ABO

Jetzt hat Bern wieder einen eigenen Wein – «durch und durch ein Berner»

Dank dem Winzer Matthias Rindisbacher gibt es nach Jahrhunderten wieder edlen Traubensaft aus der Bundeshauptstadt. Früher war Rindisbacher Architekt, nun kümmert er sich Vollzeit um seine beiden Rebberge.

Auf dem sogenannten Wyssloch, praktisch gegenüber vom Paul-Klee-Zentrum, wurde 2017 ein Rebberg auf dem 1,4 Hektaren grossen Gelände angelegt. Dahinter steckt die Idee des Berners Matthias Rindisbacher von der Weinmanufaktur Bern. Er erforschte, dass es vor rund 400 Jahren Berner Stadtwein gab. Dann findet man nichts mehr über eigenen Berner Stadtwein in den Geschichtsbüchern. Jetzt hat Rindisbacher ihn wieder zum Auferstehen gebracht, indem er ebendiese Reben pflanzte.

Taufe mit Besuch des Stadtpräsidenten

Vergangenes Jahr war es so weit: Etwa 3500 Flaschen der Weissweinsorte Sauvignac konnten nach der erfolgreichen Ernte gekeltert und in die Flaschen abgefüllt werden. Diese stehen nun sowohl Privatpersonen wie auch Unternehmen aus der Gastronomie zur Verfügung. «Es het, solangs het», sagt Matthias Rindisbacher. Kürzlich hat er unter dem Beisein von Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried den Wein mit dem Namen «Vin de Berne» in seiner Weinmanufaktur am Dählholzliweg getauft.

Alec von Graffenried zeigte sich dabei stolz und erzählte Spannendes vom damaligen Stadtwein. Doch wohl noch stolzer ist der 68-jährige Herzblutwinzer Matthias Rindisbacher: «Der ökologisch produzierte Wein ist durch und durch Berner: Hier gewachsen, gekeltert und verkauft», sagte er.

Vom Architekt zum Vollzeit-Winzer

Mit Liebe entstand das neue Produkt. Man spürt es auch beim Degustieren, dass viel Herzblut dahintersteckt. Und spricht man mit Matthias Rindisbacher über seine Passion zum Winzern, kommt er ins Schwärmen: «Schon meine Eltern hatten einen Rebberg im Tessin. Es gibt ihn seit 1961. Jetzt schaue ich auch mit meinen vielen freiwilligen Helfern dazu.»

Zudem betreibt der Winzer auch noch seinen Rebberg in Seftigen. Rindisbacher ist damit ausgelastet. Seinen früheren Beruf als Architekt übt er nicht mehr aus, sondern beschäftigt sich nur noch mit seinen Reben.

Denn immerhin entstehen regelmässig rund fünf Sorten aus eigener Hand. Wer sich gerne mal umschauen möchte und mit dem Berner Winzer philosophieren will, ist in seiner Weinmanufaktur persönlich willkommen oder kann sich auf seiner Website ein Bild über den stolzen Winzer «de Berne» machen.

Weiterlesen