Miguelete Der Milchbauer Carlos Hodel weidet auf 154 Hektaren 77 Holstein-Milchkühe und den Rinder-Nachwuchs. Die Gegend am Rio de la Plata erinnert an das Schweizer Mittelland. Ein Fluss schlängelt sich durch Wälder, Äcker und Viehweiden. In einer alten Poststation wirtschaftet der Junggeselle Carlos Hodel. Die dazugehörenden Wiesen hat er von seine Eltern gepachtet.
Das ganze Jahr auf der Weide
Er ist stolz, 18 000 US-Dollar in eine neue Melkanlage investiert zu haben, die ihm das Melken seiner 77 Holsteinkühe erleichtert. Wie in ganz Südamerika rechnet man auch hier in Uruguay mit US-Dollar, denn offenbar traut man dem einheimischen Peso nicht so recht. Carlos führt neben seiner Ranch Establecimiento Don Carlos, die für südamerikanische Verhältnisse winzig ist, noch einen zweiten Milchbetrieb mit 120 Kühen, der im Besitz seiner Tante ist. Sein Betrieb ist äusserst einfach eingerichtet. Alles Vieh ist ganzjährig auf der Weide, einzig im trockenen Winter, der hier von Mai bis August dauert, legt er seinem Vieh ein Futter aus Sorghum und Soja in Rundballen vor. «Wir exportieren zum Weltmarktpreis, deshalb müssen wir mit einem Minimum an Kosten produzieren», erklärt Carlos den Schweizer Besucherinnen und Besuchern.
Melken, wenn der Strom billig ist
Seine Kühe melkt er jeweils um 11 Uhr morgens und um 11 Uhr abends «weil dann der Strom billig ist», erzählt er den verblüfften Besuchern. Tagsüber betreibt Carlos einen Fertighäuser-Handel. Trächtige Rinder verkaufte er vor einiger Zeit zu 1500 Dollar nach China, aktuell löse er leider nur noch 1100 Dollar, bedauert er. Carlos hofft auf bessere Zeiten.

