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Unsere vier Tipps zur Hofkommunikation

Die richtige Kommunikation will gelernt sein. Gerade nach der Hofübergabe gilt: «lieber reden statt nur denken». Helene Wahlen vom Inforama erklärt, was beide Generationen dabei beachten sollten und gibt einige hilfreiche Tipps.

Bei der Hofübergabe ist die Kommunikation eines der wichtigsten Elemente. So früh wie möglich müssen die abtretende und die übernehmende Generation ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ängste kundtun.

Wie aber kommuniziert man plötzlich offen über persönliche Themen, wenn man das nicht seit eh und je gemacht hat? Vielleicht hat man bisher innerhalb der Familie hauptsächlich über das Wetter, die Milchleistungen und den Kartoffelanbau gesprochen und jetzt soll man plötzlich seine Gefühle äussern. Folgende Tipps können helfen, die Kommunikation zu optimieren.

Termine zum Gespräch vereinbaren

Der Sohn ist am Güllen, der Vater am Mistführen und nach dem Abendstall wollen beide Feierabend machen und sich ihren Partnerinnen oder Familien widmen. Wie soll da Zeit für klärende Gespräche bleiben? Da gibt es nur eine Lösung: Termine abmachen. Zum Beispiel wird alle zwei Wochen ein Termin vereinbart, an welchem jeder sagen darf, was aus seiner Sicht in den letzten zwei Wochen gut und schlecht gelaufen ist. Dabei fängt man am besten immer mit etwas Positivem an, dann das Schlechte einbringen und wieder mit etwas Gutem abschliessen.

Kommunizieren will gelernt sein

Wir kommunizieren nur zu einem kleinen Teil durch das Gesagte und zu einem grossen Teil durch den Tonfall und die Körpersprache. Haben Sie im gestrigen Gespräch also nicht die richtigen Worte gefunden, ist dies nur halb so schlimm. Versuchen Sie doch beim nächsten Gespräch, auch auf den Tonfall zu achten und beim übernächsten besonders auf die Körpersprache. Drehen Sie sich Ihrem Gegenüber zu und schauen Sie ihm in die Augen. Wählen Sie einen Tonfall, in dem auch Sie angesprochen werden möchten. Erst wenn Sie Körpersprache und Tonfall im Griff haben, kommen ihre Worte richtig an. So kommen Sie Schritt für Schritt ans Ziel.

Ich-Botschaften anstatt Du-Botschaften

Sätze, welche mit «Du» beginnen, sind oftmals anklagend und vermitteln dem Empfänger, dass sich der Botschaftsübermittler eine Stufe höher sieht. Versuchen Sie Botschaften wie «Du hast den Kühen heute wieder zu wenig Heu gegeben» zu ersetzen durch eine Ich-Botschaft wie zum Beispiel «Ich habe bemerkt, dass die Kühe heute zu wenig Heu erhalten haben. Es tut mir leid für die Kühe, wenn sie vor der leeren Krippe stehen und bitte dich, ihnen in Zukunft mehr Heu zu geben.» Der Satz besteht nun aus einer Ich-Botschaft mit einer Sachaussage – «die Kühe haben zu wenig Heu erhalten» – einem Teil in dem meine Bedürfnisse oder Gefühle ausgedrückt wer-den – «die Kühe tun mir leid» – und einem Appell – «in Zukunft bitte mehr Heu geben».

Vermutungen führen zu Missverständnissen

Die meisten Missverständnisse entstehen durch Vermutungen. Nehmen wir zum Beispiel an, die Schwiegermutter fragt die Schwiegertochter, ob sie ihr Gemüsebeet jäten soll. In den meisten Fällen ist dies eine sachliche Frage und die Schwiegermutter möchte der Schwiegertochter im besten Fall etwas abnehmen. Für die Schwiegertochter kann diese Frage jedoch sehr viele Bedeutungen haben: und zwar dann, wenn sie die Frage nicht sachlich und wohlwollend, sondern emotional und negativ aufnimmt. Es könnte das Gefühl aufkommen, die Schwiegermutter habe den Eindruck, das Gemüsebeet sei voller Unkräuter. Oder die Schwiegermutter vermittelt der Schwiegertochter im schlimmsten Fall, sie sei nicht fähig, zum Garten zu schauen. Wer ist nun also in der Pflicht? Einerseits die Schwiegermutter, indem sie sich vor solchen Fragen überlegt, welche Gefühle bei der Schwiegertochter aufkommen könnten. Andererseits muss aber auch die Schwiegertochter lernen, nicht hinter jeder Aussage und Aktion der Schwiegermutter böse Absichten zu vermuten.

Richtiges kommunizieren will gelernt sein und die Kommunikation beginnt schon, bevor wir etwas sagen. Im Idealfall reflektieren wir deshalb unsere Körperhaltung, den Tonfall und auch das Gesagte bereits, bevor wir es aussprechen.

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