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In Sachen Wetter nichts Neues zum Frühlingsbeginn?

Das Frühjahr steht vor der Tür – doch bringt dieser Wechsel auch Veränderungen beim Wetter mit sich?

Der 1. März stellt den meteorologischen Frühlingsanfang dar. Dieses Datum spielt zwar vor allem eine administrative Rolle und ist für das Wettergeschehen nicht speziell relevant – dennoch ist zu spüren, dass die Tageslänge zunimmt und es in grossen Schritten Richtung Frühling geht. Doch macht sich das auch im Wetter bemerkbar? Geht der Winter tatsächlich zu Ende und gibt es zum meteorologischen Frühlingsbeginn auch einen Wetterwechsel?

Ab wann ist eigentlich Frühling?

Im Jahreskalender gibt es einen meteorologischen und einen astronomischen Frühlingsanfang. Der meteorologische ist der 1. März, der astronomische (oder kalendarische) Frühlingsbeginn ist der 22. März 2022.

Für die Prozesse in der Atmosphäre ist diese Benennung etwas verwirrend, denn für den Wetterverlauf ist eigentlich der astronomische Frühlingsbeginn wichtiger als der meteorologische. Denn am 22. März ist die «Tagundnachtgleiche», das bedeutet, dass in dieser Phase auch die Energiebilanz der Atmosphäre das Vorzeichen wechselt: Ab dem astronomischen Frühlingsanfang trifft in unseren Breiten tagsüber mehr Energie durch die Sonne ein, als über Nacht abgestrahlt wird – und dies hat natürlich bedeutende Auswirkungen auf den Witterungsverlauf.

Der 1. März hingegen ist ein Datum für die Buchhaltung. Während der Februar noch zum Winterquartal gezählt wird, werden die Tage ab dem 1. März bis zum 31. Mai zum Frühlingsquartal gezählt. Diese klare Abgrenzung ist nötig, um homogene Monats- und Jahreszeiten-Mittelwerte berechnen und die Jahreszeiten in der Klimatologie einordnen zu können. Für die Atmosphäre hat der 1. März hingegen keine besondere Bedeutung.

Und auch im Wettergeschehen stellte sich der 1. März 2022 als nicht besonders aussergewöhnlich heraus. Wie die Tage zuvor und die Tage danach – und wie so viele Tage vorher diesen Winter – war der 1. März trocken, hochdruckbestimmt und weitgehend sonnig.

Ein kalter Wind aus Russland

Der Winter 2021/ 22 war nämlich durch mehrere, teils sehr lang andauernde Hochdruckphasen geprägt, die nur ab und zu von turbulenten Westwind-Phasen unterbrochen wurden. Auch zum meteorologischen Frühlingsanfang sind auf den ersten Blick keine unmittelbaren Anzeichen zu finden, dass sich dieses Wettermuster ändert und so sind die ersten Märztage mehrheitlich sonnig und trocken verlaufen. Vorerst hat der Frühlingsanfang also nichts Neues im Wettergeschehen gebracht.

Allerdings deuten sich in den Mittelfrist-Prognosen der Wettermodelle ein paar Muster an, die die letzten Monate nur sehr selten zu sehen waren. So erreicht am Wochenende etwa ein Schub Kaltluft aus Osten den Alpenraum. Während der Wintermonate war dieses Muster selten anzutreffen. Es erreichten zwar immer wieder mal Kaltluftvorstösse die Schweiz, diese kamen jedoch meist aus Sektor Nordwest bis Nordost, wobeidie Luftmassen aus dem Nordatlantik oder dem Nordpolarmeer stammten. Die Luftmasse, die uns nun am Wochenende erreicht, hat ihre Herkunft jedoch über dem kontinentalen Festland von Russland – und ist daher deutlich trockener. Die Folge ist eine Bisenlage mit trockener Luft und Frostwechsel.

Prognosen sind aktuell unsicher

Solche Kaltluftvorstösse aus Osten sind immer auch mit einer erhöhten Prognoseunsicherheit verbunden, da sie sich meist von der grossräumigen Höhenströmung abkoppeln und damit oft ein schwer vorhersehbares Eigenleben führen. Ein weiteres Muster, das diesen Winter praktisch nie zu beobachten war, zeichnet sich dann gegen Ende der zweiten Märzwoche ab. Dann nimmt die Tiefdruckaktivität über dem Atlantik wieder zu. Anstatt direkt vom Atlantik nach Mitteleuropa scheint sich die Zugbahn der Tiefs jedoch mehr in den westlichen Mittelmeerraum zu verschieben. Die Folge davon ist, dass die Höhenströmung über den Alpen auf Südwest bis Süd dreht: Es zeichnet sich also seit langem wieder mal eine Südföhnlage ab und damit auch Niederschlag für die Alpensüdseite. Dies kommt nicht ganz unerwartet, denn während der Übergangsjahreszeiten sind Südföhnlagen klimatologisch am häufigsten: Die klassischen Föhnmonate sind der April, Mai, Oktober und November. Doch nach der langen Durststrecke verdient es die Alpensüdseite auf jeden Fall, wenn dieses Jahr diese Frühlings-Föhnphasen nun bereits etwas früher auftreten.

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