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Ein Loblied auf das Spitalpersonal

Unsere Kolumnistin Benildis Bentolila beschreibt wie sie ihren Mann im Spital besucht.

Seit über einem Monat liegt mein Mann Roland im Kantonsspital Baselland Liestal. Nach drei Eingriffen wurde ihm während fast drei Wochen absolute Bettruhe verordnet. Das bedeutet, er war drei Wochen lang total abhängig vom Spitalpersonal.

Er trank im Bett, ass im Bett, kämmte und wusch sich im Bett, ging aufs WC im Bett. Um die drei grossen Nähte am Bein zu schonen, durfte er sich anfangs nicht einmal auf die Bettkante setzen. Er scherzte: «Das erinnert mich an die Aussage des schwedischen Schriftstellers Johan August Strindberg (1849-1912), der sagte, älter zu werden sei zwar nicht schön, aber doch ziemlich interessant.» Manchmal gefiel es ihm, sich von den jungen Frauen und Männern umsorgen zu lassen. Dann ärgerte er sich, weil er so unselbstständig war.

Ein Spaziergang im Park

Es kam der Tag, an dem ihn das Personal gut einpackte, in den Rollstuhl setzte und ich mit ihm rausgehen durfte. Zum Spital gehört ein weitreichender Park mit guten Wegen und Ruhezonen. Diese scheinen auch bei auswärtigen Besuchern beliebt zu sein. Es gab tatsächlich Leute, die herkamen, die wenigen Stühle mit Material belegten, wenn sie sich ins Kaffee oder auf einen Spaziergang begaben. Ich fragte mich, ob sie diese «Mode» an Meeresstränden abgeschaut haben, wo Touristen bei Sonnenaufgang die Liegestühle belegen. Ich «pfurrte» mit meinem Mann die Wege ab, vorbei an den verschiedenen eindrücklichen Denkmälern und Statuten. «Pfurren» musste ich selbst, weil die zur Verfügung gestellten Rollstühle ohne Motorengeräusch sind.

Auch Roland gab Geräusche von sich auf den Fahrten. Wenn er nach rechts wollte, stellte er wie früher den Zeiger und blinkte laut «tick, tack, tick, tack». Wenn wir um die Kurve gefahren oder abgebogen waren, klappte er «Zack!» den Zeiger zurück. Ob sich junge Leute noch an dieses geräuschvolle Hilfsmittel erinnern? Kam uns ein anderes Rollstuhlgefährt etwas unsicher entgegen, hupte er «Tüütüüüüt!». Daraus ergaben sich meistens nette Gespräche. Man wird erfinderisch, wenn man lange im Spital liegt, wo es langweilig werden kann. Wir hatten Glück mit dem sonnigen, wenn auch kalten Wetter. Täglich absolvierten wir unsere Tour und kehrten danach im Restaurant Viva ein. Der Patient meinte, nur schon andere Leute zu sehen, sei ein Ereignis.

Das Pflegepersonal an der Seite

Einen grossen frühlingshaften Kranz winden er und ich als Angehörige dem Pflegepersonal. Wir fühlten uns beide gut umsorgt, liebevoll behandelt und korrekt beigestanden. Nie hatten er oder ich das Gefühl, wir seien nicht würdevoll behandelt worden. Mein Mann sagte, er habe oft gestaunt, wie locker sich die Pflegenden mit unangenehmen Situationen auseinandersetzten. «Ich hatte nie das Gefühl, dass ihnen etwas zu viel ist», hält er fest. «Oder dass sie sich über mich geärgert haben.» Als ich das jemandem erzählte, antwortete diese Person cool: «Die werden schliesslich dafür bezahlt.» So, so! Ich kenne Leute, die besser bezahlt werden und ihre Aufgabe trotzdem nicht anständig erfüllen.

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