«Es gibt kein prägnanteres Symbol für Nachhaltigkeit, Lebendigkeit und Vergänglichkeit als einen Baum. Bäume tun der Welt gut; sie sind als Sauerstoffproduzenten für die Menschheit lebensnotwendig.» Davon ist Luzius Gschwind, Vorstandsmitglied Gärtnermeisterverband beider Basel, überzeugt. Als ihm Tobias Eggimann von der Geschäftsstelle HEV (Hauseigentümerverband) Baselland von der Idee, zum 101. Geburtstag 101 Obstbäume zu pflanzen, erzählte, sei er sofort begeistert gewesen. Dieser erklärt seinerseits, wie der Verband auf die Idee der Baumpflanzaktion kam. «Hauseigentümer haben die Möglichkeit, im eigenen Garten Bäume zu pflanzen», hält er fest.
Beziehung zum Baum
«Der Entscheid fiel zugunsten von Obstbäumen, weil die Besitzerinnen zu ihnen im Laufe der Zeit eine Beziehung aufbauen können.» Schliesslich bräuchten diese Bäume Pflege, man müsse sich mit ihnen befassen. Im Gegenzug würden sie im Sommer Schatten und im Herbst Früchte spenden, erklärt er weiter. Vor 100 Jahren betrug die Bevölkerung Basellands rund 70 000 Personen; heute sind es fast 300 000 Personen in zehnmal mehr Wohneinheiten als damals. Der Verband weist auf diese Veränderung hin und stellt fest, im dicht besiedelten Gebiet steige das Bedürfnis nach «Natur» zusehends. Deshalb will er anlässlich des Jubiläums zusammen mit dem Gärtnermeisterverband attraktive Gartenprojekte vorschlagen und lädt die Mitglieder ein, einen Halb- oder Hochstamm-Obstbaum zu sponsern. Als Ziel sieht er 101 Bäume.
Rare Sorten gewählt
Auslesen können die Spender aus acht alten und raren Sorten: Hauszwetschge Rinklin, Birne Kaiser Alexander, Kirsche Schauenburger und Basler Adler, Quitte Konstantinopel, Apfel Roter Boskoop Schmitz-Hübsch und Roter Sauergrauech sowie Mirabelle de Nancy. Zur Auswahl sagt Luzius Gschwind: «Wir versuchten einerseits möglichst regional verbreitete und alte Sorten auszuwählen, die robust sind. Andererseits sollen die Früchte gut sein, so dass die Bäume den Besitzern viele Jahre Freude bereiten.» Sie würden feststellen, dass Obstbäume in Privatgärten eine regelrechte Renaissance erleben. Das sei in Zeiten von Digitalisierung, Globalisierung und Corona verständlich. Schliesslich würden Obstbäume nicht nur schön aussehen, sondern eben auch Früchte tragen. Die Idee wurde Mitte Juni 2021 im Verbandsorgan publiziert. Ein Baum kostet 500 Franken. Dieser Betrag beinhaltet den Baum, den Transport zum Pflanzplatz, das Pflanzen, Pflegetipps sowie ein Andenkenschild am Stützpfosten des Jungbaums, das ans Jubiläum erinnern soll. Der Preis sei symbolisch und beinhalte auch einen Beitrag an die Jubiläumsfeierlichkeiten. Tobias Eggimann freut sich: «Die ersten paar Dutzend Bäume wurden bestellt. Insgeheim hoffen wir, dass am Ende vielleicht gar über 101 Bäume gepflanzt werden können.» Fünf Mitgliedsbetriebe des Gärtnermeisterverbands verteilt über das ganze Baselbiet werden die Pflanzungen durchführen. Luzius Gschwind schmunzelt und fügt ein Sprichwort aus Uganda an: «Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor 20 Jahren. Die nächstbeste Zeit ist jetzt …»
Weitere Informationen: www.hev-jubilaeum.ch/baumaktion

