Frauen für eine Vereinsmitgliedschaft zu motivieren, sei kein einfaches Unterfangen, hielt Petra Artho, Präsidentin des Kantonalen Bäuerinnenverbands St. Gallen, in ihrer Begrüssungsrede fest. «Dabei haben wir so viel zu bieten. Wir beweisen, dass wir den vielbeschriebenen Stadt-Land-Graben längst überwunden und Brücken gebaut haben», sagte Artho.
Sie sei überzeugt, es gebe kaum etwas Sozialeres als die Bäuerinnen- und Landfrauenvereine, denn eine Mitgliedschaft sei nicht an Bedingungen geknüpft. Die Präsidentinnen und Vorstandsmitglieder der Bäuerinnen und Landfrauenvereinigungen dürften stolz auf ihre Vereine und ihre Arbeit sein, weil sie Werte vermitteln, die der Gesellschaft zugutekommen.
Bei den Weiterbildungskursen für die Vorstandsfrauen des Verbands hat der Umgang mit den Sozialen Medien im 2022 einen Schwerpunkt gesetzt. Klar doch, jetzt kommuniziert der Bäuerinnenverband via Whatsapp-Infokanal.
Bildung ist nicht altbacken
Seline Heim, Lehrgangsleiterin am Berufs- und Weiterbildungszentrum Buchs, informierte, dass der Lehrgang Bäuerin 2021 bis 2023 in Salez von 20 Frauen besucht werde. Der neue Lehrgang Flawil-Salez 2022 bis 2024 dauert noch bis Juli 2024. Er werde von 16 Bäuerinnen besucht. Bei den praktischen Modulen bestehe eine Warteliste.
Wenn gelegentlich Stimmen laut würden, wonach die Bildung Bäuerin «altbacken» sei, so stimme das nicht. «Bei der Bäuerinnenausbildung gibt es laufend Modulanpassungen», betonte Seline Heim.
Frau geht ihren Weg
Die Gastreferentin Christina Ragettli aus Flims, PR-Managerin, las Auszüge aus ihrem soeben erschienenen Buch «Von Wegen – Eine Frau allein auf der Via Alpina – 2363 Kilometer zu Fuss von Triest nach Monaco».

Sie überquerte in vier Monaten auf der anspruchsvollen roten Via Alpina die Alpen von Triest nach Monaco. Dabei wanderte sie alleine, ausgerüstet mit Zelt und Gaskocher im Rucksack, durch sechs Länder. Sie hatte interessante Begegnungen mit gastfreundlichen Menschen, aber durchlebte auch einsame Tage mit physischen Grenzerfahrungen und Heimweh.
Christina Ragettli sagte, dass es ihr in erster Linie darum gegangen sei, eine Auszeit zu nehmen und ihren lang gehegten Traum von einer Fernwanderung zu verwirklichen.

