Einen Termin zu finden mit allen 15 Aargauer Nationalrätinnen und Nationalräten sei nicht möglich gewesen, meldet der Bauernverband Aargau (BVA) zu seinem Informationsanlass. Es kamen mit Cédric Wermuth (SP) und Lilian Studer (EVP) ein Parteipräsident und eine Parteipräsidentin auf nationaler Ebene. Marianne Binder vertrat die Mitte und Alois Huber (SVP) ergänzte den BVA mit zusätzlichem Fachwissen. Die anderen Nationalrätinnen und Nationalräte informierte der BVA persönlich über die negativen Auswirkungen der Massentierhaltungs-Initiative (MTI).
In Umwelttechnik investiert
Familie Gisi, Geflügelhalter aus Mellingen, führte die Parlamentarier(innen) durch ihre Ställe mit Junghennenaufzucht, Bodenhaltung mit Aussenklimabereich und Freilandhaltung. Alle Ställe waren mit deutlich über 2000 Tieren bestückt – das wäre gemäss Initiative Massentierhaltung. Andreas Gisi erklärte, dass der Betrieb dank seiner Grösse auch in umwelttechnische Vorhaben investieren konnte, etwa Kotband-Trocknung oder Luftwäscher.
Grosser Eierkanton Aargau
BVA-Präsident Christoph Hagenbuch informierte, dass der Kanton Aargau besonders von der Massentierhaltungs-Initiative betroffen wäre, da über zehn Prozent der Schweizer Eier aus dem Aargau stammen; davon zwei Drittel aus Betrieben, die bei einer Annahme der Initiative zu gross wären. Das würde zu mehr Import führen. Hagenbuch zeigte auch den Konflikt mit der Raumplanung auf. Für die gleiche Mengen an Pouletfleisch bräuchte es 20 000 neue Mobilställe und 1600 neue Ställe, um die gleiche Eiermenge zu produzieren. Dabei nähmen die Ammoniakemissionen zu.
Hühner in einem kleinen Stall wären nicht glücklicher, so der Standpunkt des BVA. Als Herdentier werde das Huhn durch eine Vielzahl von Artgenossen in seinem Befinden nicht beeinträchtigt und als kurzsichtiges Tier sei auch die Stallgrösse kein Problem, so der BVA.

