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Die FFF werden knapp – Aargauer Bauernverband kritisiert weitere Flächenverluste

Im Aargau geht immer mehr Kulturland verloren. Etwa für Auenschutz und Autobahn. Es brauche nun kreativere Lösungen, findet der Bauernverband Aargau.

Die Erweiterung des Auenschutzparkes Grien am «Chly Rhy» bei Rietheim soll zulasten von 10 Hektaren bestem Ackerland geschehen. Und vom Ausbau der Autobahn A 1 zwischen Aarau-Ost und Birrfeld sind gemäss Projekt ebenfalls 10 Hektaren Kulturland betroffen, davon die Hälfte Fruchtfolgefläche (FFF). Dies sind nur zwei aktuelle Projekte im Aargau aus einer langen Liste, welche jeweils zu einem Flächenverlust zulasten der Landwirtschaft und so zulasten der Ernährungssicherheit führen. Dagegen wehrt sich der Bauernverband Aargau (BVA) konsequent. Zumal auch in diesem Industriekanton die FFF knapp werden.

Eigenversorgung stärken

«Regionale Lebensmittel statt problematische Importe», findet der BVA. Verwiesen wird auf die Nachhaltigkeitsziele der UNO, wonach die Lebensmittelproduktion weltweit zu verdoppeln ist aufgrund der steigenden Weltbevölkerung. «Es ist nicht nachhaltig, die ressourcenschonende Produktion in der Schweiz herunterzufahren und im Gegenzug weniger nachhaltig produzierte Lebensmittel aus aller Welt zu importieren.» Mit dem Getreide auf den 10 Hektaren könnten 1500 Personen mit Brot versorgt werden.

Den Bauern sei aber auch die Biodiversität sehr wichtig, schon heute würden 11 000 Hektaren solcher Flächen bewirtschaftet. Somit sei fast jede fünfte Hektare Kulturland Biodiversitätsförderfläche. Und bezüglich Auenschutzgebiet Grien wird darauf hingewiesen, dass dieses teilweise voll von Neophyten sei, welche wiederum der Biodiversität schaden. Zuerst sollten deshalb die bestehenden Auengebiete richtig unterhalten werden, bevor neue Flächen der Lebensmittelproduktion entzogen würden.

Beim geplanten Ausbau der Autobahn wird mehr Kreativität statt Beanspruchung von Kulturland erwartet.

Alternativen prüfen

Der BVA habe Verständnis für den Ausbau auf sechs Spuren, zumal dort täglich über 100 000 Fahrzeuge verkehren. Alternativen zum Landverlust wären nach Ansicht des BVA beispielsweise Einbezug des Pannenstreifens mit intelligenten Steuerungen wie bei Tunnels oder steilere Böschungen, um Platz für zusätzliche Spuren zu schaffen. Keine Option sei die Kompensation der FFF durch Bodenaufwertungen. Auf solch aufgewerteten Flächen sei nur eine kleine Ertragssteigerung gegenüber der bisherigen landwirtschaftlichen Nutzung möglich, während durch Strassen genutzter Boden für immer versiegelt sei.

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