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Holzasche: Wie vermeiden, verwerten und entsorgen?

Wer mit Holz heizt, produziert neben Wärme auch Asche. Wie diese gelagert, transportiert und entsorgt werden muss, hängt wesentlich davon ab, was verbrannt wurde und wo die Asche anfällt.

An einem Kurs von Holzenergie Schweiz bei der Firma Heitzmann in Schachen LU zeigte Kursleiter Michael Tobler, weshalb Rostasche aus naturbelassenem Waldholz nicht mit Asche aus Altholz gleichgesetzt werden darf – und weshalb in ihr durchaus ein Wertstoff steckt.

Was nach der Verbrennung übrig bleibt, landet meistens im Aschecontainer. Damit scheint die Sache für den Betreiber einer Holzfeuerung vorerst erledigt. Doch genau dort beginnt ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. Denn Holzasche ist nicht einfach Holzasche.

Entscheidend ist, was ins Feuer kommt

Michael Tobler machte immer wieder deutlich, dass zuerst der Brennstoff betrachtet werden muss. Naturbelassenes Waldholz ist etwas anderes als Altholz. Bei Letzterem können Farben, Lacke, Leime, Beschichtungen oder andere Fremdstoffe mitverbrannt werden. Entsprechend unterscheiden sich auch die Rückstände. «Wir müssen wissen, was wir verbrannt haben und welche Aschefraktion wir vor uns haben», betonte Tobler. Wichtig sei die Trennung von Rostasche und den feineren Aschen aus den Rauchgasen.

Die Rostasche macht gewichtsmässig den grössten Teil aus. Schwermetalle reichern sich dagegen eher in den feineren Filteraschen an. Bei Altholz ist diese Trennung besonders wichtig: Filterasche muss vor der Deponierung behandelt werden, um unter anderem Zink und Blei zu entfernen.

Ein Dünger, der keiner sein darf

Besonders interessant ist die Rostasche aus naturbelassenem Waldholz. Chemisch betrachtet ist sie keineswegs nur wertloser grauer Staub. Sie enthält einen hohen Anteil an Calcium sowie Phosphor und Kalium – also Stoffe, die für die Pflanzenernährung von Bedeutung sind.

Damit stellt sich eine naheliegende Frage: Warum führt man die Nährstoffe nicht wieder dorthin zurück, wo Pflanzen sie benötigen? Im Ausland bestehen bereits Systeme zur Nutzung von aufbereiteter Holzasche. Besonders in Deutschland und Skandinavien wird sie unter definierten Bedingungen als Dünger eingesetzt. Voraussetzung sind Qualitätskontrollen und eine zuverlässige Kenntnis der Inhaltsstoffe.

Auch in der Schweiz werden Verwertungswege untersucht, die gesetzlichen Hürden sind aber hoch. Für Schweizer Anlagenbetreiber gilt deshalb grundsätzlich: Asche darf nicht einfach auf einer landwirtschaftlichen Parzelle ausgebracht werden. Aus dem Holz werden dem Wald Calcium, Kalium und Phosphor entzogen. Nach der energetischen Nutzung können diese Stoffe aber nicht ohne Weiteres in den Kreislauf zurückgeführt werden.

An der Farbe kann man mögliche Probleme bei der Verbrennung erkennen. Gut sind die hellen Proben. Dunkle Asche enthält noch energiereiche Bestandteile. (Bild: Samuel Otti)

Asche verrät viel über die Feuerung

Michael Tobler zeigte den Kursteilnehmern auch, dass sich ein Blick in den Aschecontainer lohnt. Die Farbe und Beschaffenheit der Asche verraten einiges über die Qualität der Verbrennung. Eine helle, feinkörnige, grauweisse Rostasche spricht für eine gute und vollständige Verbrennung. Schwarze Stücke zeigen dagegen, dass noch unverbranntes Material vorhanden ist.

