so abgelegen wohne und es nicht gerne mache. Auch letzte Woche habe sie ihr Einkaufs-wägeli gefüllt und sei richtig vorwurfsvoll angesehen worden. Sie werde von den anderen Leuten wohl als «Hamstererin» verurteilt.

Viel Disziplin gefragt
Die jüngeren Töchter absolvieren die Schultage zu Hause vor dem Computer. Sie finde es super, wie die Jungen mit ­Videochat, Skype und allem umgehen und diszipliniert arbeiten würden. Auf ihrem Betrieb laufe alles normal. Die Bäuerinnen würden viel per Whatsapp oder E-Mail zusammenarbeiten, eine Sitzung wäre sicherlich einfacher.

Krise lässt Verbands-Präsidentinnen Zeit für andere Arbeiten – Teil 2

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Margrith Gisler schläft Pfähle ein.

Fränzi Gasser, Landfrauenverband Obwalden

Fränzi Gasser lebt mit ihrem Mann, vier Kindern zwischen 14 und 22 Jahren und dem 14-jährigen Pflegekind in Lungern. Sie führen einen Milchwirtschafts-Dreistufenbetrieb nach Bio-Richtlinien. Fränzi Gasser arbeitet als Hauspflegerin im Heim in Lungern, sie ist Kantonsrätin und Pflegemutter seit 22 Jahren. Ganz neu leitet sie die bäuerliche Beratung und Vermittlung Obwalden. Im Landfrauenvorstand ist Fränzi Gasser seit einem Jahr und seit März 2020 Co-Präsidentin.

Start im neuen Amt
Sie und Petra Rohrer hätten die Landfrauen gerne an der ersten Klausurtagung als neue Co-Präsidentinnen begrüsst, das würden sie noch nachholen. Die Vorstandsarbeit werde improvisiert und locker umgesetzt, es sei aber schon herausfordernd.

Homeschooling fordert
Ihnen sei vom ersten Tag an wichtig gewesen, eine klare Struktur in den Alltag zu bringen. Ausschlafen gibts nur am Wochenende. Zur Zeit sei sie froh, keine Sitzungen zu haben, das Homeschooling fordere viel Zeit zum Helfen. Zuhausebleiben mache der Familie nicht viel aus, sie würden die gemeinsame Zeit sehr geniessen, obwohl die Kinder die Schulfreunde sehr vermissen würden. Auf dem Hof gebe es aber zum Glück viele Ämtli zu verteilen, um die Mannschaft zu beschäftigen. Auch das Privileg, einfach nach draussen zu können, sei toll.

Krise lässt Verbands-Präsidentinnen Zeit für andere Arbeiten – Teil 2

Fränzi Gasser beim Backen mit ihren Kindern.

Petra Rohrer, Landfrauenverband Obwalden

Petra Rohrer lebt zusammen mit ihrem Mann Werni und den drei Kindern im Alter von fünf, sieben und neun Jahren in Sachseln. Sie führen einen Milchwirtschaftsbetrieb, im Sommer sind sie auf der Älggialp und produzieren Käse. Nebenbei haben sie 20 Bienenvölker und Petra Rohrer arbeitet in einem 40-Prozent-Pensum bei der Spitex Obwalden. Seit 2015 ist sie im Vorstand der Landfrauen und seit März 2020 zusammen mit Fränzi Gasser Co-Präsidentin.

Vorteil Bauernhof
Ihr Arbeitsalltag läuft wie gewohnt weiter. Bei der Spitex drehe sich vieles um die aktuelle Weltlage. Da keine Sitzungen stattfinden, ist sie im Moment mehr zu Hause. Ihre Kinder sind ebenfalls den ganzen Tag daheim, was sehr speziell sei. Am Morgen seien sie mit Lernen beschäftigt und am Nachmittag seien alle draussen. Gerade in dieser speziellen Lage schätze sie den Alltag auf dem Landwirtschaftsbetrieb sehr. Auch für die Kinder sei das ein grosser Vorteil. Sie möchte sich den Alltag in einer Blockwohnung nicht vorstellen.

Landfrauen wahrnehmen
Im Kanton Obwalden sei es wichtig, gestärkt in der Landwirtschaft auftreten zu können. Die Synergien zwischen Landfrauen und Landwirten sollten genutzt werden. Auch im politischen Sinn, da sei es schön, wenn die Landfrauen in diesen Belangen vermehrt wahrgenommen würden.

Krise lässt Verbands-Präsidentinnen Zeit für andere Arbeiten – Teil 2

Petra Rohrer ist mit Homeschooling beschäftigt.

Lotti Baumann, Aargauer Landfrauen

Lotti Baumann lebt mit ihrem Mann und den vier Kindern zwischen 16 und 21 Jahren in Beinwil am See. Sie betreiben auf ihrem Bauernhof Milchwirtschaft und Obstbau, vor allem Kirschen. Lotti Baumann arbeitet zudem noch beim Haushaltsservice der Aargauer Landfrauen und für den Verein Swiss Tavolata. Im Landfrauenverband ist sie seit 2015 im Vorstand, seit 2016 als Präsidentin.

Reise wurde verschoben
Die Generalversammlung der Aargauer Landfrauen konnte noch knapp durchgeführt werden am 11. März. Sie hätten zwar schon «fast ein schlechtes Gewissen gehabt», wegen Corona, seien aber nun froh, dass die Versammlung gut durchging. Diverse Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Auch die Reise der Landfrauen nach Estland und Lettland wurde verschoben.

Zeit für den Garten
Von ihren Kindern sind zwei noch in der Lehre, sie sind jeweils am Berufsschultag, einmal die Woche, zu Hause und haben Fernunterricht. Auf dem Hof läuft gemäss Lotti Baumann alles rund, ihre Arbeiter aus dem Ausland sollten Ende Mai kommen. Sie hoffe nun das Beste, dass diese dann einreisen dürften. Der Haushaltsservice sei ganz heruntergefahren und auch bei Swiss Tavolata habe sie im Moment keine Arbeit. So könne sie zu Hause im Garten und draussen viel machen.

Lotti Baumann beim Ostereier basteln mit Jimmi.

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