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Ein Drittel unterstützt Putins Krieg

Unsere Autorin findet es wichtig, dass unsere Werte auch in dieser Krisenzeit erhalten bleiben.

Wie den Medien zu entnehmen ist, unterstützt ein Drittel der jungen Leute in der Schweiz den Putin-Krieg. Diese Denkweise wäre eine Legitimation zum Verschieben von gesetzlichen und international festgelegten Grenzen mit brutaler Gewalt.

Wenn ich diese Meinungen auf unsere Landwirtschaft übersetzen würde, würde das heissen, dass jeder das Recht hat, uns unseren Boden wegzunehmen, unsere Gebäude in die Luft zu sprengen und unsere Familienangehörigen zu töten. Sie sind einverstanden, dass die Traktoren gestohlen und in ein anderes Land gebracht werden. Sie wären damit einverstanden, dass das Getreide entweder gestohlen oder nicht verkauft werden kann und so die Bauern kein Einkommen und viele Leute kein Essen haben. Ich glaube kaum, dass wir diesem Vorgehen ohne Gegenwehr einfach zuschauen und keine Unterstützung anfordern würden.

Geschichte darf sich nicht wiederholen

Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass unsere Jungen mit solchen Gräueltaten einverstanden sein können. Dass Töten für die Kindersoldaten in Ruanda oder die kleinen Russen, die im Kindergarten Krieg spielen und an der Parade in Moskau schon in Uniform mitlaufen, normal ist, hat mit deren Gehirnwäsche zu tun. Aber unsere Jungen können kein solches Gedankengut in sich tragen, da sie in Friedenszeiten aufwachsen und noch nie mit Krieg konfrontiert wurden. Oder haben da PC-Spiele, bei denen derjenige gewinnt, welcher am meisten Gegner tötet, einen Einfluss?

Gerade bei den jungen Leuten, die für Werte wie Freiheit, Neutralität und Demokratie einstehen, kann es doch nicht sein, dass sie unsere Demokratie mit einer Autokratie tauschen würden. In den letzten zwei Monaten wurden mehr als 12'000 Leute in Russland ins Gefängnis gebracht, weil sie ihre eigene Meinung vertreten wollten. Schon Stalin hat fünf Millionen Ukrainer getötet, weil sie die Kolchosen, also die Verstaatlichung, nicht schätzten und freie Marktwirtschaft betreiben wollten. Auch zu Stalins Zeiten wurden «unzuverlässige» und oppositionelle Personen massiv verfolgt und ermordet, man spricht da von mindestens 3 bis 20 Millionen. Diese Geschichte darf sich nicht wiederholen.

Ein Tropfen auf dem heissen Stein

Solche Ereignisse rufen immer wieder Leute auf den Plan, die mit dem Elend der anderen Kapital schlagen wollen. So sagt etwa Syngenta-Chef Fyrwald: «Menschen in Afrika verhungern, weil wir Bio kaufen.» Diese Aussage ist unnötig, solange wir auf der ganzen Welt 40 Prozent der erzeugten Lebensmittel fortwerfen. Politiker äussern sich über die Nahrungssicherheit, welche mit den Ausgleichsflächen nicht mehr gewährleistet sei und rückgängig gemacht werden müsse. Auch das wäre nicht mal ein Tropfen auf einen heissen Stein.

Forderungen nach Abgeltung der erhöhten Treibstoffpreise werden laut. Aber muss denn das Pferd von hinten aufgezäumt werden? Meiner Meinung nach sollte der Treibstoff, welcher mit tieferen Preisen eingekauft wurde, nicht teurer weiterverkauft werden dürfen. In diesen Gremien müssten die Politiker genauer hinschauen, da wohl in dieser Krisenzeit für einige wenige satte Gewinne erzielt werden können.

Die Schweiz kann auch mit Massnahmen gegen die Bioproduktion nichts zu der verschärften Hungersnot beitragen. Sie kann aber für unsere Nachkommen eine kleine, heile Welt schaffen. Auch sind wir fähig, die wirtschaftlichen Folgen zu tragen, ohne auf mehr Staatshilfe angewiesen zu sein. Da haben unsere ukrainischen Berufsleute viel schwerwiegendere Probleme zu bewältigen. Vielleicht schaffen es die 70 Prozent, welche gegen den Putin-Krieg sind, unsere Werte weiterzutragen und wenigstens im eigenen Land den Frieden zu erhalten.

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