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Ängste begegnen einem im Alltag immer wieder

Alltägliche Ängste treten oft auf, bei einigen mehr, bei anderen weniger. Der Umgang damit kann erlernt werden. Das war das Thema am Bäregg-Frauen-Forum.

«Gefühle entstehen immer im Kopf und eine Handlung ohne Gefühle ist nicht möglich.» Dies waren zwei von vielen Kernaussagen zum Thema «Befreiter Leben – Ängste überwinden» am 22. Bäregg-Frauen-Forum im bernischen Bärau. Die Referentinnen Renate Hurni und Christine Burren, beide tagtäglich als Coach, Beraterin, Mutter und Bäuerin tätig, hatten sich intensiv mit der Thematik befasst.

Ängst haben unterschiedliche Ursachen

«Angst und Sorgen sind schlechte Ratgeber» stellte Renate Hurni als Titel über ihr Referat und hielt fest, «je näher der Anlass kam machte es mir mehr Angst. Jetzt stehe ich da und habe die Angst überwunden.» Renate Hurni machte ebenso am Anfang klar, dass am Bäregg-Frauen-Forum das Thema alltägliche Ängste sind. Nicht Angststörungen, oder Phobien, diese gehören in die Behandlung von Fachleuten. «Was heisst es eigentlich Angst zu haben» gab die Referentin als Denkanstoss in die Runde. Dabei wurde deutlich, Ängste begegnen uns im Alltag immer wieder. Oft sind es kurze Augenblicke, manchmal nagen die Ängste aber tiefer. Existenzängste, Überlastung, oder Generationenkonflikte können diese auslösen.

Gefühle entstehen im Kopf

Am Frauenforum gab es Tipps, wie man den Mut aufbringen kann, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Renate Hurni erklärte den Zuhörerinnen, dass sich im menschlichen Frauen Kopf 1,3 Kilo Hirn befinden und darin viel passiert. Gefühle entstehen immer im Kopf, so löst zum Beispiel ein Backduft meistens positive Gefühle aus. Ebenso thematisierte sie die Nervensysteme. Das zentrale, periphere, somatische und vegetative Nervensystem. Der Körper, das Gehirn und Gefühle sind miteinander verbunden. Durch «Die Geschichte der Eidechse» lernten die Frauen Amygdala, den Mandelkern im Zwischenhirn (Reptilienhirn), kennen. Selbstbewusstsein und Achtsamkeit üben, sowie soziale Kontakte pflegen, sind gegen Ängste ein guter Ratgeber. Dazu gehört auch das positive Denken.

Zuhören aber auch mitdiskutieren

Im Austausch fragten sich die Teilnehmerinnen untereinander: «Was löst bei mir Angst aus?» und «Welche Ängste kenne ich bei meiner Familie?» Grosskinder hüten, die Angst zu versagen, oder das Nicht-Wissen was auf einem zukommt, waren einige der Antworten darauf.

Ängste begegnen einem im Alltag immer wieder
Die Teilnehmerinnen waren auch selbst gefordert und tauschten sich immer wieder über ihre persönlichen Erfahrungen mit Ängsten aus.

Sorgen machen das Leben schwer

Einige wertvolle Tipps zum Thema: «Wie wirke ich den Sorgen und Ängsten entgegen», wusste Christine Burren. «Sorgen können das Leben echt schwermachen», stellte die Referentin fest. Viele Menschen machen sich kleine und grosse Sorgen, kommen vor Sorge fast um, und sind ständig beschäftigt durch versorgen, umsorgen, vorsorgen und vergessen dabei sich Sorge zu tragen. «Die Informationsflut durch alle Medien belastet, Wahrheiten und Unwahrheiten fordern uns, wir sorgen um die Zukunft für uns und Andere», erkannte Christine Burren. Durch Mut ist es möglich befreiter zu Leben. Es ist wichtig, ein positives Selbstbild zu haben. «Ich erkenne meine Angst. Ich weiss, wie ich dagegen angehen kann. Den Sorgen gebe ich keinen Raum. Ich bin achtsam und gehe achtsam mit mir um», gab die Referentin als Hilfestellung mit. Beim Grübeln in der Nacht soll man Gedanken aufschreiben.

Und gleich wieder rauf, auf den Heukran

«Ich erlaube mir, nicht alles wissen zu wollen. Ich lebe im hier und jetzt. Treffe Entscheide die mir guttun. Ich wachse an positiven Erfahrungen. Die negativen lasse ich auf der Strecke. Durch Mut gehe ich befreiter im Leben», waren weitere Tipps von Christine Burren. Wie Frau mit Sorgen und Ängsten umgehen kann, gab es bei Rückmeldungen aus dem Publikum. So war zu hören: Wenn der Heukran kaputt war, nach dem flicken gleich wieder damit arbeiten, Atemübungen, oder Kneipen. «Wer loslässt hat beide Hände frei», war auch eine Kernaussage. Die meisten Sorgen sind umsonst und es gibt Menschen die sich Sorgen machen, aber damit können sie leben und ihr Umfeld auch. Die Karte mit der Mut-Haltung und den Spruch von Nelson Mandela: «Ich habe gelernt, dass Mut nicht die Abwesenheit von Angst ist, sondern der Triumph über sie», werden die Frauen in den Alltag begleiten. Die Leitung des Anlasses hatte Bettina Müller, Inforama. In der Organisation waren das Inforama, Ehemalige Schwand-Bäregg, sowie Landwirtschaft Emmental.