Wie macht man Rindvieh für Schauen oder den Verkauf zurecht und lohnt sich das überhaupt?

Normalerweise würde in den nächsten Wochen die Hauptsaison der Tiervorbereitung für die Herbstschauen starten. Sollte es dieses Jahr wegen Corona keine Gemeinde-, Bestände-, Regional- oder Kantonalschauen geben, so ist eine gezielte Vorbereitung der Tiere auch für den Verkauf an Auktionen oder sogar für den Handel ab Hof eine gute Investition. Doch welche wichtigen Aspekte beinhaltet eine gezielte Vorbereitung der Tiere für solche Anlässe?

Fütterung, Nährzustand: Schon ein paar Wochen vor dem geplanten Schau- oder Verkaufsdatum schaut man sich die ausgewählten Tiere genauer an. Für eine optimale Präsentation sollten die Tiere nicht zu fett oder zu mager sein und allgemein ein gutes, fittes Erscheinungsbild aufweisen. Mit gezielter Fütterung von beispielsweise mehr oder weniger Energie und genügend rohfaserreichem Futter, erstrahlen etwas magere Alpkühe in wenigen Wochen wieder in neuem «Glanz».

Gesundheit von Euter und Klauen: Wenn wir Menschen nur schon kleine Wehwehchen haben wie Schnupfen oder einen leicht verstauchten Fuss, ist unsere Ausstrahlung und Überzeugungskraft meist schon etwas verringert. Gleich ist es mit unseren Tieren. Wenn wir sie am Tag X zum Verkauf oder auf der Schau präsentieren wollen, müssen sie fit sein. Das bedeutet, dass wir uns beispielsweise um die Euter- oder Klauengesundheit nicht erst ein paar Tage zuvor kümmern.

Waschen und Scheren: Das Waschen der Kühe vor der Auktion und zumindest ein teilweises Scheren zum Beispiel des Euters oder Wegscheren der überlangen, zottigen Alphaare, hat schon manche Kuh oder manches Rind für den Verkauf in ein vorteilhafteres Licht gestellt. Auch hier lässt sich durchaus der Vergleich mit einem Älpler im Herbst ziehen, der sich vor oder nach dem Coiffeur einem wichtigen Vorstellungsgespräch stellt.

Vorführen und Präsentation

Sei es auf dem Hofplatz vor dem Händler oder an der Auktion und Schau vor dem Publikum: Tiere, die sich schlecht vorführen lassen, weil sie nicht an die Halfter gewohnt sind, präsentieren schlecht. Ein paar Mal üben und sie über eine gewisse Zeit an den Halfter gewöhnen, damit sie schön laufen, kann schnell mal ein, zwei Hunderter wert sein oder an einer Schau auch ein, zwei Ränge nach vorne helfen.

All diese Vorbereitungsarbeiten machen ein wenig Aufwand, aber sind durch jeden Viehzüchter recht einfach umzusetzen, ohne dass man dafür gleich ein ganzes Schauteam engagieren muss.

Zum Autor

Adrian Arnold ist Schulleiter und Fachlehrer am BWZ Uri und zudem Verbandsexperte bei Braunvieh Schweiz.

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