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«Aktion Schachtdeckel»: Der Kanton Aargau hilft Löcher zu schliessen

Der Kanton Aargau unterstützt die Gemeinden unbürokratisch beim Auswechseln von offenen Schachtdeckeln in Landwirtschaftsland. Er übernimmt deshalb die Hälfte der Kosten bei den ersten 2000 Schachtdeckeln.

Das Problem ist bekannt: Offene Schachtdeckel in landwirtschaftlichen Nutzflächen sind ein Risiko. Hier können Pflanzenschutzmittel und Nährstoffe in Oberflächengewässer gelangen. Rund 5000 solcher Gefahrenquellen gibt es im Aargau, und der Kanton unternimmt nun etwas dagegen.

150 Franken pro Deckel

Das Risiko lässt sich aus der Welt schaffen, indem offene Schachtdeckel ohne Entwässerungsfunktion durch geschlossene ersetzt werden. Das kostet pro Schacht rund 150 Franken an Material und Arbeit. Nur – wer ist zuständig? Verantwortlich dafür, dass keine unerwünschten Stoffe in Gewässer gelangen, sind die Bewirtschaftenden. Aber die Wasserinfrastruktur gehört in der Regel den Gemeinden, somit obliegt ihnen der Unterhalt.

Kanton zahlt die Hälfte

Die Gemeinden bekommen nun Unterstützung vom Kanton: Er übernimmt als Anreiz einen Anteil von 75 Franken bei den ersten 2000 Schachtdeckeln, die ersetzt werden oder im vergangenen Jahr ersetzt wurden. Auf dem Zelglihof von Daniel und Silvia Habegger in Mägenwil hat der Aargauer Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor Markus Dieth zusammen mit dem Betriebsleiter gezeigt, dass es keine komplizierte Sache ist und eigenhändig einen Schachtdeckel ausgetauscht.

«Der Ablauf ist einfach und unbürokratisch.»

Marlène Fehlmann, Vizeammann von Mägenwil, begrüsst die Aktion.

Er hoffe, dass andere Kantone nachziehe, erklärte Markus Dieth am Medienanlass vor einer Woche, Der Aargau als wichtiger Agrarkanton wolle die Ressourcen Boden und Wasser nachhaltig nutzen und schützen, «eine funktionierende Infrastruktur in diesem Bereich ist dafür eine wichtige Voraussetzung.» Der Ersatz von offenen Schachtdeckeln sei eine zielführende Massnahme, um die Belastung der Umwelt durch Pflanzenschutzmittel zu reduzieren – anders als die Pflanzenschutz-Initiativen, die der Aargauer Regierungsrat als zu radikal ablehnt.

Vor Ort war auch Marlène Fehlmann, Vizeammann von Mägenwil. «Als Gemeinde stehen wir in der Unterhaltspflicht», erklärte sie. Darum begrüsse sie das Engagement des Kantons, das die Gemeinden finanziell entlastet; in Mägenwil geht es um gut 2000 Franken. «Der Ablauf für die Vergütung ist einfach und unbürokratisch», lobte Marlène Fehlmann.

Bund klärt noch ab

Gemäss Matthias Müller, Leiter von Landwirtschaft Aargau, steht die Aktion Schachtdeckel in engem Kontext zum Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel. Er hat die Aargauer Idee auch beim Bund angebracht. Während dieser eine Umsetzung auf nationaler Ebene abklärt, ist der Aargau zur Tat geschritten. «Es ist ganz einfach: Vorher hat es Löcher, nachher nicht mehr», erklärte Markus Dieth die Aktion auch für Begriffsstutzige.

So geht der Wechsel

  • Die Grundeigentümer(in) oder Bewirtschafter(in) meldet sich bei der Gemeinde, wenn in landwirtschaftlicher Nutzfläche offene Schachtdeckel durch geschlossene ersetzt werden sollen.
  • Die Gemeinde entscheidet, ob sie sich an der Aktion beteiligt und koordiniert sie.
  • Der Kanton unterstützt den Ersatz der ersten 2000 Schachtdeckel mit 75 Franken pro Stück.
  • Bei der Genossenschaft für ländliches Bauen Aargau (www.glb-aargau.ch) können Sammelbestellungen zu Vorzugspreisen gemacht werden.

Bei Schächten mit Entwässerungsfunktion in Landwirtschaftsland ist eine Pufferzone vorgeschrieben. Im Aargau wird im Rahmen der Grundkontrollen seit 2020 überprüft, ob die Betriebe die Auflagen zum Gewässerschutz erfüllen – ein korrekter Umgang mit Schachtdeckeln gehört dazu.

Innovativer Betrieb

Gemüse-, Ackerkulturen sowie Mutterkuhhaltung sind Standbeine des Betriebs von Familie Habegger, Gastgeber am Medienanlass. Hier wird viel produziert, aber mit Rücksicht auf die Natur. Daniel Habegger benutzt unter anderem seit 20 Jahren Schleppschlauch und Schleppschuh, setzt auf schonende Bodenbearbeitung und reduzierten Pflanzenschutz, er beteiligt sich an Versuchen zu innovativen Kulturen und optimierter Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln.

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