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Engagierte und offene Zuger Bauern tagten vor Ort

Die Zuger Landwirte konnten wieder vor Ort tagen. Der Vorstand hatte so einiges nachzuholen und erhielt viel Lob für sein Engagement und seine offene Kommunikation mit der Bevölkerung.

Die 170. Generalversammlung des Zuger Bauernverbandes (ZBV) war gut besucht. Sie war das erste Treffen seit 2019. Dass sie in diesem Rahmen, ganz ohne Schutzkonzept, stattfinden konnte, freute den Präsidenten Thomas Rickenbacher und das Publikum gleichermassen. So hatte für einmal niemand mit den Tücken der Technik zu kämpfen, erklärt der Präsident schmunzelnd.

Geschätzte Landwirtschaft

Zum Start legte Rickenbacher seine Gedanken zum aktuellen Krieg und zur Pandemie offen: «Wir können schätzen, was wir hier in der Schweiz haben. Wir sind in einem sicheren Land zu Hause, und die Arbeit in der Landwirtschaft war während der Pandemie kaum gefährdet, sie wurde gar noch mehr geschätzt.» Natürlich hätten Anbieter von Gastro- oder Eventanlässen zurückstecken müssen, doch die Hofläden hätten ein Hoch erlebt.

Einiges nachzuholen

In den vergangenen Jahren konnten pandemiebedingt einige Rücktritte nicht persönlich verabschiedet werden. Der Vorstand liess es sich nicht nehmen, die abtretenden oder bereits ausgetretenen Mitglieder zu verdanken. Aber auch die neuen Vorstandsmitglieder wurden herzlich empfangen. Geehrt wurden Erika Annen, die bereits seit zehn Jahren die Regionalstelle Agrisano leitet, sowie Familie René und Sibylle Hartmann, die auf dem Schluechthof dreizehn Jahre lang SchuB angeboten haben. Auch die Absolventen der höheren Berufsbildung wurden gefeiert.

Viele Projekte geplant

Nebst den extremen Agrar-Initiativen beschäftigte sich der Zuger Bauernverband mit einem kantonalen Bodenressourcenprojekt. Doch dieses Projekt wurde im Juli 2021 nach der Entscheidungssitzung abgelehnt. Die Anforderungen bezüglich Zielerreichung der Phosphorreduktion, die zeitliche Umsetzung sowie die finanziellen und rechtlichen Risiken stellten die Projektleitung vor zu grosse Herausforderungen. Ein Teil der Finanzierung für dieses Projekt kam aus dem Nachhaltigkeitsfonds des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests (Esaf).

Weiteres Vorgehen

Nach der Ablehnung hat ein Gremium des ZBV beim Esaf einen Antrag gestellt, um das Geld für verschiedene kleinere Projekte nutzen zu können. Man könnte sich vorstellen das Geld in Lebenstürme, in die Förderung einer klimafreundlichen Landwirtschaft Kanton ZG, in die Gemeinschaftsgastronomie Zentralschweiz oder in das Projekt «CO2-Einlagerung durch Pflanzenkohle» zu investieren.

Ein Projekt vom Amt für Wald und Wild, das bereits erfolgreich läuft, ist die Rehkitzrettung per Drohne. Aufgrund der positiven Erfahrungen soll diese kostenlose Dienstleistung für die Landwirt(innen) ausgebaut werden. Der ZBV hat eine Drohne finanziert und fordert auf, von dem Angebot Gebrauch zu machen. Alle Informationen dazu finden sich auf der Website des Kanton Zug.

Basierend auf Grundlagen anderer Innerschweizer Kantone wurde das Landschaftsqualitätsprojekt Zugerland auf die Beine gestellt. Das Interesse am Projekt ist bei den Zuger Landwirt(innen) erfreulich gross. Über 400 Betriebe haben sich für das LQ-​Projekt angemeldet, was einem Beteiligungsgrad von zirka 82 Prozent entspricht. Dank der hohen Resonanz wurde ein Antrag für weitere vier Jahre gestellt, dieser wurde genehmigt.

Erster Agrotreff geplant

Im April soll der erste Agrotreff in Zusammenarbeit mit den Zuger Bäuerinnen stattfinden. Der Abend dient der Geselligkeit und dem Pflegen der sozialen Kontakte. Besonders freut sich der ZBV, dass der Verband wiederum an der Sonderschau der Zuger Messer teilnehmen kann.

Vermehrt will der Vorstand auf die Öffentlichkeitsarbeit setzen. Die Verbesserung der Kommunikation mit der Bevölkerung ist dabei ein grosses Anliegen. Zudem soll die nachhaltige produzierende Landwirtschaft gefördert werden.

Die Bildungskommission wird auch in diesem Jahr auf diversen Berufsschauen vertreten sein. Dort sollen die Aus-, aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten im Bereich Landwirtschaft aufgezeigt werden. Erfreulich sind die steigenden Lernenden- und Studierendenzahlen am LBBZ Schluechthof. Besonders beliebt ist die Betriebsleiterschule. Auch der Gutsbetrieb Chamau laufe sehr gut, viele Synergien können genutzt werden, wird betont.

Abschliessend meldete sich Regierungsrätin Silvia Thalmann-Gut zu Wort. Sie lobte den ZBV für die wertvolle und gute Art der Kommunikation mit der Gesellschaft. Es sei wichtig, dass die Arbeit der Bauern der Bevölkerung gut erklärt und nähergebracht werde. Auch für die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und der Politik hatte die Vorsteherin der Volkswirtschaftsdirektion nur anerkennende Worte übrig.

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