Schweizer Bio-Küken erhielten praktisch flächendeckend einen gentechnisch veränderten Impfstoff gespritzt, heisst es in einer Sendungsvorschau. Gemäss Bio-Suisse-Richtlinien müssten aber auch Medikamente und Impfstoffe gentechfrei sein. Das sorgt für Unstimmigkeiten. Gemäss einem Bericht der internen Geschäftsprüfungskommission (GPK) hat der Vorstand seine Kompetenzen überschritten. Das wird nächste Woche auch die Delegiertenversammlung in Olten beschäftigen.
«Extremes Dilemma»
Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli wehrt sich gegenüber der «Rundschau» für die befristete Zulassung: «Wir befanden uns in einem extremen Dilemma. Wir haben gesehen, dass tausende Tiere gestorben sind. Deshalb haben wir uns dann ganz klar für das Tierwohl – und für die Impfung entschieden.» Die Geflügelseuche Gumboro habe sich immer schneller verbreitet. Man habe den ordentlichen Weg nicht einhalten können.
Martina Munz, Präsidentin der Schweizer Allianz Gentechfrei, ist enttäuscht: «Bio Suisse stellt die Glaubwürdigkeit des Labels ein Stück weit infrage.» Man habe das verschweigen wollen.
Der TV-Beitrag zum Thema läuft heute Abend in der «Rundschau» um 20.05 Uhr auf SRF 1.
jw

