Weniger Gesuche, aber mehr Investitionshilfen bei der Luzerner Kreditkasse

Die Nachfrage für zinslose Darlehen und Subventionen ist aufgrund des Investitionsbedarfes der Landwirtschaft im Kanton Luzern ungebrochen hoch.

Die Zahl der Beitragszusicherungen sei mit 236 leicht tiefer als im Vorjahr gewesen, heisst es im Jahresbericht 2022 der Landwirtschaftlichen Kreditkasse des Kantons Luzern. Die bewilligten Finanzhilfen inklusive Beiträge hätten sich aber auf 45,92 Millionen Franken erhöht. Insgesamt waren Ende Jahr Ausleihen im Umfang von 231,67 Millionen Franken im Umlauf. Die Darlehen an natürliche Personen seien durch Grundpfandrechte gut sichergestellt, diese würden sich weit innerhalb des Verkehrswertes bewegen. Bei Darlehen an juristische Personen, so an Käsereien und Milchverarbeiter, liege die Sicherheit aber teils nahe beim Verkehrswert. Die finanzielle Lage der Käsereien wurde deshalb wie schon im letzten Jahr intensiv analysiert und die Werthaltigkeit vertieft beurteilt.

Nachfrage bleibt hoch

Investitionskredite wurden letztes Jahr für 34,2 Millionen Franken bewilligt, davon 51 Gesuche für Starthilfen, 35 für Wohngebäude und 66 für Ökonomiegebäude. Kantonale Agrarkredite gab es im Umfang von 2,7 Millionen Franken und Betriebshilfedarlehen, meist Umfinanzierungen, für 7,1 Millionen Franken. Grundsätzlich sei die Nachfrage für Agrarkredite mit 194 bewilligten Gesuchen ungebrochen hoch. Zusätzliche 55 Gesuchsteller zogen dieses zurück, weil die Kriterien nicht erfüllt waren.

Hohe Kosten pro GVE

A-fonds-perdu-Strukturverbesserungsbeiträge an Ökonomiegebäude gab es für 24 Ställe im Umfang von 3,5 Millionen Franken, davon 19 Laufställe. Im Schnitt haben die unterstützten Betriebe eine Stallgrösse von 41,3 GVE, 23,4 ha LN und 2,6 SAK bei durchschnittlichen Baukosten von 27 811 Franken pro GVE.

Zwar sei die Schweinehaltung für viele Kunden der Luzerner Kreditkasse ein zentraler Betriebszweig und die tiefen Preise seit Sommer 2021 hätten sich stark ausgewirkt. Stabil seien die Preise aber bei Geflügel und der Rindfleischproduktion. Dank mehreren Standbeinen und einer dynamischen Betriebsführung könnten die Luzerner Landwirte auch im Jahr 2023 ihre nötigen Investitionen pflegen und ihren Verpflichtungen nachkommen, sind die Verantwortlichen der Kreditkasse überzeugt.