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Hofladen in Visp: Das Landwirtschaftszentrum schliesst eine Lücke im Oberwallis

Der Laden verkauft eigene Produkte und die regionaler Betriebe und hat indirekt auch den Erhalt des Zentrums zum Ziel.

Für Karin Oesch, die Direktorin des Landwirtschaftszentrums (LZ) Visp im Kanton Wallis, ist heute ein Freudentag. Denn heute, Samstag, 19. Oktober 2026, wird die Eröffnung des Hofladens auf dem Areal des LZ gefeiert. Von der Ursprungsidee eines einfachen Verkaufswagens bis zur Eröffnung des grosszügigen Hofladens in der alten Werkstatt, sind 1,5 Jahre vergangen.

Mit Tiergehege und Spielplatz

Karin Oesch kommt über alle Beteiligten regelrecht ins Schwärmen. Beim Gespräch, wenige Tage vor der Eröffnung, wurde noch überall gewerkelt. Das Haus für die Zwergziegen musste fertiggestellt werden und die Regale im Hofladen waren auch noch nicht vollständig eingeräumt. Karin Oesch wurde mal hier am Telefon gebraucht, mal dort musste sie eine Unterschrift setzen.

Doch genauso wie die Zäune rund um das neue Ziegengehege und den neuen Spielplatz bereits glänzten, strahlte auch die Direktorin Oesch, trotz des Trubels um sie herum. «In Visp helfen alle, am Karren zu ziehen, denn das Zentrum liegt vielen am Herzen», erzählt sie. Und auch in allen Amtsstellen hätten Leute mitgezogen. «Insgesamt herrschte eine coole Energie, egal in welchen Sparten die Menschen tätig sind», freut sie sich.

Angebot, das gefehlt hat

Karin Oesch verspricht sich viel vom Laden und dem Zusatzangebot mit Tieren, wie Zwergziegen und Hühnern sowie dem Spielplatz. Das Angebot schliesst im Oberwallis eine Lücke, da es praktisch keine Hofläden gibt. Für die Direktorin ist der Laden ein Herzensprojekt, aber auch Mittel zum Zweck. Dafür hat sie intensiv gekämpft. Die gesamte Landwirtschaft im Oberwallis werde damit gefördert und sichtbar gemacht. Ein Teil, wie Milchprodukte, Gemüse und Salat, kommt direkt vom LZ Visp.

Der grösste Teil des Sortiments besteht jedoch aus Produkten von anderen Landwirtschaftsbetrieben. «Je näher der Wohnort am Hofladen, desto grösser die Chance, dass die Produzenten liefern können», erklärt sie das Bezugssystem. Den kleineren Lieferanten werden die Waren abgekauft und im Laden weiterverkauft. Grössere, wie die Metzgerei und die Bäckerei, die gewonnen werden konnten, bewirtschaften die ihnen zur Verfügung gestellten Flächen täglich selbst.

Videoüberwachung ist wichtig

Die ganze Bewirtschaftung erfolgt digital. Der Laden ist aus Kostengründen nicht bedient. Dafür wurde in einiges an digitaler Überwachung wie Videokameras investiert. Bezahlt werden kann nur mit Karte oder Twint. Auch Letzteres ist ein Novum. Denn bislang war es in keinem Betrieb der kantonalen Verwaltung möglich, mit Twint zu bezahlen.

Der Laden wird von Montag bis Samstag jeweils von 5.30 bis 20 Uhr und am Sonntag von 5.30 bis 12 Uhr geöffnet sein. Karin Oesch macht deutlich, dass angestrebt wird, dass der Samstag der Hauptverkaufstag, quasi wie ein Markttag, sein soll. Denn jeweils am Freitag werden frisches Gemüse und Obst aus dem Unterwallis angeliefert. «Es hett, solangs hett», lautet das Motto bei dieesen Frischwaren.

Wichtiges Mittel ist die Werbung

Das Ziel von Karin Oesch ist es, dass der Laden in vier Jahren selbsttragend ist. Damit dies gelingt, ist viel Werbung nötig. «Werbung wird zentral sein», weiss Karin Oesch. Von Vorteil sei auch, dass das Areal an einen Wanderweg angeschlossen und gut mit dem Auto erreichbar sei sowie genügend Parkplätze biete. Zudem werden Verbindungen zum «Visper Pürumärt» im Zentrum von Visp genutzt, und es wird gegenseitig füreinander Werbung gemacht.

«Die emotionale Bindung im Wallis zum Zentrum ist gross und es soll langfristig bestehen bleiben.»

Karin Oesch hat klare Visionen zur Zukunft des Landwirtschaftzentrums.

2043 jetzt schon vor Augen

Karin Oesch ist optimistisch, dass der Laden erfolgreich sein werde. Er soll Teil eines neuen Quartiers sein, wo sich Leute treffen und Beziehungen pflegen können. Zudem solle ein «Zuhause-Gefühl» entstehen. Sie weiss: «Die emotionale Bindung im Wallis zum Zentrum ist gross und es soll langfristig bestehen bleiben.»

Und noch ein Ziel verfolgt die Direktorin mit dem Laden: Er liefere zusätzliche Argumente, dass das Landwirtschaftszentrum seine Berechtigung im Kanton weiterhin habe und die nötigen Sanierungsarbeiten vorgenommen würden.

Da Karin Oesch weiss, dass die Verwaltungsmühlen auch mal langsam mahlen, hat sie sich ein langfristiges persönliches Ziel gesetzt: «Ich werde im Jahr 2043 pensioniert. Mein Ziel ist es, dass bis dahin das Landwirtschaftszentrum Visp saniert und fit ist für die kommenden Jahrzehnte.»

Wer Karin Oesch, ihren Willen und ihren Optimismus kennt, der weiss, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun wird, damit dieses Ziel erreicht wird und die ganze Walliser Landwirtschaft profitieren kann.

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