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Die Fülle der Natur inspiriert Veronika Iseli zu Fotos, die verzaubern

Die Bäuerin fotografiert fürs Leben gern. Die Fotos entstehen ganz von selbst, wenn sie draussen unterwegs ist.

Die Sonne ist auf fast jedem Bild. Sie blitzt zwischen Blättern hindurch, glänzend wie ein Diamant, spiegelt sich im Brunnen oder thront über einer verschneiten Schneelandschaft. Oder aber sie leuchtet als helle Scheibe dezent am orangen Horizont, davor, ganz nah, rosarot schimmernde Krokusse.

Daheim in den Bergen

Auch die Berge, meist die Schrattenfluh oder der Hohgant, sind ein fester Bestandteil auf den Fotos von Veronika Iseli (53). Es ist ihre Heimat. Sie ist in Schangnau BE aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann Hansruedi (55) heute etwas weiter oben, auf 1200 m ü. M. «am Hoger», im Lochsitli, auf Luzerner Seite.

Ihre drei Kinder sind mittlerweile erwachsen. Den 30-Hektaren-Betrieb mit Mastkälbern und Simmentalerkühen führt seit Anfang Jahr der Sohn. Vielleicht gehe es in Zukunft mit dem Betrieb eher Richtung Mutterkuhhaltung, sagen sie, aber die Entscheidung wollen sie voll und ganz dem Sohn überlassen.

«Wenn es mir zu viel wird, muss ich raus in die Natur»

Veronika Iseli

Zurücklehnen können beide deswegen aber noch nicht. Sie arbeitet seit Neuestem drei Tage pro Woche auswärts, ihr Mann ist auf dem Betrieb angestellt.

Einmal pro Woche hütet Veronika Iseli ihre zwei Enkelinnen, einen Tag braucht sie für den Haushalt. «Wenn es mir zu viel wird, muss ich raus in die Natur», sagt sie. Ob beim Wandern, Spazieren oder Arbeiten, draussen holt sie die Inspiration für ihre Naturfotos: Landschaften, Blumen, Pilze und Details wie Wassertropfen an den Grashalmen – die Bäuerin und Hobby-Fotografin hat ein Auge fürs Schöne. Auch wenn sie Tiere sieht, harrt sie manchmal lange aus, bis sie ein gutes Bild geschossen hat. Die Geduld dafür hat sie – doch manchmal fehle ihr die Zeit.

Das Handy nur schnell aus der Jackentasche holen

Alles begann mit dem Smartphone. Es hat ihr die Welt des Fotografierens überhaupt eröffnet: «Das hat man immer dabei, kann es nur schnell aus der Jackentasche holen. Ich habe vorher fast nie den Fotoapparat gebraucht», sagt sie. Sie ist immer wieder erstaunt, welch intensive Farben das Smartphone einfangen kann. Eine fotografische Ausbildung hat sie nicht, wäre aber nicht abgeneigt, einmal einen Kurs in diese Richtung zu besuchen.

Die Fülle der Natur inspiriert Veronika Iseli zu Fotos, die verzaubern
Auch wenn es einmal trüb ist, findet Veronika Iseli ein Fotomotiv.

Sie fotografiere nicht stundenlang, sagt Veronika Iseli. Die meisten Bilder entstehen spontan. Plötzlich bückt sie sich und schiesst ein paar Bilder. «Da muss ich nicht lange überlegen», sagt sie.

Zehntausende Bilder

Mittlerweile hat sie Zehntausende von selbst gemachten Fotos auf ihrem Handy. Kein Wunder, braucht sie mehr Zeit, um Fotos zu löschen, um Speicherplatz freizukriegen, als Fotos zu machen. «Viel zu viel Zeit», sagt sie und lacht.

Auch im Garten verbringt sie Zeit, dort hat sie Gemüse und auch Blumen. Dies ist zwar etwas schwierig, so hoch oben, aber aus dem Apfelgehäuse, aus dem sie vor Jahren ein Pflänzchen gezogen hat, entstand ein Baum, der heute regelmässig blüht und Früchte trägt. Auch ein «Pflümli» hat sie gezogen. Dass es nicht gehen soll, hat sie nicht geglaubt, sondern es einfach ausprobiert.

«Eigentlich müsste man mit viel weniger zufrieden sein im Leben. Die Natur ist so schön und ‹zfride›»

Veronika Iseli

Die Erlebnisse und die Bilder, denen sie in der Natur begegnet, bereichern Veronika Iseli: «Eigentlich müsste man mit viel weniger zufrieden sein im Leben. Die Natur ist so schön und ‹zfride›», sagt sie. Und bedauert: «Viele Leute sehen das in der hektischen Zeit, in der wir heute Leben, eben nicht.»

Perfekt unperfekt

Für die Fotos braucht Veronika Iseli keine Filter. Wenn mal ein Ast ins Bild schaut oder sonst etwas «Unperfektes» im Bild ist, macht ihr das nichts: «Das ist Mutter Natur, man muss nicht alles übersteuert haben», sagt sie, die sich zwar nicht als religiös bezeichnet, «aber doch ist eine höhere Macht da.»

Die Fülle der Natur inspiriert Veronika Iseli zu Fotos, die verzaubern
Seien es Blumen oder der Sonnenuntergang – oder beides: Veronika Iseli hat ein Auge fürs Schöne.

Regelmässig schickt sie die Fotos auch an die BauernZeitung weiter, wo sie unter den eingesendeten Schnappschüssen erscheinen, oder teilt sie auf Social Media. «Ich möchte gerne mit anderen teilen, wie schön die Natur sein kann», findet sie. So können sich die Leserinnen und Leser der BauernZeitung also auf weitere Bilder von Veronika Iseli freuen – und wissen zukünftig auch, wer dahintersteckt.