Gemischte Acker- und Futterbau-Betriebe haben im Sommer 2018 die besten Möglichkeiten, fehlendes Futter bis zum Winterbeginn wettzumachen. Ackerflächen können jetzt mit Zwischenfutter angesät werden.
Spielt das Wetter im Herbst mit, kann das Futter konserviert oder beweidet werden. Im nächsten Frühjahr kann dann immer noch eine Getreidekultur angesät werden.
Werner Hengartner, Futterbau-Spezialist am Strickhof, empfiehlt jedoch keine überhasteten Saaten, solange der Boden ausgetrocknet ist. «Man muss jetzt Regen abwarten, damit genügend Feuchte für einen sicheren Saat-Aufgang vorhanden ist.» Bis Ende August oder gar Mitte September können Futterbau-Mischungen angesät werden. Später sind beispielsweise auch noch Grünschnitt-Roggen möglich.
«Wenn trotz aller Massnahmen das bereits aufgebrauchte Futter nicht kompensiert werden kann, zählt auch jeder Tag, der die Herbst-Fütterung mit Weiden oder mit Eingrasen verlängert», sagt Hengartner.
Reine Grünland-Betriebe können das Futtermanko nicht mit zusätzlichen Flächen kompensieren. Hier geht es darum, mit einer Düngergabe, ebenfalls bei feuchten Bodenbedingungen, den Bestand wieder in Schuss zu bringen. Damit soll auch die botanische Zusammensetzung wieder ins Lot gebracht werden. Rotklee hat gegenüber Gräsern durch die Trockenheit weniger gelitten. Zudem haben Untersuchungen von Agroscope gezeigt, dass der Ertrag eines durch Trockenheit ausgefallenen Schnitts in den verbleibenden Schnitten des Jahres kompensiert werden kann.
Laut Hengartner geht es auch darum, die botanische Zusammensetzung für die kommenden Jahre zu sichern. Dazu könnten Übersaaten notwendig sein, um das Verhältnis von Klee und Gräsern wieder in ein stabiles Gleichgewicht zu bringen.
Jetzt geht es darum, noch in diesem Jahr möglichst viel Futter zu produzieren. Längerfristig wird es jedoch immer wichtiger, den Futterbau so zu planen, dass extreme Ereignisse wie in den Jahren 2018, 2015 und 2003 aufgefangen werden können.
Nicht nur in diesen Extremjahren hat Hengartner festgestellt, dass der Bedarf von konserviertem Futter zur Fütterung im Sommer zugenommen hat. «Nebst der Schaffung von Reserven liegt die Hoffnung bei trockenheitsverträglicheren Züchtungen.»
Aufgrund der Futterknappheit ist es unter Umständen erlaubt, die Nutzungsbestimmungen extensiv bewirtschafteter Flächen zu ändern. Die
gültigen Vorschriften sind bei den kantonalen Stellen vorgängig abzuklären.