Saumässiger Druck auf Schweinezüchter

Ab 1. September 2018 dürfen Schweinemäster keinen Vollspaltenboden mehr nutzen. Ab Frühling 2018 dürfte deshalb eine grosse Anzahl Mastplätze fehlen.

Am 31. August 2018 bricht in der Schweinemast für die Schweine ein neues Zeitalter an. Sie werden zwar nicht von ihrem letzten Gang zum Metzger verschont, aber sie werden vom Vollspaltenboden verschont werden. Am 31. August 2018 läuft nämlich die zehnjährige Übergangsfrist ab. Und obwohl man das schon lange weiss, zeigt die näher rückende Frist vor allem eines: Es könnte schwierig 
werden.


«Ab Frühjahr 2018 wird eine grosse Zahl Mastplätze fehlen», schreibt etwa Suisseporcs-
Geschäftsführer Felix Grob im Editorial des neuen «Suisseporcs-Info,» das vergangene Woche bei den Schweinehaltern im Briefkasten lag.

Vorsichtig geschätzt seien es etwa 5000 Plätze, die nicht mehr belegt, umgerechnet etwa 150'000 Schweine, die ab nächstem Sommer nicht mehr produziert werden können.


Auch Züchter betroffen


Dass mit dem Verbot der Vollspaltenböden die Fleischproduktion zurückgeht, schliessen die Branchenakteure eher aus. Aber ruft Suisseporcs die Schweinezüchter dazu auf, sich schon jetzt um die Platzierung der Mastferkel zu kümmern.

«Wir können jetzt nur sensibilisieren, dass ab Frühsommer 2018 Mastplätze fehlen und es ohne Massnahmen zu Engpässen beim Platzieren der Ferkel kommen kann», sagt Peter Bosshard, Geschäftsführer des Schweizerischen Viehhändlerverbands.


Die Schweinezüchter finden sich damit in einem veritablen Dilemma wieder. Einerseits können sie mit den aktuell guten Jagerpreisen ihr Auskommen sichern. Andererseits müssten sie gemäss Felix Grob schon im Herbst 2017 rund 6000 Muttersauen aus der Produktion nehmen.

Immerhin wird das begünstigt, weil sich auch die Züchter mit neuen Rahmenbedingungen arrangieren müssen: Die Mindestflächen pro Tier werden nämlich nach oben korrigiert. Die Gesamtfläche für Jager bis 25 kg nimmt von 0,3 auf 0,35 m2 zu.

«Gleichzeitig muss der Festbodenanteil dann nicht weniger als 2/3 der Gesamtfläche ausmachen», sagt Peter Bosshard. Damit gehen auch in der Zucht etwas Kapazitäten verloren.


Umfrage soll Klärung bringen


Dass schon jetzt mit der Sensibilisierung begonnen wird, ist dem Produktionszyklus geschuldet. «2018 ist schon sehr bald», sagt Peter Bosshard stellvertretend für alle Marktakteure und die Suisseporcs. Und einen Plan B, für den Fall dass nicht alle Mastjager platziert werden könnten, gibt es derzeit noch nicht.


Ebenso konnte bis jetzt auch gar nicht abgeschätzt werden, wie viele Mastplätze effektiv verloren gehen. Suisseporcs arbeitet nun an einer Umfrage, damit die Situation besser eingeschätzt werden kann.

Hansjürg Jäger

Weiterlesen