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Eine Beratungsperson im Team kann den Erfolg und die Freude am Unternehmen steigern

Häufig treffen Betriebsleitende alle wichtigen Entscheidungen alleine oder im Kreise der Familie. Dabei würde es sich oftmals lohnen, eine externe Beratungsperson ins Boot zu holen, weiss Gastautorin Anja Schmutz.

Welche Arbeiten stehen an und welche sind prioritär zu behandeln? Mit welchem Stier besame ich die brünstige Kuh Bonita? Das ist nur ein Bruchteil von Fragestellungen, welche ein Landwirt oder eine Landwirtin im Verlauf einer Arbeitswoche zu beantworten hat. Zugegeben, dies sind nicht jene Fragen, welche für grosses Kopfzerbrechen sorgen und dennoch müssen sie gut überlegt sein. Bei komplexeren Fragestellungen sieht es etwas anders aus: Welche Betriebszweige passen auf meinen Betrieb? Lohnt sich die Investition in einen Neubau oder Umbau? Nebst den eigenen Interessen und Fähigkeiten müssen bei komplexeren Fragestellungen noch unzählige andere Faktoren berücksichtigt werden. Dazu gehören zum Beispiel der Markt oder umweltpolitische Themen. Unabhängig davon, ob es sich um eine alltägliche oder komplexe Fragestellung handelt, gilt:

  • Vier Augen sehen mehr als zwei und das Gespräch mit einer neutralen und unvoreingenommenen Beratungsperson kann ein Thema objektiv und umfassend beleuchten.
  • Die Landwirtschaftsbetriebe von heute sind grösser und spezialisierter als früher und das Umfeld, in dem wir uns bewegen, vielschichtiger.

Der Landwirt als CEO

Betriebsleitende haben Stärken und Schwächen sowie persönliche Interessen und Vorlieben. Diese führen dazu, dass nicht allen Betriebszweigen dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt wird und dass gewisse Aufgaben leichter von der Hand gehen als andere. Während beispielsweise einem Landwirt die Tierhaltung grosse Freude bereitet und viel Leidenschaft dahintersteckt, wird die Feldarbeit und Büroarbeit als notwendiges Übel betrachtet und erntet somit weniger Beachtung. Und dennoch hat man als Landwirtin oder Landwirt die Erwartung an sich selbst, in jedem Betriebszweig stark zu sein. Grundsätzlich ist dies eine gute oder gar notwendige Eigenschaft, um langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Landwirtinnen und Landwirte müssen dabei keine Einzelkämpfer sein. Bei CEOs von kleinen bis grossen Unternehmen ist es inzwischen beinahe üblich, dass sie bei Entscheidungsprozessen von einem Team unterstützt werden oder ein persönlicher Berater/Coach für Fragen aller Art beigezogen wird. Der Landwirt oder die Landwirtin als CEO des eigenen Unternehmens ist bei verschiedenen Fragestellungen häufig alleine oder innerfamiliär unterwegs. Das Umfeld, in dem sich die Landwirtschaft bewegt, bedingt kompetente, agile und offene Landwirtinnen und Landwirte respektive Unternehmerinnen und Unternehmer, die für ihren Beruf einstehen.

Eine Beratungsperson zu Rate ziehen

Eine Beratungsperson als Wegbegleiter, sei es für kurze spezifische oder lange komplexe Fragestellungen, hat auch in der Landwirtschaft durchaus ihre Berechtigung. Die Beratungsperson ist dazu da, bei unterschiedlichen Themenfeldern gemeinsam mit dem Landwirt oder der Landwirtin und der Betriebsleiterfamilie verschiedene Lösungswege auszuarbeiten. Dabei geht es darum, die Stärken eines Betriebes hervorzuheben und das Optimierungspotenzial auszuschöpfen.

Der Landwirt oder die Landwirtin, die Betriebsleiterfamilie und die Beratungsperson bilden ein Team und arbeiten gemeinsam im definierten Themenfeld. Die Entscheidung und Umsetzung liegt aber immer in der Macht und Verantwortung des Betriebsleitenden. Das Ziel jeder Fragestellung, ob Auswahl des passenden Stiers oder Investitionsentscheidungen, ist immer dasselbe: Eine optimale Lösung für den Landwirt oder die Landwirtin zu finden und somit den Erfolg und die Freude am Unternehmen zu steigern. Denn nur wer an der täglichen Arbeit Freude hat, ist bestrebt, sein Bestes zu geben und kann langfristig erfolgreich sein.

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