Warum setzt sich Ihre Stiftung für die ausserfamiliäre Hofübergabe ein?
Ueli Rindlisbacher: Die Stiftung möchte der Auflösung von Betrieben ohne familieninterne Nachfolge, welche einer jungen Familie weiterhin ein Auskommen und einen Lebensmittelpunkt bieten können, entgegenwirken. Mit unserem Angebot möchten wir auf die ausserfamiliäre Nachfolge als prüfenswerte Alternative zur Betriebsauflösung mit parzellenweiser Verpachtung aufmerksam machen sowie durch unsere Vermittlungen und Prozessbegleitungen die Übergabe resp. Übernahme der Höfe erleichtern.
Welches sind die grössten Hindernisse bei dieser Form der Betriebsweitergabe?
Wenn Abtretende betrieblichen Veränderungen kritisch gegenüberstehen und keine neuen Personen auf dem Hof möchten, wird es schwierig. Gut geeignet ist für diesen Weg, wer gut loslassen kann, akzeptiert, dass die junge Generation neue Herausforderungen bewältigen muss und sich am Erfolg der neuen Bewirtschafter freuen kann. Grundsätzlich sind es die gleichen Erfolgsfaktoren wie bei einer Übergabe innerhalb der Familie: Gegenseitige Akzeptanz, Wertschätzung, Hilfsbereitschaft, Vertrauen und Freude. Räumlich gut getrennte Wohnungen vereinfachen die vorgenannten Erfolgsfaktoren und das langfristig gute Zusammenwohnen. Auf der anderen Seite kann die Finanzierung des Kaufs eines grösseren Betriebes schwierig sein. Deshalb ist für junge Landwirt(innen) die Pacht oft der einfachere Weg zum Einstieg in die Selbstständigkeit. Jungen Übernehmern, welche das Lebenswerk der Vorgänger schätzen und schrittweise den Betrieb weiterentwickeln, bietet die ausserfamiliäre Übernahme jedoch interessante Möglichkeiten.
Wie steht es mit Angebot und Nachfrage?
Es gibt wesentlich mehr Hofsuchende als Abtreter. Deshalb möchten wir weitere Landwirtinnen und Landwirte motivieren, diesen Weg zu prüfen und zu gehen. Für Rindviehbetriebe ist es einfacher, Nachfolger zu finden als für Betriebe mit Spezialkulturen. Gute Chancen haben deshalb solid ausgebildete Hofnachfolger, welche auch bereit sind, sich in arbeitsintensive Betriebszweige wie Direktvermarktung sowie Gemüse- oder Rebbau einzuarbeiten.
Weitere Informationen:
www.biofamilienbetriebe.ch
www.hofnachfolge.ch

