Um auch im Winter draussen arbeiten zu können, sollten die Handschuhe winddicht, kälteisolierend, am besten wasserabweisend und trotzdem luftdurchlässig sein. Sonst sind verschwitzte Hände schnell die Folge. Die Liste an Anforderungen und Einsatzmöglichkeiten für Winter-Arbeitshandschuhe ist also lang. Deshalb werden sie aus unterschiedlichen Materialien hergestellt. Was steckt hinter diesen Materialien und welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich?
Warm und elastisch
Thinsulate-Fütterung: Viele Winter-Arbeitshandschuhe werden mit Thinsulate gefüttert. Der Vliesstoff besteht aus Mikrofasern, die um einiges dünner sind als normale Polyesterfasern. Dadurch dämmen sie besser und verhindern Wärmeverluste. Feuchtigkeit, wie zum Beispiel Schweiss, kann trotzdem entweichen.
Isofill®-Faser: Die patentierte Faser Isofill® wird ebenfalls häufig zur Fütterung von Arbeitshandschuhen verwendet. Die synthetische Faser ist innen hohl, wodurch sie ein sehr geringes Eigengewicht aufweist und Feuchtigkeit aufnehmen kann. Ihre Wärmeeigenschaft ähnelt der von Daunen.
Spandex: Für mehr Elastizität bestehen viele Handschuhe aus einem Spandexgemisch. Spandex ist auch unter dem Namen Elasthan bekannt. Elasthan ist eine stark elastische, synthetische Faser, die Stoffen immer nur beigemischt wird. Sie ähnelt Gummi, ist aber deutlich fester und haltbarer.
Zertifizierter Kälteschutz
Die Mindestanforderungen an Arbeitshandschuhe für den Schutz vor Kälte sind in der Norm DIN EN 511 festgelegt. Die darunter zertifiziertenHandschuhe schützen vor Konvektionskälte, d h. vor durchdringender Kälte aufgrund von niedrigen Aussentemperaturen und vor Kontaktkälte, d. h. bei direkter Berührungvon kalten Oberflächen. Wie gut die Handschuhe gegen diese Arten von Kälte schützen, wird in vier Leistungsklassen von null bis vier angegeben. Diese stehen unter dem Prüfzeichen. Je höher die Ziffer, desto höher ist auch der Schutz. Die erste Ziffer gibt die Leistungsklasse für die Konvektionskälte an, die zweite Ziffer zeigt die Klasse hinsichtlich der Kontaktkälte. Die letzte der drei Ziffern bildet ab, ob die Handschuhe wasserdicht sind oder nicht. Eins bedeutet, dass im Test über 30 min. kein Wasser eingedrungen ist. Null heisst, dass die Handschuhe den Test nicht bestanden haben. [IMG 2]
Verschiedene Lederarten im Handel
Winter-Arbeitshandschuhe aus Leder bieten einen Mittelweg zwischen hohem mechanischem Schutz und gutem Tastempfinden. Das Leder passt sich an die Konturen der Hand an und ist dabei trotzdem atmungsaktiv. Im Handel hat man die Auswahl zwischen Handschuhen aus Narben- und Spaltleder.
Narbenleder: Auch Vollleder genannt, ist die obere Schicht einer Lederhaut. Die Haarseite ist an der glatten Fläche gut erkennbar. Es ist sehr beständig gegen Fette, Öle und vor allem Feuchtigkeit. Durch die glatte Struktur eignen sich Arbeitshandschuhe aus diesem Material gut für alle Tätigkeiten, bei denen der Tastsinn gefragt ist.
Spaltleder: Beim Spaltleder wird hingegen die obere Narbenschicht entfernt und nur die mittlere Hautschicht verwendet. Seine Textur ist somit sehr rau und faserig. Dadurch können Feuchtigkeit, Öle und Fette leichter in die rauen Fasern eindringen und sich festsetzen. Dafür sind Handschuhe aus diesem Leder preisgünstiger und weisen eine höhere Schnittfestigkeit auf als Modelle aus Narbenleder.
Alternative für Latex
Damit Handschuhe wasserabweisend sind, werden sie häufig mit Latex beschichtet. Diese Beschichtung bringt aber auch Nachteile mit sich. Sie ist z. B. nicht für Latexallergiker geeignet und hält nur bedingt Ölen und Chemikalien stand. In diesen Punkten schneiden Handschuhe mit Nitrilbeschichtung besser ab und stellen eine geeignete Alternative dar. Nitril ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Stickstoff. Handschuhe aus diesem Material sind sehr elastisch und reissfest und in allen gängigen Geschäften für Arbeitsbekleidung zu finden.

