Am Fachkurs Bäuerin am LZ Liebegg haben sich die Absolventinnen in Reinigungstechnik und Haushaltsführung ausgebildet, sie haben Gartenbau und Ernährung studiert, und sich in Recht, Buchhaltung und Betriebslehre vertieft.
In Gränichen AG haben sie zwei Jahre lang einen Tag pro Woche die Schule besucht, haben gelernt und geübt und Modulprüfungen absolviert. All das neben ihrem Alltag im Berufsleben, bei einigen garniert mit Hochzeit und Kinderkriegen. Die 33 Frauen erhielten an der stimmungsvollen Schlussfeier mit vielen Gästen grosses Lob für ihre Leistung.
Frauenseilschaften sind wichtig
Nebst den Bäuerinnen standen auch die Fachleute Hauswirtschaft auf der Bühne. Die beiden Bildungsgänge seien tragende Säulen des Alltags, erinnerte Liebegg-Direktor Hansruedi Häfliger und verlieh den Absolventinnen die Titel «Managerinnen des Landlebens» und «Profis des Alltags». Er war nicht der Einzige, der die Systemrelevanz der frisch Ausgebildeten für Familien, Betriebe, Institutionen und die ganze Gesellschaft betonte.
Im Alltag geht das leicht vergessen. «Der Wert eurer Arbeit ist unbezahlbar und wird immer wieder verkannt», sagte Colette Basler zu den Absolventinnen. Aber allein von dieser Erkenntnis und vom Applaus hätten sie nicht gelebt, stellte die Präsidentin von Bildung Aargau und Vizepräsidentin des Bauernverbands Aargau klar. «Fordert Anerkennung für eure Arbeit und steht für eure Bedürfnisse ein.» Dabei seien Frauenseilschaften wichtig, sie würden zu wenig genutzt.
Das nächste Ziel ist die Fachprüfung
Auch Edith Suter von der Schulkommission Liebegg forderte zu Selbstbewusstsein auf: «Seid stolz auf das Erreichte – und redet darüber.» Sie erinnerte daran, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt hätten. Damit werde die Schlüsselrolle der Frauen für Ernährungssicherheit, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit sichtbar gemacht.
Stellvertretend für die Lehrpersonen erklärte Lehrgangsleiterin Lisa Vogt: «Wir waren gerne auf dem Weg mit euch – und wir sind gespannt, wie es für euch weitergeht.» Beruflich ist das nächste Ziel für manche Teilnehmerin die eidgenössische Berufsprüfung Bäuerin. Danach steht ihnen die Weiterbildung zur höheren Fachprüfung offen.
Die besten Abschlüsse des Fachkurses Bäuerin am LZ Liebegg lieferten Christa Brunner aus Holziken mit der Note 5.44, Debora Kim aus Oberhof mit 5.43, Sabrina Roth aus Rothenfluh mit 5.38 und Julia Stirnimann aus Eggenwil mit 5.37.
Die Absolventinnen
Rebekka Bolliger, Schmiedrued; Christa Brunner, Holziken; Jessica Fluri, Schwarzenbach; Chantal Gammenthaler, Asp; Nadine Hängärtner, Pfeffikon; Sibylle Hodel, Dagmersellen; Nadine Hunziker, Grosswangen; Jessica Hurschler, Alikon; Nadine Ingold, Triengen; Cheyenne Aurora Keller, Muhen; Manuela Keusch, Hilfikon; Debora Kim, Oberhof; Melanie Knecht, Mettau; Jeanine Kummler, Villmergen; Natascha Mächler, Schlossrued; Elisa Meyer, Buttwil; Laura Müller, Staffelbach; Mirjam Niederer, Buchs; Ràel Probst, Basel (BS); Sabrina Roth, Rothenfluh (BL); Seraina Roth, Wintersingen (BL); Stefanie Schreiber, Wegenstetten; Vivien Schüttel, Künten; Cynthia Spuler, Remigen; Corine Stierli, Veltheim; Julia Stirnimann, Eggenwil; Miriam Tresch, Winterthur (ZH); Stephanie Zimmermann, Rottenschwil.

