Plus

Der Wald ist ein beliebter Freizeitort – das hat Folgen für Tiere, Pflanzen und Forstleute

Die Corona-Krise brachte dem Wald scharenweise Besucher – rund um die Uhr. An einem regionalen Anlass in Allschwil (Baselland) standen der Wald als Erholungsraum und die Konsequenzen dieser Nutzung im Mittelpunkt.

Der Wald ist für das Wohlbefinden der Menschen wichtig. Sie besuchen ihn zur Erholung oder für sportliche Aktivitäten. Das war am Donnerstag letzter Woche im Allschwiler Wald nicht anders. Biker, Spaziergänger, Walker, Jogger und Reiter waren an diesem ganz gewöhnlichen Morgen in Scharen unterwegs.

Grosser Ansturm

Die Wälder der Region waren schon immer ein willkommener Freizeitort. In Pandemie-Zeiten sind sie indes zu einem wahren Zufluchtsort geworden. Bis zu viermal mehr Personen als üblich seien vergangenes Jahr gezählt worden, sagte Ueli Meier, Leiter des Amts für Wald beider Basel, am Medienspaziergang zum Internationalen Tag des Waldes. «Wald tut gut», ist der Kantonsförster überzeugt. Die Wissenschaft sage, dass ein Aufenthalt im Wald unter anderem das Immunsystem stärke, die Abwehrkräfte steigere und Genesungsprozesse unterstütze. Der grosse Ansturm auf die Wälder hat aber auch Schattenseiten. «In den letzten Monaten waren die Menschen rund um die Uhr im Wald unterwegs», so Meier.

Folgen für Mensch und Tier

Das bereitet ihm Sorgen, denn für die Tier- und Pflanzenwelt sei das eine massive Belastung. Doch Verbote nützten wenig, sind sich die Waldverantwortlichen einig. Sie wollen positive Anreize schaffen und setzen daher auf Aufklärung und Information. Die Waldbesucherinnen müssten sich bewusst werden, dass sie die Wege nicht verlassen dürfen, den Abfall nicht liegen lassen sollen und die Hunde während der Brut- und Setzzeit an der Leine zu führen sind.

Revierförster Markus Lack bekommt die Auswirkungen der vielen Waldbesucher besonders zu spüren. Einige Waldgebiete seien durch den permanenten Nutzungsdruck so stark belastet, dass sich der Wald nicht mehr natürlich regenerieren könne, sagt er. Der Grossandrang war zudem für die Waldarbeiter eine Herausforderung. Sie mussten in der ersten Corona-Welle ihre Arbeit teilweise unterbrechen, weil sich schlichtweg zu viele Leute im Wald bewegten.

Wie sollte man sich im Wald verhalten?

Zu diesem Thema hat der Verband Wald Schweiz einen «Wald-Knigge» veröffentlicht.

Ein naturnaher Wald wird in Ausnahmezeiten als Erholungsraum besonders wichtig. Für die Bevölkerung ist er zwar gratis, kostenlos ist er aber nicht. (Bilder Ruth Steffen)
Ein naturnaher Wald wird in Ausnahmezeiten als Erholungsraum besonders wichtig. Für die Bevölkerung ist er zwar gratis, kostenlos ist er aber nicht. (Bilder Ruth Steffen)

Ein naturnaher Wald wird in Ausnahmezeiten als Erholungsraum besonders wichtig. Für die Bevölkerung ist er zwar gratis, kostenlos ist er aber nicht.

Die Pflege ist wichtig

Die aufwendige Pflege der so wichtigen Erholungsräume, die für alle jederzeit frei zugänglich sind, ist kostspielig und Sache der Eigentümer – meist Bürgergemeinden. «Der Wald ist für uns Nutzer zwar gratis, kostenlos ist er aber nicht», machte Thomas Weber, Vorsteher der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion BL, deutlich. Die hohen Kosten seien für die Waldbesitzerinnen nicht mehr allein tragbar. Weber sieht deshalb die Einwohnergemeinden in der Pflicht und fordert sie auf, sich finanziell zu beteiligen.

Wald tut gut. Seit der Covid-19-Pandemie bewegen sich gegen viermal mehr   Menschen als üblich im Allschwiler Wald.
Wald tut gut. Seit der Covid-19-Pandemie bewegen sich gegen viermal mehr Menschen als üblich im Allschwiler Wald.

Wald tut gut. Seit der Covid-19-Pandemie bewegen sich gegen viermal mehr Menschen als üblich im Allschwiler Wald.