Aktuell ist in den Wetterberichten immer wieder von Schwüle die Rede. Doch was ist das genau und gibt es eine Definition dafür?
Alles eine Frage des Empfindens
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Schwüle ein subjektives Empfinden ist und mit der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit zusammenhängt. Als schwül empfinden wir es, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch ist. Was aber ist die Luftfeuchtigkeit genau und wie hoch muss sie sein, damit wir es als schwül, drückend oder «düppig» empfinden?
Als Luftfeuchtigkeit bezeichnen wir die Menge des Wasserdampfes, der in der Luft enthalten ist. Wasserdampf ist gasförmiges Wasser. Der Anteil des Wasserdampfes in der Luft variiert und ist von der Lufttemperatur abhängig.
Auf die Feuchte kommts an
Eine weitaus geläufige Bezeichnung für den Anteil an Wasserdampf in der Luft ist die relative Luftfeuchtigkeit. Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, zu wie viel Prozent die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Dies ist bei gleichem Wasserdampfgehalt stark von der Lufttemperatur abhängig. Denn je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf kann sie enthalten, je kühler die Luft, desto weniger Wasserdampf kann sie aufnehmen.
Erwärmt sich zum Beispiel eine Luftmasse bei einer gleichbleibenden absoluten Luftfeuchtigkeit, so sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. So ist die relative Luftfeuchtigkeit in der Nacht, wenn die Temperaturen tief sind, höher als bei Tag, wenn die Temperaturen höher liegen. Ist die relative Luftfeuchtigkeit 100 %, so ist die Luft vollständig mit Wasserdampf gesättigt und der Wasserdampf kondensiert. Es bilden sich Wolken, Nebel oder an den Oberflächen schlägt sich Tau nieder.
Was ist die absolute Luftfeuchtigkeit?
Um die relative Luftfeuchtigkeit zu berechnen, braucht es eine Angabe über die sogenannte absolute Luftfeuchtigkeit. Die absolute Luftfeuchtigkeit bezeichnet die in der Luft enthaltene Wasserdampfmenge in Gramm pro Kubikmeter Luft. Diese Menge variiert nicht in Abhängigkeit von der Temperatur.
Eine weitere Angabe für die Feuchtigkeit ist die sogenannte Taupunkt-Temperatur. Kühlt sich die Luft bis auf die Taupunkt-Temperatur ab, so beträgt die Luftfeuchtigkeit 100 %, die Luft ist vollständig mit Wasserdampf gesättigt, es bilden sich Wolken oder Nebel.
Wann ist es denn eigentlich schwül?
Und nun kommen wir zu unserer Ausgangsfrage zurück: Ab einem Taupunkt von etwa 17 °C empfinden die meisten Menschen das Wetter als schwül.
Das heisst, dass bei 100 % relativer Luftfeuchte schon 17 Grad als schwül empfunden werden, bei 20 Grad werden mindestens 80 % relative Luftfeuchte, bei 30 Grad noch 44 % und bei 40 Grad nur ca. 25 % relative Luftfeuchte benötigt, um das Wetter als schwül zu empfinden.

Es bleibt die nächsten Tage heiss
In den folgenden Tagen bleiben die Taupunkte und somit auch die relative Luftfeuchtigkeit hoch, es bleibt also schwül. Ab dem 18. August bildet sich ein Hoch über Mitteleuropa aus, die Atmosphäre stabilisiert sich und das Wetter ist sonnig, trocken und heiss, verbreitet werden tagsüber deutlich über 30 Grad erwartet.
Auch die Taupunkte werden hoch sein und meist über 18 Grad liegen. Dies hat zur Folge, dass es auch nachts nicht stark abkühlt und dass wir somit am in den nächsten Tagen ziemlich ins Schwitzen kommen werden.

