Schlafen im Stroh. Dieses Angebot gibt es auf dem Betrieb Stäheli in Frasnacht bei Arbon seit über 20 Jahren. Aufgebaut hat es Elisabeth Stäheli. Deren Tochter Corina Stäheli, die den Bereich Hotellerie vor einem Jahr übernommen hat, erzählt: «Damals wurde für den Landwirtschaftsbetrieb eine Betriebsgemeinschaft gegründet. Aufgrund dessen war die Unterstützung meiner Mutter auf dem Hof weniger nötig. Das war der Auslöser, dass sie mit Agrotourismus begann, sie wollte Landwirtschaft erlebbar machen.»
Nicht alle wollten im Stroh schlafen
Die Lage des Betriebs ist dafür prädestiniert. Er liegt unmittelbar am Bodensee, der Veloweg führt daran vorbei und er ist gut mit Auto und ÖV erreichbar. Rings um den Betrieb hat es Obstbäume, das Wahrzeichen des Kantons Thurgau.
Am Anfang gab es Übernachten im Stroh im alten Anbindestall (15 Plätze). Später kamen ein Matratzenlager (20 Plätze) sowie Familienzimmer hinzu. «Wir stellten fest, dass nicht alle Gäste gerne im Stroh schlafen möchten», sagt Corina Stäheli, «also haben wir das Angebot angepasst und weiterentwickelt.»

Nur die Gäste werden verpflegt
Gleichgeblieben ist das Konzept der Verpflegung. «Wir wollen die Restaurants in der Umgebung nicht konkurrenzieren. Darum bieten wir Verpflegung nur für unsere Hotelgäste an oder im Rahmen von Degustationen für angemeldete Gruppen», erklärt Stäheli. Die Menüs sind einfach gehalten. «Wir haben pro Mahlzeit nur ein Menü. Ansonsten wäre unser Aufwand unverhältnismässig gross.»
Vieles wird selber hergestellt. Hier hilft Elisabeth Stäheli immer noch tatkräftig mit. «Sie ist die gute Fee im Haus», sagt ihre Tochter. Fürs Abendessen müssen sich die Gäste selber organisieren, Restaurants hat es in der Umgebung allerdings viele

Alten Obstsorten Sorge tragen
Ganzjährig bieten Stähelis in der Mostgalerie Degustationen von verschiedenen Mostgetränken sowie Erlebnis-Essen rund um das Thema Most und Obst an. Das meiste Mostobst wird an die Mosterei Möhl geliefert. Ein kleiner Teil der eigenen Äpfel und Birnen vermosten sie jedoch zu Spezialitätensäften. Mostgalerie heisst der Raum, weil verschiedene Mostprodukte der regionalen Mostereien ausgestellt sind. Die Ausstellung umfasst sowohl Neuheiten wie auch Traditionsprodukte. «Das Ziel ist es, die Lust und Freude am Mosttrinken zu wecken», sagt Corina Stäheli.
Für Personen, die sich für alte Obstsorten interessieren, empfiehlt sich ein Besuch der Obstsortensammlung in Roggwil, etwa 3 km vom Strohhotel entfernt. Dort stehen auf einer Fläche von fünf Hektaren fast 400 Hochstammbäume: Apfel-, Birnen-, Zwetschgen-, Pflaumen-, Kirsch- und Nussbäume – jeder Baum mit einer anderen Sorte. Auch Stähelis haben in ihren Wiesen Bäume mit alten Sorten gepflanzt. «Es ist interessant, auszuprobieren, welche Sorte zu welchem Gericht passt und wie sie sich in der Zubereitung unterscheiden. Dieses Wissen geht leider je länger je mehr verloren», bemerkt Stäheli.

Agrotourismus als Ergänzung zur Landwirtschaft
Das Strohhotel ist ein Betriebszweig des Landwirtschaftsbetriebs, der heute, in mindestens sechster Generation, von Corinas Schwester Ursina geführt wird. Zum 20 ha grossen Betrieb gehören Milchwirtschaft, Obst-, Futter- und Ackerbau. Des Weiteren macht der Betrieb bei SchuB, Schule auf dem Bauernhof, mit.

