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«Wir wollen uns vernetzen»: 100 Praktikerinnen diskutieren, was nach dem UNO-Jahr noch bleibt

Hundert Betriebsleiterinnen und Mitbewirtschafterinnen trafen sich am 6. November in Aarau zum Netzwerkanlass. Die Solidarität untereinander und das Bedürfnis, sich auch nach dem UNO-Jahr der Landwirtinnen auszutauschen, war gross.

Vernetzen. Das war die Pointe des Netzwerkanlasses für Praktikerinnen der Landwirtschaft in Aarau. Am 6. November 2026 trafen sich dort 100 Betriebsleiterinnen oder Mitbewirtschafterinnen – alles Frauen, die sich mit Herzblut auf ihrem Betrieb engagieren. «Auch ohne in diesen Raum zu blicken, ist klar: Frauen werden die Zukunft der Landwirtschaft prägen», sagte Sandra Helfenstein, stellvertretende Direktorin des Schweizer Bauernverbands (SBV). Gemeinsam mit Simone Barth, Chefredaktorin der BauernZeitung, Sandra Contzen, Dozentin für Agrarsoziologie an der HAFL, und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anna Kröplin hatte sie den Anlass organisiert.

Nach ihrer Ansprache überliess Sandra Helfenstein die Bühne Maja Grunder, Präsidentin des Verbands Thurgauer Landwirtschaft. In ihrer Rede rief diese dazu auf, Chancen zu ergreifen. «Engagiert euch, wenn ihr könnt. Und wenn ihr etwas fragt, ist das keine Schwäche, sondern eine Stärke, denn es ist noch keine Meisterin vom Himmel gefallen.»

Mehr Selbstvertrauen

Auf die Frage, weshalb sie Präsidentin des Verbands Thurgauer Landwirtschaft sei, antwortete Maja Grunder klar: «Weil ich gewisse Dinge einfach besser kann als andere, sonst wäre ich nicht dort gelandet.» Der Saal klatschte. Selbstvertrauen war an diesem Anlass immer wieder Thema. «Wir Frauen müssen für uns einstehen. Und die, die engagiert sind, sind keine Superfrauen», sagte Maja Grunder.

Maja Grunder ist Vorstandsmitglied des Schweizer Bauernverbands und Präsidentin des Verbands Thurgauer Landwirtschaft. Sie legte den Praktikerinnen ans Herz, sich Gehör zu verschaffen. (Bild: Geraldine Wälchli)

Auf dem Programm standen auch Inputs von Betriebsleiterinnen, deren Hintergründe nicht unterschiedlicher hätten sein können: von der Quereinsteigerin bis hin zur Landwirtin, die den familiären Betrieb mit einigen Stolpersteinen übernommen hatte. Die anschliessende Podiumsdiskussion öffnete sich ins Publikum: Bei der Frage, ob die Betriebsleiterinnen auch schon nach dem Chef gefragt wurden, meldeten sich mehrere Stimmen bejahend.

Was nach dem UNO-Jahr bleibt

«Wir brauchen ein Gefäss für unsere Stimme», sagte eine Teilnehmerin. Damit spielten die Frauen den Ball Sandra Helfenstein zu. Der Anlass vernetzte, doch wie hatte sie die Teilnehmerinnen überhaupt gefunden? «Wir meldeten uns bei den Landwirtschaftlichen Schulen, ob sie die Einladungen an ihre Arbeitskreise von Betriebsleiterinnen weitergeben könnten. Doch schnell wurde klar, dass es diese nicht überall gibt.» Ein Raunen ging durch den Saal, verschiedene Frauen meldeten sich: Sie würden sich gerne mehr vernetzen, auch in Form eines Arbeitskreises.

Das Interesse an den Inputs war gross. Gespannt lauschte das Publikum den Geschichten der Betriebsleiterinnen. (Bild: Geraldine Wälchli)

Dieses Bedürfnis nahm der SBV auf. Auch nach dem UNO-Jahr der Landwirtin sollte etwas bleiben. So verkündete Sabrina Schlegel, Präsidentin von Mittelland Milch, in ihrer Rede am Ende des Tages, dass sie in Zusammenarbeit mit Sandra Helfenstein eine Arbeitsgruppe von Betriebsleiterinnen unter dem Dach des SBV gründen werde. Auch das Netzwerk dieses Anlasses solle bestehen bleiben. «Wir wollen unsere Kompetenzen sichtbar machen», sagte Schlegel.

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