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SGD - Aufmerksamkeit bei der Ferkelimpfung zahlt sich aus

Die Schluckimpfung gegen Darm-Läsionen, die durch Lawsonia intracellularis hervorgerufen werden (Ileitis) wirkt nur, wenn sie korrekt durchgeführt wird. Sonst können trotz Impfung bei den Schweinen Symptome wie Kümmern und Durchfall auftreten.

Der Betriebsleiter eines Mastbetriebs wunderte sich, als ihm die Tierärztin des Schweinegesundheitsdienstes SGD erklärte, wieso seine Mastjager krank waren: Eine Untersuchung hatte ergeben, dass die Tiere infolge einer Lawsonia-Infektion erkrankt waren.

Lawsonia intracellularis sind Bakterien, die auf vielen Betrieben vorkommen. Sie sind in der Umgebung bis 21 Tage lang überlebensfähig. Die Übertragung erfolgt über die direkte Aufnahme von Kot oder über kontaminierte Stallkleidung und Geräte. Lawsonien werden auch durch Schadnager, Vögel, Fliegen und Haustiere übertragen.

Die Bakterien werden vom Schwein übers Maul aufgenommen. So gelangen sie in den Verdauungs-Trakt. Bei unzureichender Abwehr infizieren sie im Darm die Zellen der Schleimhaut und verursachen dort Schäden. Ausgeschieden werden die Erreger dann wiederum über den Kot.

Die Symptome einer Lawsonia-Infektion lassen sich sowohl auf Zuchtbetrieben als auch auf Mastbetrieben durch eine Impfung reduzieren. Deshalb haben in den letzten Jahren viele Züchter begonnen ihre Ferkel nicht nur gegen Circoviren, sondern auch gegen Lawsonien zu impfen.

Jeden Schritt der Impfung sorgfältig durchführen, um die Ferkel vor Lawsonien zu schützen

Bei der Lawsonien-Impfung verabreicht man den Ferkeln mit einer Schluckimpfung lebende Lawsonien. Diese sind aber nicht krankmachend. Lebend-Impfstoffe müssen immer auf die gleiche Weise aufgenommen werden wie die eigentlichen Krankheitserreger. Wenn die Impf-Lawsonien in ausreichender Menge im Darm ankommen, lösen sie dort eine Immunreaktion aus. Ein Impfschutz besteht spätestens drei Wochen nach der Verabreichung. Eine spätere Infektion wird dann direkt im Darm abgewehrt.

Fehler bei der Impfung führen dazu, dass kein ausreichender Immunschutz aufgebaut wird.

  • Der Impfstoff muss bei Temperaturen zwischen +2° bis +8 °C im Kühlschrank gelagert werden. Es empfiehlt sich, die Temperatur am besten regelmässig mit einem Thermometer zu kontrollieren. Vor der Verwendung des Impfstoffes sollte in jedem Fall das Haltbarkeitsdatum überprüft werden.
  • Vor der Verabreichung müssen die beiden Komponenten des Impfstoffs frisch angemischt werden. Nach dem Anmischen dürfen sie nicht mehr gelagert werden.
  • Es ist daher ratsam, je nach Postengrösse sowohl 50er- als auch 10er-Dosen vorrätig zu haben.
  • Geimpft werden Ferkel ab der dritten Lebenswoche. Bei jüngeren Ferkeln wird häufig noch keine ausreichende Immunität gegen Lawsonien erreicht.
  • Die Impfdosis beträgt unabhängig vom Körpergewicht zwei Milliliter.

Wichtig ist, dass die Dosis vollständig vom Ferkel geschluckt wird. Oft wehren sich die Tiere gegen die Manipulation und versuchen, den Impfstoff wieder auszuspucken. Es lohnt sich, das Abschlucken zu kontrollieren und die Tiere anschliessend mit dem Kopf nach oben wieder in die Bucht zurückzusetzen.

Mindestens drei Tage vor und drei Tage nach der Impfung dürfen keine Lawsonien-wirksamen Antibiotika eingesetzt werden. Sonst würden auch die Impf-Bakterien abgetötet.

Der Betrieb musste die Mitarbeiter nachschulen und sein Impfmanagement verbessern

Der eingangs erwähnte Mastbetriebsleiter wusste, dass seine Mastjager als Saugferkel gegen Circoviren und Lawsonia intracellularis geimpft wurden. Die Tiere kommen kontinuierlich aus nur einem Zuchtbetrieb. Trotz Impfung litten sie an Durchfall und wuchsen auseinander. Als er sich an den SGD wendete, mussten fast alle Tiere in der Vormastphase behandelt werden.

Der Betriebsleiter war sich keines Fehlers bewusst: Die Tiere werden in sauber gereinigte Buchten eingestallt und in den ersten Tagen auf dem Betrieb entwurmt. Futter und Wasser wurden mehrfach untersucht und immer wieder Kleinigkeiten angepasst. Auch Stalltemperatur und Stallklima sind über die Jahre optimiert worden.

Erst Untersuchungen in der Pathologie ergaben den überraschenden Befund einer Lawsonien-Infektion. Auf dem Zuchtbetrieb wurden in der Folge das Impfmanagement angepasst und die Mitarbeiter nachgeschult. Auch dort hatte es vermehrt Probleme mit Durchfall und Kümmern gegeben. Das Auftreten der Symptome begann schleichend. An Lawsonien als mögliche Ursache hatte niemand gedacht, da die Tiere ja geimpft wurden. Erst die diagnostische Abklärung brachte Klarheit.