Seit 20 Jahren findet in Savognin das Schafschur-Event «Tundeida» statt. In all diesen Jahren hatte man fast immer Wetterglück. So war es auch in diesem Jahr: Das Wetter war mild und sonnig – und es war auch noch Ferienbeginn, so dass unzählige Menschen nach Savognin zur Schafschur strömten.
Bauernverein organisiert

An den ersten Schafschuren wurden Marktstände aufgestellt, die einen direkten Bezug zur Schafhaltung hatten. Das änderte sich, als man feststellte, dass die Schafschur, die Alpkäsedegustation und -prämierung auf der Lenzerheide fast gleichzeitig stattfanden. So führte man unter dem Patronat des Bauernvereins Albula diese Anlässe zusammen.
Highlight war auch in diesem Jahr die Schafschur. Nico Untersteiner sowie Meinrad und Jazinta Kolb mit Sohn Dario griffen zur Schere. Untersteiner, bewaffnet mit einer flexiblen Schafschere, setzte das Schaf auf die Hinterhand, begann vom Kopf bis zum Schwanzende zu scheren, dann folgte die andere Seite. Er brauchte nur wenige Minuten, dann konnte das Schaf aufstehen und befreit rauslaufen zu seinen Kollegen ins Gehege.
Bei der Familie Kolb war Teamarbeit angesagt. Sie stellte das Schaf an eine aufgeklappte Tischplatte, band es fest und kippte die Platte, so dass das Schaf in Seitenlage auf Arbeitshöhe fixiert war. Meinrad Kolb scherte das Schaf von der Schwanzspitze her bis zum Kopf, seine Frau Jazinta löste die Riemen, damit überall geschoren werden konnte. Sohn Dario hielt die Beine des liegenden Schafes fest. War die eine Seite geschoren, wurde auf die andere Seite gedreht und geschoren.

Degustieren und geniessen
Acht Sennalpen aus dem Albulatal und Surses stellten Alpkäse für die Degustation zur Verfügung. Die Gäste konnten von jeder Alp Käse degustieren und dann ihre Favoriten wählen. Die Sieger waren die Alp Foppa oberhalb Salouf, die Alp d’Err oberhalb Tinizong und die Suraqua von Bivio.
Auch dieses Jahr gab es viele Marktstände, welche Schafprodukte, aber auch viele andere Produkte aus der Region anboten. Highlight für die Jungs war das «Buabaschwingen». Die Mädchen widmeten sich lieber den Herdenschutzhunden.
Die Schafschur «Tundeida» bringt den Besuchern die Schafhaltung näher, was mit der heutigen schwierigen Situation mit dem Wolf und den Diskussionen über Biodiversität immer wichtiger wird.