«Was schwarz in der Asche liegt, hat uns keine Wärme geliefert», erklärte Tobler. Braune oder schwarze Bestandteile können auf falsche Lufteinstellungen, zu feuchten Brennstoff oder ungünstige Betriebsbedingungen hinweisen. Schlacke wiederum ist ein Hinweis auf zu hohe Temperaturen im Glutbett. Ein möglichst kontinuierlicher Betrieb verbessert zudem Verbrennung und Aschequalität.

Rost- und Filterasche besser trennen

Heute besteht bei naturbelassenem Holz keine generelle Pflicht, Rost- und Filterasche getrennt zu sammeln. Für eine spätere Verwertung könnte genau diese Trennung jedoch entscheidend werden. Während die Rostasche aus sauberem Holz vergleichsweise interessant ist, konzentrieren sich problematische Stoffe stärker in den feineren Fraktionen. Michael Tobler empfahl deshalb, bei neuen Anlagen die baulichen Voraussetzungen für eine spätere getrennte Erfassung vorzusehen.

Bislang wird in der Schweiz nur ein kleiner Teil der jährlich anfallenden Holzasche verwertet. Ein wichtiger Weg führt in die Zementindustrie, wo Asche beispielsweise als Beimischung für Zement oder Magerbeton dienen kann.

Das Problem ist fast klassisch: Verwerter verlangen grössere Mengen mit gleichbleibender und garantierter Qualität. Für die Betreiber von Holzenergieanlagen ist die Asche dagegen in erster Linie ein Nebenprodukt, das möglichst einfach und kostengünstig weggebracht werden soll. Ohne Qualitätssicherung entsteht kein Markt – und ohne Markt lohnt sich diese für den Produzenten kaum.

Auch natürliche Asche ist nicht harmlos

Vorsicht ist beim Umgang mit Asche geboten. Was aus naturbelassenem Holz stammt, ist deshalb noch lange nicht gesundheitlich harmlos. Holzasche ist stark alkalisch. In Verbindung mit Feuchtigkeit kann sie die Haut verätzen. Noch problematischer ist der feine Staub, der eingeatmet werden kann.

«Atemschutz, Schutzbrille, Handschuhe und geeignete Arbeitskleidung gehören beim Umgang mit Asche dazu», sagte Tobler. Auch bei der Lagerung muss Staub vermieden werden. Das ist auch eine Kostenfrage. Für die Entsorgung wurden am Kurs Grössenordnungen von rund 250 bis 450 Franken je Tonne genannt. Grössere Lagerkapazitäten und gemeinsam organisierte Abholtouren können die Kosten senken.

Zum Schluss ging es um die Heizung

Nach der Theorie über das, was hinten aus einer Holzfeuerung herauskommt, ging es bei der anschliessenden Betriebsführung durch die Firma Heitzmann um die Anlagen selbst. Thomas Boog, Leiter Kundendienst, zeigte den Kursteilnehmern Technik, Ersatzteillogistik und Weiterentwicklungen bei den Feuerungen.

Im Ausstellungsraum der Firma Heitzmann werden auch die Original-Werkzeuge aus den Anfängen der Firma als Huf- und Wagenschmiede gezeigt. (Bild: Samuel Otti)

Für Boog ist ein funktionierender Kundendienst zentral: «Wenn eine Heizung ausfällt, muss es schnell gehen.» Ersatzteile seien in den meisten Fällen innerhalb von 24 Stunden lieferbar. Für dringende Fälle habe Heitzmann eine Expresslösung aufgebaut, bei der pensionierte Mitarbeitende Teile abholen und direkt zum Kunden bringen können.

Damit schloss sich der Kreis des Kurstages. Eine Holzfeuerung soll zuverlässig Wärme produzieren. Doch mit dem letzten Funken endet die Verantwortung des Betreibers nicht. Was als Asche übrig bleibt, muss richtig beurteilt, sicher gehandhabt und gesetzeskonform entsorgt werden. Und vielleicht wird gerade die Rostasche aus naturbelassenem Holz künftig weniger als Abfall betrachtet, sondern als Rohstoff, dessen Nährstoffe eigentlich zu wertvoll sind, um sie einfach zu deponieren.

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