Neben der Hitze spielt der Staub als Brandverursacher eine entscheidende Rolle, weiss Cornelia Stelzer, Sicherheitsfachfrau bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL). Strohstaub kann an heissen Motorenteilen entzündet werden oder die Lüftungsschlitze verstopfen. Dies führt dazu, dass die Maschine überhitzt, da sie nicht mehr richtig kühlen kann.
Die Beratungsstelle für Brandverhütung (BFB) weist darauf hin, dass ohne gründliche Wartung und regelmässige Reinigung Reibstellen entstehen, welche überhitzen und in Verbindung mit Verschmutzungen einen Brand auslösen können.
Zudem können Steine, die in die Presse gelangen, Funken schlagen, wenn sie auf Metallteile treffen. «Besonders hoch ist das Risiko bei Pressen mit Vorbauhäckslern, da hier an den Messern Funkenschlag durch Steine entstehen kann», gibt Cornelia Stelzer zu bedenken und fügt an, dass immer auch technische Defekte als Brandursache infrage kommen.

Prävention möglich und wichtig
Um solche Defekte auszuschliessen, gibt es keine Garantie. Dennoch kann die Möglichkeit eines Brandes mit einigen Vorkehrungsmassnahmen auf ein Minimum reduziert werden.
Die Maschinen müssen regelmässig und gut gewartet werden. Zudem muss die Maschinenkombination vor Arbeitsbeginn auf ihre Einsatzbereitschaft geprüft werden.
Die BFB listet auf, was dazu gehört:
- Schmierung sicherstellen, um heisslaufende Teile zu vermeiden
- Hydraulikschläuche auf Dichtheit und Zustand prüfen
- Maschine reinigen: keine alten Verschmutzungen (Staub, Ölrückstände, Ablagerungen) – insbesondere an heissen Teilen und Kühlelementen
Auch bei guter Vorbereitung kann es zu Zwischenfällen kommen. Cornelia Stelzer rät, bei ungewöhnlichen Geräuschen, auffälligen Gerüchen oder steigenden Temperaturen die Maschine sofort zu stoppen und die Ursache zu klären, respektive zu beheben.
Bei kritischen Bedingungen, wie während dieser grossen Trockenheit, ist eine regelmässige Zwischenreinigung auf dem Feld mit dem Laubbläser angesagt, um Staub und Strohreste zu entfernen. «Bei den Arbeiten auf und um die Ballenpresse ist absolutes Rauchverbot angesagt», appelliert die Sicherheitsfachfrau.
Ein funktionstüchtiger Feuerlöscher von mindestens 6 kg, besser 12 kg, soll gut zugänglich auf dem Traktor mitgeführt werden. Noch besser sei es, eine Löschanlage auf der Maschine zu installieren, findet Cornelia Stelzer.
Am Ende des Arbeitstages ist es wichtig, den Traktor und die Presse im Freien auf einem feuerfesten Untergrund gründlich auskühlen zu lassen und nicht sofort in die Maschinenhalle zu parken.

Notfallplan muss sitzen
Wenn alle Vorsichtsmassnahmen nicht ausgereicht haben und dennoch der Ernstfall eintritt, ist rasches Reagieren wichtig. Cornelia Stelzer zeigt auf, wie Schritt für Schritt vorzugehen ist:
- Feuerwehr alarmieren (118, diese Nummer im Handy abspeichern)
- Falls noch möglich, wegfahren vom Schwad/brennbarem Material
- Presse abhängen und Traktor wegfahren
- Falls möglich, Brand mit vorhandenen Löschmitteln eindämmen. Hier geht der Eigenschutz immer vor den Schutz der Maschine. Keine Risiken eingehen!

Welche Versicherung greift?
Nicht nur das richtige Verhalten, sondern auch ein guter Versicherungsschutz sind im Falle eines Brandes ausschlaggebend. Die landwirtschaftliche Versicherungsberatung des Berner Bauernverbandes rät, dass ein Versicherungsschutz über die Betriebsinventarversicherung für Feuer- und Elementarschäden bestehen sollte.
Zusätzlich können – abhängig vom Versicherungsvertrag – auch Folgekosten wie Feuerwehreinsatz, Abtransport oder Entsorgung in begrenzter Höhe mitversichert sein.
In ihrem Merkblatt notiert der Berner Bauernverband, dass sich weitergehende Risiken je nach Bedarf über technische Versicherungen absichern lassen. Dazu gehören eine Maschinenbruchversicherung, etwa wenn ein Fremdkörper wie eine Eisenstange in den Einzug gerät und einen inneren Maschinenschaden verursacht, oder eine Ertragsausfall- oder Mehrkostenversicherung, wenn infolge des Schadens vereinbarte Arbeiten nicht ausgeführt werden können.
Teilkasko übernimmt Kosten am Traktor
Greift das Feuer von der Ballenpresse auf den Traktor über, übernimmt die Teilkaskoversicherung des Traktors in der Regel den Brandschaden. Je nach Versicherungsgesellschaft können Traktoren jedoch auch im Rahmen der Betriebsinventarversicherung gegen Feuer- und Elementarschäden versichert sein.
Breitet sich das Feuer auf ein fremdes Feld oder auf fremde Kulturen aus, stellt sich die Frage nach einer allfälligen Haftung. Hier weist die Versicherungsberatung darauf hin, dass es sich nicht pauschal beantworten lässt, ob tatsächlich eine Schadenersatzpflicht besteht.
Dies muss anhand der konkreten Umstände beurteilt werden. Neben der obligatorischen Mfz-Haftpflichtversicherung des Traktors ist somit eine Betriebshaftpflichtversicherung mit ausreichender Versicherungssumme und passenden Deckungen, wie beispielsweise Arbeiten für Dritte, sehr empfehlenswert.
Das Merkblatt macht auch darauf aufmerksam, dass im Brandfall der Schaden möglichst rasch der Versicherung gemeldet werden muss. Fotos vom Schadenereignis sowie konkrete Angaben zum Hergang erleichtern die Abklärung und tragen zu einer zügigen Schadenregulierung bei.

